Hochbegabt und lernbegeistert

Homburg. Es gibt Schüler, die empfinden Lernen nicht als Last, sondern als Anregung und Freude. Wie die 40 besonders begabten Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 15 Jahren, die elf Tage lang im Kardinal-Wendel-Haus in Homburg wohnten und dort gemeinsam in anregender Atmosphäre diskutierten, forschten und arbeiteten

Homburg. Es gibt Schüler, die empfinden Lernen nicht als Last, sondern als Anregung und Freude. Wie die 40 besonders begabten Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 15 Jahren, die elf Tage lang im Kardinal-Wendel-Haus in Homburg wohnten und dort gemeinsam in anregender Atmosphäre diskutierten, forschten und arbeiteten. Am Mittwoch fand die Abschlussfeier für die Juniorakademie statt, die es seit zehn Jahren gibt - ein kleines Jubiläum also, zu dem auch Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) nach Homburg kam. Weil auch Eltern, Lehrer und Verwandte der 40 Jugendlichen aus allen Landesteilen zahlreich nach Homburg angereist waren, fand die Feier in der Aula des Johanneums statt, das ganz in der Nähe des Kardinal-Wendel-Hauses liegt.Es gibt, jeweils nach Altersstufen aufgeteilt, insgesamt drei Ferien-Akademien für Hochbegabte: die Sommer-Akademie für Kinder von acht bis zwölf, die Junior-Akademie für Jugendliche von 13 bis 15 Jahren und die Akademie für Oberstufenschüler. Veranstalter ist die Beratungsstelle für Hochbegabte in Zusammenarbeit mit dem saarländischen Kultusministerium. Tagsüber sind die jungen Leute rund sechs Stunden mit gemeinsamem Unterricht beschäftigt, zwischendurch wird im Speisesaal zu Mittag gegessen. Die Schülerinnen und Schüler haben ein volles Tagesprogramm, das, je nach Lust und Laune, durchaus schon morgens um sieben Uhr mit Joggen beginnen kann.

Als schulisch empfinden die Teilnehmer diese Woche keineswegs, sie freuen sich vielmehr, unter sich zu sein. Für viele der Jüngeren ist es oftmals der erste Ferien-Aufenthalt ohne Eltern.

So war es ehemals auch für Philipp Sauer aus Wadern, der gestern zusammen mit Kelly Kuhn aus St. Wendel bei der Feier in Homburg zu Gast war - beide sind Ehemalige, Teilnehmer der ersten Stunde vor zehn Jahren. Beide denken bis heute gerne an die Zeit in Homburg zurück, beide sind bald mit dem Studium fertig. Kelly als Juristin in Bonn, Philipp als Wirtschaftsingenieur in Kassel.

Doch bis dahin ist es für die Kinder, die dieses Jahr dabei waren, noch ein langer Weg. Sie beschäftigten sich in den vergangenen Tagen mit altersgerechteren Themen, zum Beispiel bastelten sie Fantasie-Tiere, die die Evolution in ferner Zukunft hervorbringen könnte, etwa einen Unterwasserhamster oder einen mitteleuropäischen Feuerwolf.

Spannend wurde es, als Konrad Scharff, Luka Matzenbacher, Emma Bungert und Luisa Gerhard (aus Dillingen, St. Wendel und Neunkirchen) Silber in Gold verwandelten. Diesen Trick zeigten sie Bildungsminister Ulrich Commerçon, der sogleich unter Anleitung ebenfalls einen Goldbarren herstellen durfte. Was die Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen besonders schätzen: Sie seien eine große Familie, das Verhältnis zu den Dozenten sei locker, betonen sie.

Auch das Kardinal-Wendel-Haus hat sich als Veranstaltungsort bewährt, es wird wohl auch weiterhin, wenn auch unter anderer Führung als bisher, von der Beratungsstelle Hochbegabung genutzt werden. "Wir kommen immer gerne hierher", sagte Herbert Jacob, Oberstudiendirektor eines naturwissenschaftlichen Gymnasiums in Dillingen, der im Rahmen der Beratungsstelle Hochbegabung die Kurse in Homburg organisiert und leitet. Träger ist das saarländische Bildungsministerium. "Wir kommen immer gerne hierher."

Oberstudien-

direktor Herbert Jacob

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