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Historische Stadtführung durch Homburg

Geschichte : Auf den Spuren von Karl II. August

Mit Stadtführer Marco König durch die lebhafte Geschichte der heutigen Kreis- und Universitätsstadt Homburg.

„Ohne die Homburger Vorgeschichte gäbe es kein Oktoberfest, kein Schloss Neuschwanstein – und sowieso gar kein Bayern.“ Dieser Satz ist für Marco König ein regelrechtes Vergnügen. Der Homburger Stadtführer kennt sich eben hervorragend aus mit der reichhaltigen Stadtgeschichte, mit den verwandtschaftlichen Beziehungen und den Ränkespielen der damaligen Zeit.

Und es ist ja auch was dran an der Aussage: Da gab es nämlich Ende des 18. Jahrhunderts einen Karl Theodor, seines Zeichens pfälzisch-bayrischer Kurfürst. Dieser fühlte sich viel mehr als Pfälzer denn als Bayer und wollte mit Österreich einen Handel abschließen, demgemäß er mit Österreich Bayern gegen die österreichischen Niederlande eintauschen wollte. Doch da hatte Karl Theodor die Rechnung ohne den damaligen Herzog von Pfalz-Zweibrücken, Karl II. August, gemacht. Dieser hätte dem Plan zustimmen müssen – und verweigerte dies.

Bayern blieb souverän, und Karl II. Augusts Bruder Maximilian konnte 1806 der erste bayrische König werden, wiederum dessen Urenkel Ludwig II. das Schloss Neuschwanstein bauen. Marco König weiß natürlich, dass das alles ein wenig weit hergeholt ist. Dennoch ist ja wie erwähnt, ein Körnchen Wahrheit dran. Seine historische Stadtführung beginnt mit der Hohenburg, die der Bliesgaugraf Dietrich 1146 errichten ließ. Sowohl 1330 als auch 1558 habe Homburg die Stadtrechte verliehen bekommen, „obwohl noch nicht viel da war“, so König. Und auch nicht viel mehr dazukam, denn: Einmal kam die Pest dazwischen, einmal der Dreißigjährige Krieg. Nach diesem sei das Gebiet des heutigen Saarlandes nahezu entvölkert gewesen, so dass Armutsflüchtlinge aus der Schweiz, aus Tirol, aus Wallonien und aus Flandern angeworben werden mussten.

Natürlich hat für die Homburger Stadtgeschichte auch das oft angespannte Verhältnis zwischen Franzosen und Deutschen eine Rolle gespielt. „Die Franzosen dachten, der Rhein sei die Grenze, die Deutschen dachten, es sei die Maas“, erklärt der Stadtführer launig die Problematik. Jedenfalls habe Ludwig der XIV., der französische Sonnenkönig also, 1679 die linksrheinischen Gebiete samt Homburg locker in Beschlag nehmen können, da man sich in Deutschland gerade mehr mit der Abwehr der Türken vor Wien beschäftigt habe.

Der Baumeister Sébastien Le Prestre de Vauban habe Homburg zu einer Festung ausgebaut, unter anderem mit dem Zweibrücker Tor. Heute ist leider nichts mehr davon übrig. 1681 bis 1685 war unsere Stadt dann sogar Hauptstadt der Province de la Sarre, ehe die neu gebaute Vauban-Festung Saarlouis diesen Status übernahm.

Stadtführer König, der unverkennbar einen nordsaarländischen Dialekt spricht und aus Urexweiler stammt, fühlt sich, seit er „der Liebe wegen“ nach Homburg kam, „durch und durch als Homburger“. Deshalb schimmert immer wieder ein amüsantes Stück Lokalpatriotismus in seinen lebhaften Ansprachen durch. Er erklärt dann auch noch, woher Karl II. August eigentlich das Geld her hatte für das riesige Schloss Karlsberg, wer ihn im Stich gelassen hatte beim Schutz vor den französischen Revolutionstruppen oder wie es zum Bau der katholischen Kirche St. Michael kam. Nebenbei erzählt er die skurrile Liebesgeschichte von Bayerns König Ludwig I. mit der Tänzerin Lola Montez, obwohl sie vielleicht nicht ganz so viel mit Homburg zu tun hat. Obwohl – ohne Homburg kein Bayern! Das nimmt man auf jeden Fall mit von der unterhaltsamen, lehrreichen und spannenden historischen Stadtführung durch die heutige Kreis- und Universitätsstadt Homburg.