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Hier kann man im Saarpfalz-Kreis vegan kochen lernen

Kochkurse im Saarpfalz-Kreis : Viele Ideen für leckere vegane Gerichte

Gut und lecker essen, ist das eine. Doch an einigen Orten im Saarpfalz-Kreis verraten Profis, wie jeder zu Hause besser kochen kann. In loser Folge stellen wir interessante Angebote vor, heute: vegan Kochen mit Ina Schneider.

Zitronenspaghetti, Linsensuppe, Falafel und Baba Ganoush, ein Auberginendip: Mit Verzicht oder verbissener Ideologie hat das, was Ina Schneider auf die Teller bringt, so gar nichts zu tun. Es soll Spaß machen und schmecken – das ist ihr wichtig und das nimmt man der 34-Jährigen auch sofort ab, wenn sie davon erzählt, was sie bei ihren veganen Kochkursen, die nun unter anderem bei der Kreisvolkshochschule in Blieskastel und der VHS Homburg (siehe Infobox) beginnen, an die Frau und den Mann bringen möchte.

Ina Schneider, die in Zweibrücken lebt und in Homburg als Grundschullehrerin arbeitet, ist letztlich durch eine Reise weg vom Fleisch und zu einer Ernährung ganz ohne tierische Produkte gekommen. Wobei sie bei Letzterem auch mal ein Auge zudrückt. „Ich mache das bis dahin, wo ich mich wohlfühle“, sagt sie. Aber wenn es dann beim Familienessen in einem Restaurant als veganes Gericht nur Pommes und Salat ohne Soße gebe, dann darf es da auch mal die vegetarische Variante sein, also immer ohne Fleisch, aber eben ausnahmsweise etwa mit Eiern, Milch oder Milchprodukten. „Das macht ja sonst nicht glücklich.“

Den Wendepunkt für sie selbst brachte ein Aufenthalt in Asien im Jahr 2015. „Davor habe ich sehr unreflektiert Fleisch gegessen und auch weggeschaut, wenn es irgendwo um die Massentierhaltung ging“, gesteht sie.

In Indonesien, hier Bali und Java, habe sie es dann aber mit einer Küche zu tun bekommen, die ohne tierische Produkte auskommt – und sie habe daran Gefallen gefunden. Es war aber nicht nur das Essen, es war ein Wandel auf vielen Gebieten.

Das, was sie dort erlebte und sah, habe sie dazu gebracht, Dinge zu überdenken. Es ging beispielsweise um Gerechtigkeit, soziale Fragen. Sie sei dankbarer geworden, haben sich weniger über Lappalien beschwert und mehr gesehen, „was ich alles habe und nicht, was mir fehlt“. Die Menschen, etwa auf Java, seien zwar nach unseren Maßstäben arm, aber glücklich und dazu bereit, Dinge zu teilen.

Zu Hause habe sie dann damit begonnen, ihre Gewohnheiten zu verändern. Nicht auf einen Schlag, sondern in kleinen Schritten nach und nach. Über die „Fridays for Future“-Bewegung habe sie auch den Klimaaspekt mehr in ihrem Herzen verortet. Als sie Mutter geworden sei, sei ihr klar geworden, wie viel Verantwortung jeder dafür habe, wie die Welt für künftige Generationen aussehe. Sie habe sich mit dem Thema weiter beschäftigt, etwa damit, welchen Einfluss die Tierhaltung auf den Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid (CO2) habe – nämlich einen sehr Großen. Und das gelte eben auch für Milchprodukte – beides hinterlasse einen beträchtlichen Fußabdruck. Sie habe also in der Folge damit begonnen, weniger Fleisch und tierische Lebensmittel zu essen. Und das war nicht der einzige Schritt.

Mittlerweile habe sie sich auch ein Jahr lang weitergebildet zur Klimabotschafterin, habe seitdem viele Dinge angestoßen, etwa eine Kleidertauschbörse oder als Mitbegründerin einen Gemeinschaftsgarten, das Projekt „Die Grüne Brücke“. Und sie gibt auch auf ihrem Instagram-Profil (utop@ina) immer wieder Tipps für Nachhaltigkeit mit Leichtigkeit.

Doch zurück zur Ernährung. Vor zwei Jahren habe sie festgestellt, dass „mir Fleisch gar nicht mehr fehlt“, seitdem sei sie Vegetarierin, lebe überwiegend vegan, aber nicht zu 100 Prozent. „Wir brauchen heute kein Fleisch mehr, um zu überleben“, macht sie deutlich. Trotzdem will sie überzeugen, nicht zwingen. Ihr dreieinhalbjähriger Sohn und auch ihr Mann essen beide übrigens gerne Fleisch.

Eine Wendung hin zu mehr pflanzlichem Essen habe Vorteile für das Klima, die eigene Gesundheit und für die Tiere. „Das sind doch Gründe genug, um ein bisschen öfter rein pflanzlich zu kochen“, wirbt sie. Wer wissen möchte, wie das klappt, dem zeigt sie Tricks und Kniffe in ihren Kursen. Mit denen habe sie eigentlich schon in ihrer Elternzeit starten wollen, doch dann kam Corona und so steht nun die Premiere an – „mit sehr viel Herz“, verspricht sie. „Ich möchte Menschen, meine Erfahrungen zeigen, meine Reise, veganer zu leben“. „Es ist mir von Anfang an wichtig, kein schlechtes Gewissen zu machen, es soll eine Motivation sein“, betont sie.

In ihren Kursen zeige sie einfache, erprobte Rezepte, die ohne Ersatzprodukte auskommen. „Viele denken ja an Schnitzel. Pommes und Salat“ – und dass das Fleisch und der Rest dann eben vegan seien. Zwar würden Ersatzprodukte immer besser, aber wie Fleisch schmecke es eben nicht. Offen ist sie dennoch, es gebe hier richtig Gute, man müsse aber eben wissen welche.

Und neben Rezepten, den in einer veganen Küche wichtigen Zutaten, wie etwa Linsen oder ein spezielles geschwefeltes Salz „Kala Namak“, das nach Ei schmeckt, verrät sie ihren Kochschülerinnen und -schülern noch mehr: beispielsweise, wie man veganes Essen so vorbereiten kann, dass sich das auch in einem stressigen Alltag bewältigen lässt. „Das größte Problem sind hier Ideen, wie man das hinbekommen kann. Und da komme ich ins Spiel.“

Wer mit möchte auf diese Reise ins vegane Leben, der hat schon fast die Qual der Wahl, denn es gibt eine große Auswahl. Es geht kulinarisch in den Mittelmeerraum oder nach Asien. Für Anfänger und Umweltbewusste gibt es spezielle Kurse und eben solche, die zeigen, wie man fürs vegane Kochen Zeit findet, wenn gerade diese knapp ist. Wer mehr möchte, für den hat Ina Schneider, die vielen vielleicht noch unter ihrem Mädchennamen Stenger geläufig ist, auch noch Nachhaltigkeits-Workshops im Angebot vom Energiesparen (14. Juli) bis zu Tipps, wo man im Alltag CO2 einsparen und nachhaltig leben kann, etwa in der Küche (10. Dezember) oder im Badezimmer (14. April, alle Volkshochschule Homburg).

Bleibt also nur noch die Frage, welches vegane Gericht ihr eigener Favorit ist. Gar nicht so einfach, sie habe so viele Rezepte gefunden, die ihr zusagen, überlegt sie.

Aber dann gibt es doch eine Nummer eins: „Indisches Linsencurry“.

Wer mehr wissen möchte, der findet Informationen über Ina Schneider auch auf ihrer Internetseite unter

 Bestimmte Zutaten sind wichtig für die vegane Küche wie etwa Rauchsalz oder Kala Namak, ein Würzmittel, dessen Geschmack an Eier erinnert.
Bestimmte Zutaten sind wichtig für die vegane Küche wie etwa Rauchsalz oder Kala Namak, ein Würzmittel, dessen Geschmack an Eier erinnert. Foto: Klara Ventz
 Schnippeln gehört in jeder Küche dazu. Dafür kann sich das selbst gekochte Essen sehen lassen.
Schnippeln gehört in jeder Küche dazu. Dafür kann sich das selbst gekochte Essen sehen lassen. Foto: Klara Ventz

www.utopina.com