Handwerkermarkt mit Weinfest Kirkel

Der Herbst in Kirkel : Schöner kann der Herbst nicht sein

Weil der Erfolg so groß ist, werden diesmal an zwei Tagen der Wein und das Handwerk in Kirkel gefeiert. Alle Feste, die auf der Burg stattfinden, sind mit den Jahren zum Renner geworden.

Wenn eine Veranstaltung so richtig erfolgreich ist, dann ist das für die Macher selbst mitunter Fluch und Segen. So könnte man beschreiben, was dem Förderkreis Kirkeler Burg mit seinem „Historischen Handwerkermarkt mit Weinfest“ widerfahren ist. Im vergangenen Jahr war die bis dato eintägige Sause auf der Kirkeler Burg ein so großer Erfolg, dass nun an zwei Tagen gefeiert wird – schlicht um dem großen Andrang besser Herr zu werden. Und damit wird in diesem Jahr hier das große Sicherheitskonzept nötig. eines, das man eigentlich nur vom alljährlichen Mittelaltermarkt auf der Burg kennt. Konkret bedeutet das: Ein entsprechendes Verkehrskonzept mit Einschränkungen für den Verkehr, Einlasskontrolle, Sicherheitsdienst, Feuerwehr- und Rettungsdienstpräsenz – und zum ersten Mal auch einen Eintrittspreis, moderate zwei Euro werden hier pro Erwachsener fällig. Peter Steffen, der erste Vorsitzende des Förderkreises Kirkeler Burg, macht gerade mit Blick auf Letzteres deutlich, dass es sich anders schlicht nicht rechne. „Ohne Eintrittspreis geht das heute nicht mehr. Bevor wir auf der Burg am Wochenende auch nur das erste Glas Wein verkauft haben, kostet die Veranstaltung den Förderkreis rund 6000 Euro.“ Die flössen, so Steffen, in den Sicherheitsdienst, die Rettungsdienste, das Rahmenprogramm – für zwei Tage, an denen nun hoffentlich das Wetter mitspielt und die Gäste den großen Einsatz des Förderkreises in Zahlen ähnlich hoch honorieren wie im vergangenen jahr.

So müsse man mit dem nun erstmals erhobenen Eintritt vor allem die entstehenden Kosten auffangen, immerhin dienten die eigentlichen Einnahmen aus dem Festbetrieb ja dem Vereinszweck, verdeutlichte Peter Steffen: aen Ausgrabungen auf der Kirkeler Burg, aktuell der des Burgbrunnens. Damit, so Sarah Klein vom Kulturamt der Gemeinde Kirkel, unterstützten die Besucher ja auch eben diese wichtige Arbeit auf Kirkels Wahrzeichen. „So können die Projekte dort weiter umgesetzt werden.“ Für das Vereinsleben selbst würde man, wie Peter Steffen ergänzte, selbst kaum Geld ausgeben, stattdessen seien seit 2014 rund 30 000 Euro in besagte Ausgrabungen geflossen. Um diese Mittel zu erwirtschaften, habe der Förderkreis nur eben beim „Historischen Handwerkermarkt mit Weinfest“ und der Burgweynacht als eigene Veranstaltungen die entsprechenden Möglichkeiten.

Dass sich der Verein trotz des nun deutlichen Mehraufwandes der Aufgabe stelle, sei bemerkenswert, freute sich Sarah Klein. „Ich finde es sehr lobenswert, dass sich der Verein überhaupt der Herausforderung dieser Veranstaltung annimmt und sagt: ‚wir machen ein solches Fest‘ – im Gegensatz zu anderen Vereinen, die es dann lassen würden.“

Für die Gäste des Wochenendes bietet sich mit allen Änderungen nun die Möglichkeit, gleich an zwei Tagen Wein, Handwerk, Kirkeler Burg und einen hoffentlich schönen Herbst erleben zu können. Am Samstag, 19. Oktober (14 bis 21 Uhr), und Sonntag, 20. Oktober (11 bis 18 Uhr), gibt es natürlich ein vielfältiges Weinangebot, diesmal an mehr Weinständen als in der Vergangenheit, es gibt Tänze mit Shabanna Atesh, mittelalterliche Musik mit den Notnägeln und Förderkreis-Vorstandsmitglied Sophie Meiser wird als Märchenerzählerin auftreten.

Zu einem guten Wein gehören aber natürlich auch feine und am liebsten herbstliche Speisen: Zwiebelkuchen aus dem Steinbackofen, Gegrilltes, Kürbissuppe, heiße Maronen, Kartoffelpuffer mit Apfelmus oder Lachs und selbstgebackene Kuchen. Und weil das ganze ja nicht einfach „Weinfest“ heißt, sondern „Historischer Handwerkermarkt mit Weinfest“, wird auch im Handwerkerdorf viel geboten, von Schmieden und Töpfern über Schmuck bis Filz.

Sonne satt und mit der Familie den Oktober genießen. Foto: Thorsten Wolf

Worauf man sich einrichten sollte: Wird die Veranstaltung so nachgefragt wie im vergangenen Jahr, dann könnte es an der Kasse/Einlass durchaus mal zu Wartezeiten kommen. Und: Clever ist, wer nicht versucht, rund um die Burg so nah wie möglich einen Parkplatz zu finden, sondern wer die ausgewiesenen Veranstaltungsparkflächen (siehe Infokasten) nutzt. Noch besser könnte sich von außerhalb eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln erweisen. Zum einen riskiert man bei der Heimfahrt nicht seinen Führerschein, zum anderen spart man sich den Stress bei der Parkplatz-Suche.

Mehr von Saarbrücker Zeitung