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Handballer des TV Homburg verpassen das Pokalfinale

Handball : Mein lieber Scholly

Lars Scholly wirft die HG Saarlouis II ins Finalturnier um den Handball-Saarlandpokal. Erster Einzug seit fünf Jahren.

Die Favoriten leisteten sich kaum einen Patzer. Die beiden Halbfinal-Turniere, bei denen am Wochenende die vier Teilnehmer am Endturnier des Handball-Saarlandpokals gesucht wurden, verliefen weitgehend nach Plan. Bis auf eine Ausnahme. Die spielte sich am Samstag in der Sport- und Spielhalle Homburg ab, wo vor 200 Zuschauern der amtierende Titelträger HF Illtal, sein Oberliga-Rivale TV Homburg, Saarlandligist HG Saarlouis II und die SGH St. Ingbert II, theoretisch aus der Bezirksliga West, praktisch mit dem Saarlandliga-Kader angereist, gegeneinander antraten.

Für den Ausrichter begann der Arbeitstag denkbar schlecht. In der ersten der sechs Begegnungen, die aufgrund der Turnierform nur über eine Spielzeit von zwei Mal 20 Minuten liefen, unterlag er durch einen Treffer von St. Ingberts Kreisläufer Juraj Urban 14 Sekunden vor Spielende mit 17:18. Schon vor dem zweiten Spiel gegen die HG Saarlouis II war der Oberligist somit enormem Druck ausgesetzt, wollte er ein vorzeitiges Ausscheiden verhindern. Standhalten konnte er ihm nicht. Auch gegen Saarlouis fanden die Gastgeber erst viel zu spät zu ihrem Rhythmus und verloren mit 18:22. Damit stand früh fest: Der TV Homburg war ausgeschieden – und die Tür zum Einzug ins Final Four für einen der beiden Außenseiter geöffnet. „Wir haben die Woche hart trainiert, das hat man im ersten Spiel schon gemerkt“, resümierte Jörg Ecker, der Trainer des TVH. „Das Ausscheiden ist für uns aber nicht dramatisch. Für uns liegt der Fokus auf dem Klassenverbleib in der Oberliga.“ Dort liegt sein Team derzeit auf Platz 15.

Die Handballfreunde Illtal hatten unterdessen bei ihren zwei deutlichen Siegen, einem 26:15 gegen Saarlouis und einem 24:8 gegen St. Ingbert, nichts anbrennen lassen. Blieb nur noch die Frage offen: Wer sollte den Zebras ins Finale folgen? Die Entscheidung fiel im Duell der Saarlandligisten. Auf dem Papier war die SGH als Vierter der Saarlandliga und 33:25-Sieger im Aufeinandertreffen in der Liga stärker einzuschätzen. Auf dem Feld war von einem Leistungsunterschied aber nichts zu sehen. Keine Mannschaft konnte sich in der Partie mit mehr als zwei Toren absetzen. Die Entscheidung fiel im letzten Angriff, in dem der Saarlouiser Rückraumspieler Lars Scholly in Ballbesitz kam und drei Sekunden vor Schluss die Kugel zum 19:18 im Tor versenkte. Es war der Schlusspunkt einer umkämpften Partie und der Todesstoß für St. Ingbert. Die U 23 der HG Saarlouis feierte den ersten Finaleinzug seit fünf Jahren hingegen wie den Turniersieg. Die Mannschaft von Trainer Mathias Ecker und Spielmacher Daniel Altmeyer untermauerte damit gleichzeitig ihren jüngsten Aufwärtstrend.

An Überraschungen sollte es das gewesen sein. Das zweite Turnier, das tags darauf in der Sporthalle Diefflen vor mehr als 250 Zuschauern stattfand, verlief ohne spektakuläre Höhepunkte. Einzig der Ausrichter, Verbandsligist HC Dillingen/Diefflen II, kam im dritten Spiel des Tages einer Sensation kurz nahe, als er acht Minuten vor Spielende gegen die HSG Völklingen mit 11:12 den Anschluss hielt. Der Oberligist, der ohne Rückraumspieler Adrian Cristescu und Kreisläufer Nicholas Balthasar angetreten war, gewann das Spiel letzten Endes aber doch noch deutlich mit 17:12. Überzeugend war die Vorstellung aber nicht, was auch Trainer Berthold Kreuser missfiel. „Du kannst froh sein, dass du so ein Spiel im Endeffekt so hoch gewonnen hast“, meinte er und wies auf die hohe Belastung hin, die durch das direkt zuvor stattgefundene Spiel gegen die HF Illtal II (22:12-Sieg) zustande kam. „Wir müssen das Zusammenspiel noch intensivieren und schauen, dass der Ball schneller gespielt wird. Da haben wir noch nicht getan, was wir können.“ Die gesicherte Qualifikation für das Finalturnier bewertete er dennoch positiv. „Spiele gewonnen, Ziel erreicht. Zur Vorbereitung auf das Liga-Spiel gegen die HSG Eckbachtal war das Turnier der Idealfall.“

Da die HF Illtal II im gesamten Turnier zu viele Eigenfehler produzierten und sich unter Wert verkauften, hatten die Favoriten insgesamt leichtes Spiel. Neben der HSG Völklingen qualifizierte sich Saarlandliga-Tabellenführer HSV Merzig/Hilbringen für die Endspiele an Ostermontag in der Joachim-Deckarm-Halle in Saarbrücken. Der HSV besiegte neben Illtal den HC Dillingen/Diefflen mit 23:10 und musste sich nur im letzten Spiel Völklingen knapp mit 10:11 geschlagen geben. Damit steht mit den HF Illtal nur eine Mannschaft im Final-Four-Turnier, die schon im vergangenen Jahr um den Titel kämpfte.