1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Homburg

Gymnasien in Homburg rüsten sich für Abitur und Rückkehr der Elftklässler

Abschlussjahrgänge vor Rückkehr in Schulen : Noch vieles ist unklar vor dem geplanten Schulstart am 4. Mai

Die Gymnasien rüsten sich für die Abschlussjahrgänge und warten noch auf Vorgaben. An vielen Stellen wurde bereits vorgesorgt.

In Zeiten von Corona kommt eine ganz besondere Verantwortung auf die Schulleitungen zu, die  nicht nur auf die ihnen anvertrauten Schüler aufpassen, sondern auch Sorge dafür tragen müssen, dass Risiko-Personen innerhalb der Lehrerschaft nicht zu Schaden kommen. „Das ist der Spagat den wir derzeit leisten müssen“, sagt Jürgen Mathieu, Leiter des Saarpfalz-Gymnasiums. Er trage Verantwortung für das Kollegium und für die Schüler. Dafür hat er noch keine konkreten Vorgaben, „am Mittwoch ist Schulleiter-Dienstbesprechung im Bildungsministerium“, sagt er, „dann wissen wir mehr.“

Zum Beispiel, dass das Deutsch-Abitur womöglich vor dem 25. Mai stattfinden soll, „darüber sind Eltern und Schüler informiert worden, die Schulleitungen noch nicht.“  Mit den Hygienemaßnahmen gibt es am Saarpfalz-Gymnasium keine Probleme, die seien schon vor der Schulschließung eingehalten worden: Überall Waschbecken, Seife, Desinfektionsmittel. Auch für das Abitur selbst sieht Mathieu keine Schwierigkeiten: „Die neue Aula ist so groß, da können wir Abstände garantieren, die noch über zwei Meter hinausgehen.“

Ohnehin sei das Abitur für ihn nicht das Hauptproblem, „auch wenn das manche so sehen. Aber unterm Strich haben die Schüler so gut wie nichts versäumt, und bei den Prüfungen können alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden.“ Kopfzerbrechen bereite ihm vielmehr der normale Unterricht der unteren Klassen, der nun wochenlang ausgefallen sei. Und die Tücken des Altbaus. Der Charme der „guten alten Schule“, den das Saarpfalz-Gymnasium verströmt, wird beim Treppenhaus zum Verhängnis: „Es ist im Altbau nur 1,20 Meter breit. Da kann ich nicht Hunderte von Schülern hoch und runter rennen lassen. Da müssen wir uns was einfallen lassen.“ Im übrigen hat Jürgen Mathieu fast schon hellseherische Fähigkeiten, denn er hat kommen sehen, dass die großen Ferien womöglich verkürzt werden könnten: „Es ist der einzige Puffer, den wir haben.“ Einige Oberstufen-Schüler hätten schon signalisiert, freiwillig ein Schuljahr wiederholen zu wollen, komme es zu allzu großen Wissenslücken.  Zumal an der Uni keine Rücksicht darauf genommen würde, ob man „Generation Corona“ sei, „das Wissen, das man im Studium erwerben muss, bleibt absolut“, so Mathieu, „da gibt es keinen Corona-Bonus“.

Oliver Schales, Schulleiter des Homburger Gymnasiums Johanneum, sieht seine Schule auch was die räumlichen Möglichkeiten angeht, gut aufgestellt. Das Johanneum sei eine Campusschule mit Außengelände, habe relativ große Gebäude. „Das bekommen wir hin“, betont er angesichts der überall gebotenen Abstandsregeln. Auch beim Personal sieht er die Schule gerüstet. Als man etwa die Notbetreuung sicherstellen musste, hätten sich 34 Kolleginnen und Kollegen freiwillig gemeldet. Auch wenn diese bislang nur wenig genutzt worden sei, rechnet er in den kommenden Wochen mit mehr Bedarf gerade bei den jüngeren Schülern, sofern die Schulschließung länger bestehen bleibe.

Noch gebe es aber keine genauen Vorgaben. Er wisse derzeit aus den Medien, dass es ab 4. Mai weitergehen soll, sagte Schales am Montagmorgen, an dem er noch auf ein Rundschreiben aus Saarbrücken mit weiteren Vorgaben wartete. Auch ein Hygieneplan lag Stand Montagmittag noch nicht vor. Allerdings habe man das, was einem der normale Menschenverstand vorgebe, am Johanneum bereits umgesetzt oder sei dabei, erläuterte er. Es sei beispielsweise eine Kooperation mit einer Apotheke eingegangen worden, sodass Desinfektionsmittel zur Verfügung stehe. Auch passende Spender seien aufgestellt worden. Beispiele für weitere Maßnahmen: Die Schule sei gerade dabei, alle Schüler- und Lehrertoiletten mit Warmwasserboilern auszustatten, eine Reinigungsfirma sei informiert, die Räume vor der Schulöffnung zu desinfizieren. Zudem würden Arbeiten, die sonst in den Sommerferien erledigt würden, vorgezogen. Das Wichtigste ist für Schales aber, mit den Abiturienten zu kommunizieren, Gerüchte, die aufkommen, zu zerstreuen, zu informieren und dafür zu sorgen, dass die Schüler motiviert bleiben. Und er erinnert daran, dass es die jetzigen Elftklässler sind, die man besonders im Auge behalten müsse: Für sie sei das Halbjahr für das Abitur im kommenden Jahr relevant.