Gutes Essen hebt die Stimmung

Homburg. In seine Töpfe ließ uns Bernhard Wacker, Küchenleiter der Küche des Homburger Universitätsklinikums, nicht blicken. Aber nicht, weil er nicht wollte, sondern schlichtweg deswegen, weil Töpfe keine Türen haben

Homburg. In seine Töpfe ließ uns Bernhard Wacker, Küchenleiter der Küche des Homburger Universitätsklinikums, nicht blicken. Aber nicht, weil er nicht wollte, sondern schlichtweg deswegen, weil Töpfe keine Türen haben. Hinter eben solche blicken wir aber in unserer Serie "Der Advent öffnet Türen" - um Eindrücke von Orten zu ermöglichen, die sonst so der Öffentlichkeit eher verborgen bleiben.

Und was würde im Falle der Kombination "Bernhard Wacker und Weihnachten" besser passen, als einmal in die großen Kühlräume der Großküche im Gebäude 32 zu blicken - immerhin ist die Zeit um den 24. Dezember auch die Zeit der feinen Kost.

Was steht also auf dem Speiseplan, am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag? Da muss Wacker im Gespräch mit unserer Zeitung nicht lange überlegen. "Zum Beispiel geschmorte Hirschkeule am 25. Dezember oder auch Schweinelendchen an leichter Gorgonzola-Sauce am 26. Dezember." Und mit diesen beiden Lecker-Schmecker-Weihnachtsgerichten nennt Wacker nur einen Teil dessen, was die Küche rund ums große Fest zu bieten hat. Grundsätzlich, so der gebürtige Badener solle sich das Essen an diesen Tagen "vom täglichen Angebot abheben. Das ist ja ganz logisch." Gefragt, ob man sich zwischen Weihnachten und Neujahr besondere Überlegungen zur Verköstigung von Patienten und Personal machen würde, verneint Wacker - und macht dann auch klar, warum: "Wir machen uns an 365 Tagen im Jahr Gedanken darüber, dass zum einen die Patienten in einer besonderen und oft schwierigen Situation sind. Zum anderen wollen wir ein Essen servieren, das viele Geschmäcker abdeckt. Deswegen bieten wir auch vier Menüs an."

Dabei sei die Sicht auf den Patienten in seiner nicht einfachen Lage auch immer Gegenstand der Arbeit. "Wir kochen hier so, wie wir es selbst gerne hätten, pünktlich und geschmackvoll. Dies entspricht auch dem Leitbild des Universitätsklinikums. Und so soll es sein."

Die tägliche Arbeit und Leistung seines 130-köpfigen Teams ordnet Wacker dementsprechend auch nicht zu gering ein. "Natürlich liegt der Fokus hier am Universitätsklinikum auf der medizinischen und pflegerischen Betreuung. Das ist ganz klar. Aber an zweiter Stelle ist es eben die Versorgung mit Essen, die jeden Patient betrifft." Und getreu der eisernen Regel an Bord eines Schiffes, dass es ohne einen tauglichen Smutje in der Kombüse schlichtweg nicht geht, ist auch die Güte der Versorgung mit gutem Essen entscheidend für die Stimmung der Patienten. Wacker: "Wir müssen jeden Tag schauen, dass es läuft. Und das gelingt uns glücklicherweise auch immer."