Gutes aus beiden Welten

Homburg · Noch bis zum 12. Oktober zeigt die gebürtige Homburgerin Brunhilde Gierend ihre Bilder in der Galerie im Saalbau. Eine Kunst, auf die man sich einlassen muss, um das Wechselspiel zu genießen.

 Die Minuten vor dem offiziellen Beginn der Vernissage am Montag nutzten Kuratorin Françoise Mathis-Sandmayer (links) und Künstlerin Brunhilde Gierend zum Austausch über die Ausstellung „Im Wechselspiel“. Foto: Thorsten Wolf

Die Minuten vor dem offiziellen Beginn der Vernissage am Montag nutzten Kuratorin Françoise Mathis-Sandmayer (links) und Künstlerin Brunhilde Gierend zum Austausch über die Ausstellung „Im Wechselspiel“. Foto: Thorsten Wolf

Foto: Thorsten Wolf

Wer die derzeit in Saalbau-Galerie präsentierte Ausstellung von Arbeiten der in Homburg geborenen Künstlerin Brunhilde Gierend besucht, wird vieles entdecken - aber keine Langweile. Ist es nun abstrakt, was Gierend zeigt? Ist es gegenständlich? Beides ist es - und das im besten Sinne und als Konzentrat des Guten aus beiden Welten. Gierend lässt den Betrachter nicht alleine, gibt ihm mit Titeln einen Wink in die Richtung ihrer Intension. Gierends Arbeiten sind griffig und intellektuell, ohne sich dabei abgehoben-verklausuliert einer Deutung zu entziehen. Gierend macht Spaß. Und ein Spaß es ist auch, sich mit der quirligen Künstlerin zu unterhalten. So am Montag, als eine Vernissage, musikalische gestaltet von Yannick Streibert am Klavier, die Ausstellung "Im Wechselspiel" offiziell eröffnete.

Im Gespräch gab Gierend Einblicke in ihre nicht unbedingt üblichen Wege von der Idee hin zum fertigen Werk. "Als Künstler geht man ja mit offenen Augen durch die Welt. Und das wirkt bei mir ein bisschen so wie ein Sammelbecken: Ich nehme ganz viel auf ganz unterschiedliche Art auf. Ich mache Notizen, fotografiere Makros und vieles mehr." In ihrem Atelier habe sie, gespeist aus diesen konservierten Eindrücken, ein Archiv, "nach Themen geordnet. Später dann, nach Lust und Laune und wenn mich irgendetwas bewegt, dann öffne ich dieses Schatzkästlein. Und dann werden meine Bilder eigentlich gebaut". Dabei habe sie kein festes Bild im Kopf, sonder "nur" eine Idee zu einem bestimmten Thema, das sie bewege. "Der Prozess des Entstehens ist für mich wichtig, alles ist im Fluss, es kommt zu einem Dialog mit dem Werk." Kann man da auch scheitern? Gierend bejahte. Es könne schon vorkommen, dass sie sechs Stunden an einem Bild arbeite und die Mühe am Ende nicht belohnt werde. Dass man sich mit den Jahren als Künstlerin mit allen Höhen und Tiefen im Schaffensprozess gut kennen lerne - auch das bejahte Gierend. "Man merkt schon, ob man auf dem falschen Weg ist. Und man kommt mitunter auch an seine eigenen Grenzen."

Die noch bin zum 12. Oktober in der Galerie im Kulturzentrum Saalbau zu sehenden Werke von Gierend beweisen nachdrücklich den hohen Gütegrad und Stellenwert der Künstlerin. Darauf verwiesen in ihren Reden Homburgs Kulturbeigeordneter Raimund Konrad und Kuratorin Françoise Mathis-Sandmaier. An die Gäste der Vernissage gewandt forderte sie dazu auf: "Lassen Sie sich auf die Kunst ein und erleben Sie selbst das Abenteuer im Wechselspiel".

Die Ausstellung "Im Wechselspiel" ist bis zum 12. Oktober zu sehen: Mittwoch bis Freitag von elf bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr sowie vor dem Theatergastspiel am 25. September und dem Meisterkonzert am 9. Oktober von 19 bis 20 Uhr.

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