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Guldenschlucht bei Einöd bleibt weiter gesperrt

Naherholungsziel zwischen Einöd und Zweibrücken : Guldenschlucht bleibt weiter gesperrt

Der Ortsrat Einöd fordert, die Stadt möge das Naherholungsziel schnell wieder öffnen. Möglichst günstig und einfach sollen Sicherungsmaßnahmen ausfallen. Ein Büro präsentierte auch Optionen. Doch etwas Entscheidendes wurde ausgeklammert.

„Die Guldenschlucht ist und bleibt ein schwieriges Thema“ – mit diesen Worten fasst Stadtsprecher Jürgen Kruthoff die Situation des touristischen Weges zwischen Einöd und Zweibrücken auch im vierten Jahr seiner Sperrung gut zusammen. Denn zwar ging es im Einöder Ortsrat unlängst um Möglichkeiten, wie man den Weg wieder öffnen könnte – und es gab auch einen Beschluss. Man wünscht sich von der Stadtverwaltung eine möglichst einfache und günstige, dafür schnell umsetzbare Variante. Doch wesentliche Hürden bleiben.

Zum Hintergrund: Seit Ende 2017 ist die Guldenschlucht nach einem Hangrutsch aus Sicherheitsgründen gesperrt. So lange geht das Ringen um Lösungen, die Schäden zu beseitigen und den Weg wieder gangbar zu machen. Hauptproblem ist das Geld, 30 000 Euro sind im Haushalt 2021 für die Guldenschlucht veranschlagt. Nun sollte das Ingenieurbüro Glaser im Auftrag des Homburger Bauamts vor den Einöder Ortsräten darstellen, wie der Weg durch die Guldenschlucht wiederhergestellt werden könnte. Dabei, so erklärt Jürgen Kruthoff, präsentierte der Ingenieur Matthias Ulmer zwei Varianten.

Eine sah vor, die nicht reparablen Geländer und Bauteile abzureißen, die absolut notwendigen Sicherungsmaßnahmen der restlichen Teile in Metall auszuführen. Das würde etwa 41 600 Euro brutto kosten. Bei der zweiten Variante würden über die erste hinaus auch alle defekten Teile abgerissen, dazu allerdings auch manches saniert, die wesentlichen Brücken, Treppen und Geländer neu gestaltet und als Metallvariante verbaut. Das käme mit 65 600 Euro etwas teurer. Das liege daran, dass beim Einbau von Metallelementen diese per Muskelkraft an den Ort des Einbaus gebracht werden müssten und nur wenig vormontiert werden könnten, erklärt Kruthoff. Transport und Aufbau schlügen also verstärkt zu Buche. Für eine Ausführung in Metall spreche eine deutlich längere Haltbarkeit in der Schlucht. Auch aktuell sind die Holzkonstruktionen marode, aber nicht die verbauten Stahlteile. Schließlich habe Ulmer auch eine reduzierte Variante ins Spiel gebracht, die die Stadt noch günstiger käme: Dabei würden die maroden Teile nicht durch eine Fremdfirma, sondern durch Stadtmitarbeiter oder Ehrenamtler aus dem Ort durchgeführt werden. Und man könnte einen Teil der Geländer auch ersatzlos entfernen. Das würde die Unterhaltskosten reduzieren, man müsste die Wanderer allerdings via Schilder darauf hinweisen, dass sie den Weg künftig auf eigenes Risiko betreten.

Was Kruthoff betont: „Die Varianten und das Vorgehen wurden in erster Linie auf ihre Kosten hin betrachtet und dargestellt. Eine rechtliche Würdigung eines solchen Vorgehens gehörte nicht zur Untersuchung.“ Wichtig sei, das aufgebaute Einrichtungen belastbar und sicher sein müssten und auch regelmäßig zu warten seien. Heißt: Stehen dort Geländer, müssen sie auch standsicher sein, weil die Stadt sonst bei Unfällen haftet.

Schließlich präsentiert Kruthoff noch das dicke „Aber“: Selbst wenn die Stadt die günstigste dieser Varianten wählen und auf einige Geländer verzichten, Vereine und Helfer emsig mit anpacken würden – näher ist man der Öffnung der Schlucht nicht. Denn was es kostet, den Hangrutsch und einen instabilen Felsen – letztlich ja die Ursachen für die Sperrung seit 2017 – zu entfernen, das sei bei der Untersuchung des Büro Glasers ausgeklammert gewesen. Dort sei es nur um Zusatzkosten gegangen, wenn man die sicherheitsrelevanten Haupthürden beseitigt hat.

Und für die Stadt würde es teuer, Hangrutsch und Wackel-Fels so zu sichern, dass der Weg wieder freigegeben werden könnte. Das war“ bereits Inhalt einer früheren Ausschreibung, die aufgrund einer deutlichen Kostenüberschreitung aufgehoben worden ist“, erinnert Kruthoff. Es hätte 70 Prozent mehr kosten sollen als veranschlagt. „Insofern wird uns der Beschluss des Ortsrats Einöd, selbst wenn dieser umgesetzt werden würde, nicht endgültig weiter helfen, denn es bliebe immer noch die Aufgabe, den Hangrutsch und den Felsen zu sichern.“ Die Verwaltung hatte die Kosten dafür mit 100 000 Euro kalkuliert. Eventuell ließe sich das eine oder andere Problem auch durch eine Verlagerung der Wegführung „umgehen“, sagt Kruthoff.

Ein solches Konzept war schon Thema im ständigen Vergabeausschuss letzten Oktober. Da wurde angeregt, den westlich der Guldenschlucht verlaufenden Waldweg als Erkundungsweg für die Schlucht umzugestalten. Von dem Waldweg aus solle von mehreren Stellen ein ungehinderter Blick auf die Schlucht ermöglicht werden. Denkbar sei, dort, wo es topographisch gegeben ist, den Weg auch etwas näher an die Schlucht heranzuführen und damit das naturnahe Erleben zu stärken, hieß es damals. Auch sei an einer Stelle eine Überquerung möglich: als „Highlight“ könnte eine kleine Hängebrücke dienen. Denkbar wäre ferner am Wald-Weg die Aufstellung eines kleinen Pavillons, der von den Wanderern zur Rast genutzt werden könnte. Flankiert werden könnte das alles von Infotafeln etwa über die Entstehung derartiger Schluchten im Buntsandstein, über Schluchtwälder allgemein sowie über die hier in der Guldenschlucht vorkommenden Pflanzen- und Tierarten. Der Einöder Rat hatte diese Idee aber voll und ganz abgelehnt.

 Die Schäden an den Holzgeländern in der Guldenschlucht hielt der Ortsvorsteher mit der Kamera fest.
Die Schäden an den Holzgeländern in der Guldenschlucht hielt der Ortsvorsteher mit der Kamera fest. Foto: Karl Schuberth

Einöds Ortsvorsteher Karl Schuberth (SPD) hatte im Gespräch mit unserer Zeitung vorgeschlagen, einen Klettersteig durch die Schlucht auszuweisen. Dazu könne man die vorhandenen Metallelemente nutzen und an anderer Stelle ein Seil spannen. Dann müsse keine absolute Verkehrssicherung erfolgen. Es würde kein sehr schwieriger Klettersteig entstehen, aber man könne so doch einen Großteil der Vorschriften umgehen und mit einfacher Art verändern. Auch ihm ist klar, dass die Wiederherstellung des Weges durch die Schlucht oder das Herrichten eines Weges oberhalb der Schlucht samt Aussichtsplattform teuer würden.