Grundschulen bald Kreissache?

Kreise sind für die weiterführenden Schulen zuständig, Städte und Gemeinden für die Grundschulen. Das könnte sich bald ändert – zumindest wenn es nach dem Wunsch des Saarpfalz-Landrats geht.

Vor einigen Wochen schaffte es die Grundschule Einöd nicht zum ersten Mal an prominenter Stelle in unsere Zeitung. Und nicht zum ersten Mal war es der bauliche Zustand, der die Gemüter erhitzte (wir berichteten). Der wird die Stadt Homburg nun so manchen Euro kosten. Es ist somit nicht nur eine Binsenweisheit: Wer als Schulträger für Schulen zuständig ist, der muss für die so genannten Sachkosten und die Infrastruktur mitunter ordentlich in die Tasche greifen, dazu kommen die Aufwendungen für die Verwaltung.

Was wäre aber, wenn, wie im Falle der Grundschulen , gar nicht mehr die Städte und Gemeinden verantwortlich wären, sondern der Kreis? Der ist bislang Schulträger der weiterführenden Schulen, sprich der staatlichen Gymnasien und Gemeinschaftsschulen. Homburger Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD ) hatte diese Möglichkeit jüngst angedeutet. Für Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo wäre es nur folgerichtig, wenn der Saarpfalz-Kreis auch die Verantwortung für die Grundschulen übernehmen würde. "Die Kommunen haben andere, schlechtere finanzielle Rahmenbedingungen als der Kreis. Das ist das eine." Das andere, so Gallo im Gespräch mit unserer Zeitung, sei das Thema Bildung grundsätzlich. "Und da würde es Sinn machen, wenn Investitionen in die Infrastruktur der Schulen aus einer Hand kämen. Denn es gibt aktuell zwangsläufig immer unterschiedliche Handhabungen zum gleichen Thema, die auf örtliche Unterschiede zurückgehen." Mit dem Kreis in der Verantwortung sei hingegen die Trägerschaft homogen gestaltet, "aus einem Guss. Und es würde auch bei den Schultypen keine Brüche geben".

Dass der Kreis dieses Mehr an Verantwortung finanziell stemmen könne, dessen war sich Gallo sicher. Allerdings sei dafür eine einheitliche Regelung für den ganzen Saarpfalz-Kreis notwendig. Und auch die finanzielle Ausstattung des Kreise müsse dann in diesem Bereich eine andere werden: "Wir müssten die Möglichkeit haben, umfangreicher finanzieren zu können. Und wir brauchen natürlich auch Personal, aber weniger als jetzt - wenn jede Kommune ihre eigene Schulverwaltung hat. Insofern haben wir da schon gute Einsparmöglichkeiten, insbesondere aber für die Bildungslandschaft wäre es besser, wenn die Trägerschaft homogener wäre". Nach einem möglichen Zeitziel gefragt, verdeutlichte Gallo, dass vor den anstehenden Landtagswahlen hier nichts mehr passieren werde. "Wir haben uns vorgenommen, danach das Thema aufzugreifen."

Seiten des Landrates hat damit ein Umzug der Zuständigkeiten für die Trägerschaft der Grundschulen von den Kommunen weg hin zum Saarpfalz-Kreis viele Vorteile - eine Sichtweise, die auch OB Schneidewind und sein Kirkeler Amtskollege Frank John (SPD ) teilen. Erster hatte sich schon positiv beim Neujahrsempfang der SPD geäußert. John machte auf Rückfrage unserer Zeitung klar, dass eine Abgabe der Verantwortung gerade bei den Investitionen an Grundschulen diese auf Sicht zukunftssicherer mache. Zwar gebe es derzeit in seiner Gemeinde keinen Investitionsstau. Sollte aber, als Beispiel genannt, die gebundene Ganztagsschule im Bereich der Grundschule kommen, dann sei eine Kommune wie Kirkel mit den eingeschränkten Finanzierungsmöglichkeiten kaum in die Lage, die damit verbundenen finanziellen Herausforderungen zu meistern.

In Bexbach stehe man, wie Bürgermeister Thomas Leis (SPD ) schilderte, dem Thema neutral gegenüber, man sehe hier angesichts der in den vergangenen Jahren gemachten Investitionen in die drei Schulstandorte am Höcherberg aktuell aber keinen Handlungsbedarf. "Deswegen wird das bei uns derzeit nicht diskutiert."