Grüne in Neunkirchen und Saarbrücken für die Erweiterung der Biosphäre

Neunkirchen und Saarbrücken dazu? : Grüne sind für die Erweiterung der Biosphäre

Derzeit wird darüber diskutiert, die südöstlichen Saarbrücker Stadtteile Ensheim, Eschringen und Bübingen in die Biosphäre Bliesgau miteinzubeziehen.

Bexbach denkt über einen Beitritt zur Biosphäre Bliesgau nach, was 2021 Wirklichkeit werden könnte. Derweil unterstützen die Grünen im Regionalverband Saarbrücken und im Saarpfalz-Kreis Bestrebungen, Saarbrücker Stadtteile in die Biosphäre einzugliedern.

„Die südöstlichen Saarbrücker Stadtteile wie Ensheim, Eschringen oder Bübingen gehören unter naturräumlichen Gesichtspunkten größtenteils zum Bliesgau. So existiert dort auf Muschelkalkböden die charakteristische Landschaft aus artenreichen Magerwiesen, wie insbesondere im Naturschutzgebiet Birzberg-Honigsack-Kappelberghang erkennbar. Ergänzt wird diese Landschaft durch wertvolle Waldgebiete, wie man sie im Naturschutzgebiet Woogbachtal findet“, sagt Barbara Meyer-Gluche, Kreisvorsitzende und Bewerberin um das Amt der Saarbrücker Oberbürgermeisterin.

Auch der Saarbrücker Kreisvorsitzendende und Spitzenkandidat der Grünen für die Regionalversammlung, Patrick Ginsbach, machte deutlich, dass eine nachhaltige Regionalentwicklung durch das Biosphärenreservat nicht weiter an politischen Grenzen enden dürfe. Meyer-Gluche und Ginsbach betonen: „Die Regionalentwicklung darf nicht an einer politisch gezogenen Stadtgrenze enden, sondern muss ganzheitlich betrachtet werden. Daher sollten auch die südöstlichen Saarbrücker Stadtteile miteinbezogen werden. Homburg macht mit seinen südlichen Stadteilen vor, dass dies geht.”

Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen Saarpfalz unterstützt diese Forderung seit langem. Dazu erklärte der Kreisvorsitzende Rainer Keller (St. Ingbert): „Saarbrücken sollte den Sprung in die Biosphäre wagen.“ Das Ensheimer Gelösch, die Gegend um den Flughafen und um die Dorndorfhütte erfreuten sich bereits eines großen Zuspruches an Naturbegeisterten. Jedes Wochenende ziehe es Hunderte Spaziergänger, Radfahrer und Wanderer in dieses Gebiet.

Das Biosphärenreservat stehe als Modellregion für ein ausgeglichenes Zusammenleben von Mensch und Natur. Da biete es sich doch geradezu an, die Biosphäre auf Saarbrücker Gemarkung auszudehnen. „Wir benötigen neue Konzepte zur Belebung des ländlichen Raums. Der Mix aus der ,kleinen Großstadt Saarbrücken’ und der Nähe zum Biosphärenreservat mit den vielen bezaubernden Gemeinden macht den Charme unserer Region aus, stellt eine lebendige Verknüpfung von urbanem und ländlichem Lebensraum dar und passt damit voll und ganz in die Konzeption der Biosphäre“, erklärt Keller.

Die Neunkircher Grünen sprechen sich derweil dafür aus, die Bliesgebiete östlich von Wellesweiler sowie den südlichen Wald in Richtung Kirkel rund um Eschweilerhof mit in das Biosphärenreservat Bliesgau aufzunehmen.

Wie im Falle Homburgs, bei dem das südliche Stadtgebiet Teil des Biosphärenreservats wurde, sei es naheliegend, die natürliche Fortsetzung des Bliesgaus und des Kirkeler Waldes auf Neunkircher Stadtgebiet mit einzubeziehen.

Die Ortsverbandsvorsitzende Tina Schöpfer erklärt zu diesem Thema: „Die Neunkircher Bliesgebiete wie auch der Wald zwischen Neunkirchen und Kirkel stellen die natürliche Fortsetzung des Biosphärenreservats Bliesgau dar. Die Einbeziehung dieses Teils Neunkirchens in das Biosphärenreservat wäre sowohl für Neunkirchen als auch für das Biosphärenreservat ein Gewinn.“

Biosphärenreservate, so meint Schöpfer, seien „einheitlich zu schützende und zu entwickelnde Gebiete“, die großräumig und für bestimmte Landschaftstypen charakteristisch seien. Der Lauf der Blies hinter Wellesweiler sowie der Wald rund um Eschweilerhof seien Bestandteil dieses einheitlichen Naturraumes.

Schöpfer erklärt: „Das Biosphärenreservat darf nicht an politischen Grenzen enden, sondern muss ganzheitlich betrachtet werden. Die Einbeziehung der Gemeinde Kleinblittersdorf im Regionalverband Saarbrücken wie auch des südlichen Homburger Stadtgebietes haben das Biosphärenreservat bereichert. Wir wollen, dass künftig auch Neunkircher Gebiete dabei sind.“

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