Alte Exemplare sollen an die Grünen gemeldet werden Schutz für alte Bäume: Bürger sollen dabei helfen

Homburg · Es sorgte im vergangenen Jahr für ziemliche Aufregung, als fünf über 100 Jahre alten Bäume vor der Kirche St. Andreas in Erbach einem neuen Gemeindezentrum weichen sollten. Nach Protesten kam es aber nicht so weit.

 Um diese alten Bäume vor St. Andreas in Erbach ging es im Jahr 2022, sie wurden aber letztlich nicht gefällt.

Um diese alten Bäume vor St. Andreas in Erbach ging es im Jahr 2022, sie wurden aber letztlich nicht gefällt.

Foto: Thorsten Wolf

Dies zeigte jedoch, wie emotional für viele Menschen dieses Thema allgemein ist. Bereits im September hatte die Fraktion der Grünen im Bauausschuss der Stadt einen Antrag zur Ausweisung alter, wertvoller Bäume als Naturdenkmäler gestellt. Dieser sei sehr positiv aufgenommen worden, berichten sie.

„Es gibt zwar eine Baumsatzung aus dem Jahr 2009, jedoch ist es nötig, dass zu schützende Bäume katalogisiert werden und in einer Anhangliste geführt werden“, so erklärt es der Fraktionsvorsitzende der Partei, Marc Piazolo. In der Vergangenheit sei es mehrfach dazu gekommen, „dass gesunde Bäume, die ein hohes Alter hatten, gefällt wurden“, ergänzt Winfried Anslinger, Co-Sprecher des Homburger Grünen-Stadtverbands. Und er verweist auf das saarländische sowie das Bundes-Naturschutzgesetz. Nach diesen sei es wichtig, dass die Gemeinden Naturdenkmale „gesondert ausweisen und deren Erhaltung durch Satzung sicherstellen“. Nach Meinung der Grünen muss daher die in Homburg bestehende Satzung diesbezüglich dringend überarbeitet werden. Sie schlagen daher vor, „bei allen Bäumen im bebauten Bereich, die ein Alter von mindestens 100 Jahren aufweisen und gesund sind, die Möglichkeit eines Schutzstatus zu prüfen“. Diese sollten dann markiert und durch eine besondere Satzung geschützt werden, erläutern sie.

Katrin Lauer, Co-Sprecherin der Homburger Grünen, ergänzt: „Wir haben im Zusammenhang mit der Planung des neuen Gemeindehauses und der damit verbundenen beabsichtigten Fällung der alten Bäume vor der St.-Andreas-Kirche hautnah erfahren, wie wichtig solch eine Ausweisung“ sei, genauso wie deren „Widmung als Naturdenkmäler“. Zum Glück habe die Fällung der Bäume dort verhindert werden können. In diesem Fall sei es durch das Bewusstsein in der Bevölkerung, die Naturschutzverbände, durch viele Engagierte und letztlich die Bereitschaft der pfarrlichen Gremien zum Umdenken gekommen. Nach Meinung der Grünen ist es wichtig, dass Eigentümern und auch Anwohnern klar wird, welchen Wert solche Bäume haben.

„Sanierungsmaßnahmen“, also größere und notwendige Eingriffe, um Bäume zu erhalten, können bekanntlich ins Geld gehen. Diese Arbeiten könnten durch Spenden und Zuschüsse von dritter Seite – zum Beispiel durch Patenschaften – getragen oder zumindest mitfinanziert werden, schlagen die Grünen vor.

Da „in der Stadtverwaltung in diesem Sektor durch Personalengpässe eine Katalogisierung alter Bäume weder kurz- noch mittelfristig möglich“ sei, wollen die Grünen hier nun helfen. Daher rufen sie alle Homburger dazu auf, Bäume, die ein hohes Alter erreicht haben und daher in die Kategorie „schützenswert“ fallen, an sie zu melden. Man sollte ein Foto des Baums mitschicken sowie die Adresse und den möglichst genauem Standort mitteilen.

Senden kann man dies an: Katrin Lauer, E-Mail: beeden.lauer@t-online.de, Tel. (0151) 44 35 62 68.

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