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Brand
Schwarze Rauchwolken über Homburg

 Die schwarzen Rauchschwaden waren weithin zu sehen, hier von der Homburger Innenstadt aus.
Die schwarzen Rauchschwaden waren weithin zu sehen, hier von der Homburger Innenstadt aus. FOTO: Stefan Reichhart/Feuerwehr
Homburg. Keine Verletzten bei Großbrand im Industriegebiet. Einsatzkräfte aus der ganzen Region waren im Einsatz. Von Peter Neuheisel

Großfeuer im Homburger Industriegebiet. Kurz nach 15.30 Uhr brach in einer Werkshalle hinter der Mainzer Straße im Industriegebiet West das Feuer aus. Schwarze Rauchwolken stiegen Hunderte von Metern hoch Richtung Himmel auf. Mehrere Feuerwehren aus dem gesamten Saarpfalz-Kreis, aus Neunkirchen und aus Waldmohr waren über Stunden im Einsatz. Trotz der spektakulären und teils dramatischen Bilder der Rauchentwicklung gab es nach ersten Informationen keine Verletzten.


Bei dem betroffenen Unternehmen handelt es sich um eine kleine Firma, die vor drei Jahren von Mannheim nach Homburg umgezogen ist und dort Kunststoffgranulat herstellt beziehungsweise recycelt. Es handelt sich dabei vorwiegend um Polyurethan, das zu Pulver verarbeitet wird.

Das Feuer war nach ersten Erkenntnissen in einem Container ausgebrochen und griff schnell auf das gesamte Firmengebäude über. Aufgrund der ungewissen Gefahrenlage informierte die Polizei die Anwohner sofort, die Fenster geschlossen zu halten. Außerdem sollten sie die Klima- und Lüftungsanlagen in ihren Wohnungen ausschalten. Das galt auch für die angrenzenden Firmen. Um sicher zu gehen, dass auch alle die Warnungen mitbekamen, gingen Polizeibeamte durch die umliegenden Straßen und informierten die Bürger persönlich.



Brand im Industriegebiet in Homburg FOTO: dpa / Becker & Bredel

Eine Sondereinheit des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz (Lua) wurde sofort von der Homburger Polizei alarmiert, damit alle Beteiligten schnell über die Gefahrenlage und vor allem über die Auswirkungen der Gefahrenstoffe ins Bild gesetzt werden konnten. Außerdem im Einsatz waren das Technische Hilfswerk (THW), das Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst sowie mehrere Notarztteams. 

Erstmals bei einem größeren Einsatz dabei: die neu gebildete Sondereinheit Katastrophenschutz des Saarpfalz-Kreises. Die unmittelbare Nachbarschaft des betroffenen Unternehmens musste evakuiert werden. Es handelte sich dabei um etwa 20 Personen. Trotz der dichten Rauchentwicklung konnte aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse der Experten teilweise Entwarnung gegeben werden. Bei den frei gesetzten Stoffen handelte es sich um Kunststoffverbindungen.

Die Feuerwehrleute waren von Beginn an mit schwerem Atemschutz dabei, um zu verhindern, dass die Flammen auf Nachbargebäude übergreifen konnten. „Wir hatten auch unter anderem damit zu kämpfen, dass durch den Brand die Seitenmauern des Firmengebäude nicht einstürzten“, erklärte ein Feuermann gegenüber unserer Zeitung die Situation. Auch zwei Stunden nach Ausbruch des Feuers war dieses noch nicht vollständig unter Kontrolle.

Wehrführer Peter Nashan von der Homburger Feuerwehr monierte kurz vor 18 Uhr, dass seine Leute immer noch nicht ins Gebäude gelangen konnten. Eine halbe Stunde später hatten die Wehrleute die Situation aber so weit im Griff, dass die Flammen nicht mehr übergreifen konnten. Doch war das Feuer bis zum Abend immer noch nicht gelöscht, so dass eine Gruppe Feuerwehrleute die ganze Nacht über vor Ort bleiben musste.

Die Rauchentwicklung war laut Feuerwehr  für die umliegenden Orte ein weit geringeres Problem als zunächst befürchtet, weil der Qualm quasi senkrecht in den Himmel stieg. Allerdings sei es problematisch, dass die Rauchsäule in Richtung Kaiserslautern abziehe und dort heruntergehe, so die Feuerwehr weiter, deshalb müsse gemessen werden, ob für die dortigen Bewohner eine Gesundheitsgefährdung vorliege.  Von pfälzischer Seite kam dann gegen Abend Entwarnung: Aufgrund der Wetterlage habe sich die Rauchwolke verflüchtigt.

Homburgs Bürgermeister Michael Forster verschaffte sich vor Ort ein Bild der Lage und vom Einsatz seiner Wehr. Er bedankte sich insbesondere bei allen Kräften für ihren „erstklassigen Einsatz“.

 Die Rauchwolke aus dem Homburger Industriegebiet war auch im Umland deutlich zu sehen, wie hier in Limbach.
Die Rauchwolke aus dem Homburger Industriegebiet war auch im Umland deutlich zu sehen, wie hier in Limbach. FOTO: Thorsten Wolf