Großes Lob für Kreis-Jugendamt

Homburg · Um eine Präventionskette zu schaffen, die möglichst früh Kindern und Familien Hilfe anbietet, braucht es viele Einzelmaßnahmen an verschiedenen Stellen. Dabei machen diverse Träger mit. Die Mammutaufgabe, dies auch zu bündeln, stellte Kreis-Jugendamtschef Klaus Guido Ruffing gestern vor.

Es ist schon seit langem ein Anliegen des Kreis-Jugendamtes, möglichst früh für Kinder und Familien da zu sein, zu fördern und zu helfen. Wenn es um Prävention geht, dann sei das Kreis-Jugendamt gut aufgestellt, habe gute Mitarbeiter, sagte gestern Amtsleiter Klaus Guido Ruffing. Allerdings: "Wir tun zwar alles Mögliche", dennoch gebe es keine hundertprozentige Garantie, dass ein Kind nicht zu Schaden komme.

Dass das, was sie tun, eine hohe Qualität hat und sehr umfassend greift, haben sie nun im Amt auch schriftlich. In einem Gutachten von Professor Detlef Krüger von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg wurde dem Jugendamt des Saarpfalz-Kreises bescheinigt mit den Fachkräften über "exzellentes fachliches Potential im Bereich präventiver Aufgaben" zu verfügen. Insgesamt sei durch die Intensität der Angebote für Familien, Eltern und Kinder im Kreis "ein sehr hohes fachliches Niveau erreicht worden", und die Arbeit könne im Jugendamts-Vergleich in Deutschland als "herausragend" gelten. Entstanden ist diese Bewertung vor dem Hintergrund des Bundesprogramms "Elternchance ist Kinderchance", bei dem das Amt dabei war, wie Ruffing weiter erläuterte. Darüber sei im Kreis zunächst eine Ausbildung als Elternbegleiter gelaufen, über 20 Leute, Mitarbeiter aus Kindertagesstätten und der Jugendhilfe , hätten mitgemacht. Diese Begleiter sollen Eltern im Familienalltag und bei Bildungsfragen beiseite stehen, denn insbesondere Eltern aus schwächeren sozialen Schichten sähen sich mit beträchtlichen Herausforderungen konfrontiert, heißt es dazu vom Bundesfamilienministerium. Anschließend, so Ruffing, habe man sich auf ein Zusatzmodul des Programms beworben, das über drei Jahre 10 000 Euro beinhaltete. Dabei seien zum Beispiel verschiedene Veranstaltungen gemacht worden, auch für Eltern . Was getan wurde, sei in Berichten dokumentiert worden - später eine der Grundlagen des Gutachtens.

Da es dem Ministerium auch um die besten Beispiele aus der Praxis gegangen sei, um Empfehlungen aussprechen zu können, wie man das am besten organisieren, die Kräfte am besten einsetzen könne, sei das Projekt des Saarpfalz-Kreises vorgestellt worden.

Ruffing ging näher auf dieses Netzwerk ein - und schon ein Blick auf das zusammenfassende Schaubild zeigte: Es ist keine einfache Sache, möglichst jeden zu erreichen. Von einem "unglaublichen Bündel an kleinteiligen Maßnahmen" sprach der designierte Landrat Theophil Gallo . "Wir haben eine sehr gut funktionierende Präventionskette, die es uns erlaubt, sehr früh Kontakt mit den Familien zu bekommen. Ruffing stellte diese Einzelelemente vor. Die reichen von den Familienhilfezentren - das in Homburg werde sehr gut angenommen, in Bexbach soll ein weiteres im Juni eröffnet werden - bis zu den Schoolworkern. Er hob besonders die Zusammenarbeit mit den mehr als 20 Trägern hervor und die enge Kooperation, etwa auch von Jugendhilfe und Schule. Dass sich das Kreis-Jugendamt gut positioniere, zeigten zudem Vergleichszahlen des Instituts für sozialpädagogische Forschung in Mainz. Ein Beispiel: Der Kreis weise bei den Inobhutnahmen - dabei werden ein Kind oder ein Jugendlicher in einer Notsituation vom Jugendamt vorläufig aufgenommen und untergebracht -, einen deutlich unterdurchschnittlichen Wert auf.

Gallo verwies generell auf die wichtige Rolle der Kreise auch im Hinblick auf die Qualität, die so gewährleistet werde. Als Scheindiskussion bezeichnete er den Vorwurf, die Kosten der Jugendhilfe seien zu hoch. 35 Millionen Euro betrage der Jugendhilfehaushalt pro Jahr, die größten Brocken sind die allgemeine Förderung der Familien und der Bereich Kita-Betreuung. Die Jugendhilfe sei unter dem Aspekt der Prävention eine sehr wichtige Ausgabe.