Fastnachtsabschluss : Der größte kleinste Faasenaachtsumzug

Groß und klein kommen am Fastnachtsdienstag traditionell in Altstadt auf ihre Kosten. Wer möchte, kann mitmachen.

In unserer Fastnachtsregion hat sich mit den Jahren einen Verschiebung in Sachen Feierlaune ergeben, vor allem auf der Zielgerade in Richtung Aschermittwoch. Früher war der Rosenmontag gerade in Homburg ein Termin, der zwischen wilden Faasebooze und Wahnsinn pendelte. Zeitweise glich die Innenstadt eher einer Krisenregion. Man reagierte seitens der Stadt, untersagte den Straßenausschank – und trocknete damit den Homburger Rosenmontag in der Innenstadt im wahrsten Sinne aus. Die Narren zogen sich in die Kneipen zurück. Dort wurde in der jüngeren Vergangenheit der Rosenmontag weitergefeiert, vor allem im Homburger Brauhaus, im „Marktgässje“ und im „Jank‘s“. Letzteres musste vor einiger Zeit schließen, damit reduzierte sich der Rosenmontag in dieser Session weiter.

Umso ruhiger es in Homburg wurde und wird, desto mehr entpuppte sich der Fastnachtsdienstag in Altstadt zu einem kleinen, aber feinen Finale der fünften Jahreszeit. Dort findet seit vielen Jahren der „kleinste größte Umzug“ in unserer Region statt. Das wirklich Bemerkenswerte: Hinter diesem Umzug steckt kein großer oder kleiner Karnevalsverein, sondern schlicht ein lockerer Zusammenschluss von Fastnachts-begeisterten, die unter der Schirmherrschaft von Ortsvorsteher Peter Voigt mit ihrem Zug durch Kirkels kleinsten Ortsteil vor allem auch den Anheizer für die Kinderfastnacht in der Hugo-Strobel-Halle machen. „Start ist wieder um 14.11 Uhr auf dem Parkplatz an der Reitanlage Körner. Dann geht es über die Homburger Straße, die Ortsstraße, die Dürerstraße zur Hugo-Strobel-Halle, wo auch in diesem Jahr wieder die Kinderfastnacht  stattfindet. Alle Vereine, Gruppen und Einzelpersonen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen“, so Peter Voigt. „Schön wäre es auch, wenn die Altstadter ihre Häuser entlang der Zugstrecke wieder schmücken würden, um unseren Besuchern von nah und fern ein tolles Bild zu bieten. Altstadt freut sich auf viele Teilnehmer und Besucher.“

Was macht nun den Altstadter Umzug so charmant? Vor allem natürlich das Engagement der Zugteilnehmer. In den vergangenen Jahren zeigten sich Vereine wie der TV Altstadt und auch FCK-Fanclub „Rote Teufel Saarpfalz“ als überaus kreativ und auch klar mit dem Willen, Aufwendiges auf Altstadts Straßen zu zaubern. Und gerade der FCK-Fanclub gab dem Umzug in den vergangenen Jahren immer wieder auch mit einem kleinen Prinzenpaar royalen Glanz. Bei all diesem Engagement muss man dabei eines immer wieder im Hinterkopf behalten: Eine Dachorganisation, wie bei anderen Umzügen in Bexbach, Blieskastel oder Neunkirchen, gibt es in Altstadt nicht. Alles ergibt sich mehr oder minder per Mundpropanda, wer tatsächlich beim Umzug mitläuft, das stellt sich mitunter erst am Tag selbst heraus. Mal sind es mehr Marschgruppen, mal sind es weniger – immer auch abhängig vom Wetter. Nun, das sieht am heutigen Fastnachtsdienstag nicht ganz so gut aus, auch heute soll es wieder ordentlich winden, samt möglicher Regenschauer. Doch im Gepräch mit unserer Zeitung machte Peter Voigt klar: „Der Umzug findet auf jeden Fall statt!“

Einen jetzt schon bekannten Wermutstropfen musste Voigt für 2019er Auflage des Altstadter Umzugs vermelden: Der FCK-Fanclub habe aufgrund eines Trauerfalls im Verein seine Teilnahme abgesagt, „was auch nachvollziehbar ist“, wie Peter Voigt gestern im Gespräch mit unsere Zeitung klar machte. An schon gesetzten Teilnehmern konnte Voigt vorbehaltlich schon mal die Landjugend und die Kindergärten vermelden, „und dann schauen wir mal, was noch so kommt.“ Es ist auch diese enstpannte Haltung, die den Zug seit Jahren ausmacht. Wer da ist, ist da, wer nicht, der eben nicht.

Und wie hat das Ganze eigentlich angefangen? Peter Voigt: „Das war ursprünglich eine Idee meines Vorgängers Rudi Enkler gemeinsam mit Heike Körner vom Reitstall Körner. Zuerst war es ein reiner Kinderumzug, mit ein paar Pferden.“ Daraus hat sich mit den Jahren eine Veranstaltung entwickelt, die inzwischen so etwas wie der formale Schlusspunkt der Session ist.

 In Altstadt geht es vor allem um „Spaß an der Freud‘“.
In Altstadt geht es vor allem um „Spaß an der Freud‘“. Foto: Thorsten Wolf

Bleibt nun letztlich abzuwarten, wie viele Gruppen sich in dieser Session am Fastnachtsdienstag in Altstadt auf den Weg machen werden. „Jeder, der sich im Zug engagieren will, ist jedenfalls herzlich willkommen und kann sich einfach ab 13.30 Uhr am Reitstall Körner in der Homburger Straße einfinden“, so Peter Voigt. „Und wenn es diesmal nicht so viele werden, dann wird es eben ein kleinerer Umzug. Aber wir sind ja sowieso der ‚größte kleine Faasenaachtsumzug‘ in der gesamten Region!“