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Grippe-Impfaktion VRED am Uniklinikum Homburg war ein voller Erfolg

Grippeschutz : Wie „Vred“ zum Vorsorge-Piks motiviert

Seine Mitarbeiter zur Grippeschutzimpfung bewegen: Was unabhängig davon auch Experten forderten, hat das Homburger Uniklinikum mit einer besonderen Marketingaktion umgesetzt: Anstatt 500 machten 1520 bei der Vorsorgemaßnahme mit.

5,6 Prozent der Lehrer und Kindergärtner litten im Saarland letzte Woche an Atemwegsinfekten. In der Industrie lag der Krankenstand laut saarländischem Gesundheitsministerium sogar bei 6,4, bei den Behörden bei 7,4 Prozent.  Wie das im medizinischen Bereich aussah, ist nicht angegeben. Doch klar ist: Gerade Ärzte haben viel mit (kranken) Menschen zu tun, laufen verstärkt Gefahr, sich Infekte wie die die Grippe einzufangen. Letztes Jahr waren auch die Angestellten des Homburger Uniklinikums stark gebeutelt, zahlreiche Mitarbeiter fielen aus, die Kollegen mussten entsprechend mehr arbeiten.

Dazu kam im vergangenen Herbst Kritik von Hygiene-Experten am allgemeinen Umgang saarländischer Kliniken mit Grippe-Impfungen des medizinischen Personals. Henning Adam, Sprecher des Berufsverbands der Hygieneinspektoren SaarLorLux hatte die Impfquote in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen des Landes auf „maximal 30 Prozent“ taxiert und bemerkt, nicht geimpfte Mitarbeiter seien für Risikopatienten eine zusätzliche Gefahrenquelle. An der Uniklinik beschritt man da bereits einen neuen Weg, initiiert von Professor Dr. Bernhard Schick, damaliger Ärztlicher Direktor. Im späten Frühjahr war eine Werbekampagne angelaufen, um die Teilnahmezahlen der betrieblichen Grippeschutzimpfung zu steigern.

„Neben dem Eigenschutz, der ja in einer medizinischen Umgebung immer sehr wichtig ist, schützt man auch die Patienten, die Kollegen und nicht zuletzt die eigene Familie zu Hause“, betont jetzt Professor Wolfgang Reith, Schicks Amtsnachfolger. Angesprochen werden sollten vor allem die Impf-Muffel unter dem Klinik-Personal. Denn bei der jedes Jahr von Betriebsärzten durchgeführten Grippeschutzimpfung hätten im Vorjahr rund 500 Beschäftigte mitgemacht, so die Leitende Betriebsärztin Christina Baum. Das liege auf einem Level mit anderen Universitätskliniken. Da sich einige auch beim Hausarzt impfen ließen, sei der Wert in Wahrheit weit höher. Ziel sei aber gewesen, die Zahl der internen Impfungen auf 800 zu erhöhen. Am Ende sagten sogar 1520 Mitarbeiter Ja zum Vorsorge-Piks.

Wie war das gelungen? Durch eine interne Marketing-Kampagne mit Maskottchen „Vred“ – ein Fell tragendes, blaues V mit großen Augen und spitzen Zähnen, das ein abstrahiertes Grippevirus symbolisierte. Der Clou der Kampagne sei der Auftakt gewesen, denn Vred sei ohne Ankündigung und Zusammenhang auf Plakaten im ganzen Gelände aufgetaucht. Die Angestellten hätten über den Hintergrund gerätselt. Bei der Auflösung habe das Klinikum auf die Botschaft gesetzt: „Die Influenza wird wieder kommen und mit der Grippeschutzimpfung kann man sich vor einer Erkrankung gut schützen.“ Außerdem, so die Klinik-Pressestelle, hätten sich Kollegen als Kampagnenbotschafter bereitgestellt und dem Thema auf Plakaten und Werbewänden ein konkretes, menschliches Gesicht gegeben.

Als letztes Highlight habe man unter dem Motto „Wer impft, gewinnt“ ein Gewinnspiel ausgerufen, an dem jeder Geimpfte teilnehmen konnte. Der Slogan stand somit auch für konkrete Preise. 60 habe man verteilt, wer was gewonnen habe, wurde erst bei der offiziellen Preisverleihung kundgetan. Es gab Ferienpark-Gutschein, Tablets, Pulsuhren, Fitnessarmbänder und Gutscheine.

„Die Menschen, die in der Vergangenheit regelmäßig zur Impfung gekommen sind und die Menschen, die in Zukunft regelmäßig zur Impfung kommen werden – das sind die Botschafter für die Grippeschutzimpfung. Denn sie zeigen: Die Influenza ist ein Gesundheitsrisiko, gegen das man sich mit der Impfung gut rüsten kann“, fasst Professor Reith den Erfolg zusammen.

Das ominöse Maskottchen Vred tauchte auf Plakaten überall auf dem Gelände des Uniklinikums auf und machte neugierig. Foto: Uniklinikum Homburg/Rüdiger Koop

Laut UKS-Sprecher Roger Motsch soll es auch weiterhin solche Kampagnen geben, ob mit Vred oder ohne, das sei noch unklar.