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Gesundheitsamt alarmiert wegen Masernfall in Homburg

Ansteckende Krankheit : Gesundheitsamt warnt vor Masern

Jetzt gibt es auch im Ostsaarland den ersten Masernfall. Das Gesundheitsamt des Saarpfalz-Kreises informiert aktuell, dass in einem Stadtteil von Homburg erstmals seit vielen Jahren wieder Masern bei einem Patienten festgestellt wurden.

Nach unseren Informationen ist der Fall in Kirrberg aufgetreten. Nach Angaben des Gesundheitsamtes des Saarpfalz-Kreises wurde am Dienstag, 4. Februar, bei einer erwachsenen Frau ein mit den Masern typischerweise einhergehender roter Hautausschlag festgestellt, auch Exanthem genannt.

Fünf Tage vorher und vier Tage nachher sei die Erkrankte ansteckend, hieß es weiter. Alle Kontakte der erkrankten Frau seien inzwischen ermittelt worden, auch außerhalb der Familie. Kontaktpersonen fanden sich in einem Kindergarten, in Arztpraxen und einer öffentlichen Veranstaltung mit etwa 60 Personen, heißt es weiter in der Mitteilung des Saarpfalz-Kreises.  Eine Ansteckung erfolge über Tröpfcheninfektion. Es genüge, wenn man sich in einem Zimmer aufhalte, in dem zwei Stunden vorher ein infektiöser Patient aufgehalten hat.

Nun mag man sich fragen, warum um Masern inzwischen so eine Aufregung entstanden ist, zumal es für die meisten älteren  Menschen völlig normal war, dass Kinder an Masern erkrankten, es war eine Kinderkrankheit und „da musste man durch“.

Doch die medizinischen Erkenntnisse bezüglich des Masern-Erregers sind heute viel detaillierter und geben Anlass zur Sorge. Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten beim Menschen überhaupt. Insgesamt sterben in Industrieländern etwa ein bis drei von 1000 an Masern erkrankte Menschen. Gerade bei Kindern unter fünf Jahren und Erwachsenen können Masern zu schweren Komplikationen führen.

Denn man hat herausgefunden, dass durch die Invasion des Masern-Virus eine vorübergehende Schwäche der Körperabwehr verursacht wird. Während dieser Phase, die etwa vier bis sechs Wochen dauert, kann es dadurch zu weiteren (sekundären) Infektionen kommen. Dazu zählen Ohren-, Darm- oder Lungeninfektionen,  im schlimmsten Fall auch eine Gehirnhautentzündung: In einem von 1000 bis 2000 Fällen kommt es laut Statistik zu einer solchen Enzephalitis.

Eine meist tödlich verlaufende Spätfolge der Masern ist die subakute sklerosierende Panenzephalitits (SSPE). Sie wird bei einem von 10 000 bis 100 000 Masernfällen beobachtet und tritt durchschnittlich etwa sieben Jahre nach einer akuten Maserninfektion auf. Dass diese Krankheit direkt auf die Masern zurückzuführen ist, lässt sich anhand von Einschlusskörperchen in speziellen Zellen des Gehirns feststellen, aus denen sich häufig Virusmutanten des Masernvirus nachweisen lassen. Kinder haben ein deutlich höheres Risiko an einer SSPE zu erkranken.

 Leider, so das Gesundheitsamt, gebe es viele Impflücken, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen, die die Gefahr unterschätzten. Deshalb habe Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auch das neue Masernschutzgesetz auf den Weg gebracht.

Das Gesundheitsamt des Saarpfalz-Kreises in Homburg ist am Samstag, 8. Februar von 10 bis 13 Uhr geöffnet, um Kontaktpersonen im bekannten Masernfall zu beraten.