„Geschichte zum Anfassen“ für deutsche und französische Schüler

Homburg · Mehr als 75 Jahre ist es her, dass ein britischer Bomber abgeschossen wurde und in ein Waldstück nahe Bruchhof-Sanddorf stürzte. Kürzlich wurde bekannt, dass an der Absturzstelle noch Flugzeugteile vorhanden sind. Aus diesem Anlass entstand jetzt ein Projekt.

 Begegnung am Volkstrauertag 2015 in Spichern (Frankreich) nach der Kranzniederlegung vor dem deutschen Ehrenmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs: Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums mit Sozialministerin Monika Bachmann (Dritte von links), Eberhard Jung (rechts) sowie Uwe Benkel mit Frau (hinten rechts) von der „Arbeitsgruppe Vermisstenforschung“. Foto: Jung/Saarpfalz-Gymnasium

Begegnung am Volkstrauertag 2015 in Spichern (Frankreich) nach der Kranzniederlegung vor dem deutschen Ehrenmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs: Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums mit Sozialministerin Monika Bachmann (Dritte von links), Eberhard Jung (rechts) sowie Uwe Benkel mit Frau (hinten rechts) von der „Arbeitsgruppe Vermisstenforschung“. Foto: Jung/Saarpfalz-Gymnasium

Foto: Jung/Saarpfalz-Gymnasium

Während der Luftangriffe auf Zweibrücken und Homburg in der Nacht vom 14. auf den 15. März 1945 wurde ein britischer Bomber von einem deutschen Nachtjäger abgeschossen und stürzte in ein Waldstück bei Bruchhof-Sanddorf (wir berichteten). Das Flugzeug vom Typ "Halifax" hatte eine französische Besatzung an Bord. Alle Besatzungsmitglieder kamen beim Absturz ums Leben.

Vor einigen Monaten erhielt Uwe Benkel, Leiter der bundesweit ehrenamtlich tätigen "Arbeitsgruppe Vermisstenforschung" aus dem pfälzischen Heltersberg, den Hinweis, wonach sich an der Absturzstelle noch Überreste des Flugzeuges befinden sollten. Zudem vermutet man auch noch mögliche Überreste der Besatzung. Von den zuständigen Behörden wurden entsprechende Genehmigungen eingeholt, um die Absturzstelle einer näheren Untersuchung zu unterziehen. Dabei waren unter anderem Michael Emser, der Abteilungsleiter für Denkmal- und Museumspflege der Stadt Homburg , sowie Karina Kloos, die Leiterin des Stadtarchivs, unterstützend mit eingebunden. Eine erste Voruntersuchung ergab das Vorhandensein von Flugzeugteilen an der Absturzstelle.

Während einer Informationsveranstaltung im Karlsberger Hof traf Uwe Benkel auf Eberhard Jung, den Leiter der Arbeitsgemeinschaft Geschichte des Homburger Saarpfalz-Gymnasiums. Man kam ins Gespräch, und schon war die Idee für ein gemeinsames Projekt zwischen der "Arbeitsgruppe Vermisstenforschung" und dem Gymnasium geboren. Benkel nahm daraufhin auch Kontakt zum französischen Konsul in Saarbrücken, Frédéric Joureau, auf, der von dem Projekt ebenfalls begeistert war.

So reifte nach und nach der Plan für ein gemeinsames deutsch-französisches Jugendprojekt unter Einbeziehung von Schülerinnen und Schülern des Saarpfalz-Gymnasiums. Die Auftaktveranstaltung zu diesem Projekt findet am Montag, 6. Juni, in der Zeit von 11.30 bis 13 Uhr in der Aula des Saarpfalz-Gymnasiums statt. Hierzu hat Konsul Frédéric Joureau bereits sein Kommen zugesagt, ebenso wie der Vorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Saarland (VDK), Werner Hillen. Weitere Gäste werden erwartet.

Ende Juni ist dann eine gemeinsame Untersuchung an der Absturzstelle im Waldgebiet bei Homburg-Sanddorf vorgesehen. Hier haben die Schüler Gelegenheit "Geschichte zum Anfassen" zu erleben. Sie werden zusammen mit den Experten der "Arbeitsgruppe Vermisstenforschung" Teile des Flugzeuges lokalisieren und auch ausgraben. Nach Abschluss der Bergung werden die Schüler dann die Fundstücke bei einer Abschlussveranstaltung der Bevölkerung präsentieren. Diese findet am 15. Juli um 18 Uhr im Karlsberger Hof in Bruchhof-Sanddorf statt. Die Veranstaltung wird von Sibylle Weber und der Karlsberg-Brauerei tatkräftig unterstützt. Die AG Geschichte des Saarpfalz-Gymnasiums weist ausdrücklich darauf hin, dass interessierte Besucher und ganz besonders Zeitzeugen der Ereignisse von 1945 bei den Veranstaltungen am 6. Juni und 15. Juli sehr willkommen sind.

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