Geistliche Musik von Haydn, Ristori und Brahms

Erbach · Joseph Haydn, Johannes Brahms: Diese Namen kennt der Klassikfreund, doch beim Konzert des Saarländischen Frauenchors in Erbach steht auch Unbekannteres auf dem Programm: Stücke von Michael Haydn und Ristori.

 Zu seinem zehnjährigen Bestehen begeisterte der Saarländische Frauenchor unter der Leitung von Marion Wildegger-Bitz im vergangenen Jahr in der Kirche St. Fronleichnam die Zuhörer. Am kommenden Sonntag ist das Ensemble in der Erbacher Kirche Maria vom Frieden zu hören. Foto: Thorsten Wolf

Zu seinem zehnjährigen Bestehen begeisterte der Saarländische Frauenchor unter der Leitung von Marion Wildegger-Bitz im vergangenen Jahr in der Kirche St. Fronleichnam die Zuhörer. Am kommenden Sonntag ist das Ensemble in der Erbacher Kirche Maria vom Frieden zu hören. Foto: Thorsten Wolf

Foto: Thorsten Wolf

Rein geistliche Musik steht auf dem Programm, wenn der Saarländische Frauenchor gemeinsam mit dem deutsch-französischen Symphonie-Orchester Friedrichsthal am Sonntag, 28. September, in der katholischen Kirche Maria vom Frieden in Erbach auftritt. Dass dies so ist, hat einen pragmatischen Grund. "Es ist der Tatsache geschuldet, dass diesmal ein Orchester dabei ist", sagt Chorleiterin Marion Wildegger-Bitz im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie habe geschaut, welche Werke es im Original für Frauenchor und Orchester gebe. Und da seien die Möglichkeiten in der geistlichen Musik breiter gefächert. Und noch etwas Besonderes hat das Programm: Es ist auch wenig Bekanntes dabei. Das Proben, so Wildegger-Bitz, habe Spaß gemacht. Erarbeitet wurde zum Beispiel die "Missa sub titulo ,Sancti Leopoldi' " von Michael Haydn (1737 bis 1806). Die Werke des kleine Bruders von Joseph Haydn (1732 bis 1809) im frühklassischen Stil seien allgemein nicht so bekannt und auch wenig veröffentlicht worden. "Viel Material liegt noch brach", informiert sie. Die Messe "hatte ich schon länger im Auge. Das war der perfekte Anlass." Die Musik sei anspruchsvoll. Da seien alle gefragt, zu Hause zu üben. Diese "Hausaufgaben" gehören aber ohnehin zum Konzept des Chores. Die Sängerinnen treffen sich nur einmal im Monat. Da sich damit allein die Programme nicht stemmen lassen, wird erwartet, dass die Frauen vorbereitet in die Probe kommen.

Vor einem Konzert käme jedoch zusätzlich noch die ein oder anderer Extraprobe hinzu, erläutert sie. Um die 35 Frauen zählt der Chor mittlerweile. Deswegen proben sie seit diesem Frühjahr auch im Pfarrsaal von St. Fronleichnam. Im bisherigen Raum, dem Bliesberger Hof in Limbach, sei es einfach immer enger geworden, begründet die Chorleiterin den Umzug.

Neben der Messe des Haydn-Bruders steht noch ein weiteres eher unbekanntes Werk auf dem Programm: die Motette "O admirabile Mysterium" von Giovanni Alberto Ristori (1692 bis 1753). "Wenn man viel klassische Musik macht, dann ist es interessant, etwas Neues zu entdecken", erläutert sie.

Das heißt natürlich nicht, das Bekanntere nicht zu schätzen. So ist beim Konzert auch Geläufiges zu hören das "Ave Maria" von Johannes Brahms (1833 bis 1897) zum Beispiel und Joseph Haydns Symphonie Nummer 101. Dass es zur Zusammenarbeit mit dem deutsch-französischen Symphonie-Orchester Friedrichsthal kam, war "ein ganz hübscher Zufall", sagt Marion Wildegger-Bitz. Im Konzert zum zehnten Geburtstag des Chores spielten auch Hornisten mit, einer davon ist Mitglied in dem Orchester und schlug vor, etwas zusammen zu machen. " So kam die Verbindung zustande", sagt Wildegger-Bitz. Wie diese klingt, das ist am 28. September zu hören.

Karten für die "Musik im geistlichen Konzert" in der Pfarrkirche Maria vom Frieden in Erbach am Sonntag, 28. September, 17 Uhr, gibt es bei allen Chormitgliedern und an der Abendkasse. Sie kosten 10, ermäßigt 8 Euro.

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