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Gehörlosigkeit ist kein unabdingbares Schicksal

Gehörlosigkeit ist kein unabdingbares Schicksal

Das Gehör ist überlebenswichtig, das war in der Frühzeit der Menschheit so und ist es bis heute. Doch was kann man tun, wenn das Ohr geschädigt ist? Dafür kommt am 12. September das Hörmobil nach Homburg.

Etwa jeder fünfte Bundesbürger lebt mit einem eingeschränkten Hörvermögen. Den meisten dieser Menschen können Hörgeräte helfen.

Doch es gibt auch hörgeschädigte Kinder und Erwachsene, für die ein Hörgerät nicht ausreicht. Für sie kann das Cochlea-Implantat (CI) eine Lösung sein. Das CI ermöglicht nicht nur gehörlos geborenen Kindern das Hören und das Erlernen der Lautsprache. Auch viele Erwachsene, Kinder und Jugendliche mit im Laufe ihres Lebens erworbener hochgradiger Hörschädigung bis völliger Taubheit finden durch das CI zurück in die Welt des Hörens.

Das CI-System besteht aus einem Mikrofon, einem digitalen Sprachprozessor, einer Sendespule mit Magnet und dem eigentlichen Implantat, das sich aus einem weiteren Magneten, einer Empfangsspule, dem Stimulator und dem Elektrodenträger mit den Stimulationselektroden zusammensetzt. Die Elektroden werden in die Cochlea (Hörschnecke) eingeführt.

Um zu erfahren, wie gut man überhaupt hört beziehungsweise, welche Möglichkeiten es gibt, besser zu hören, kann man anhand des Hörmobils herausfinden, das am Samstag, 12. September, in Homburg auf dem Christian-Weber-Platz von 9 bis 12 Uhr Station macht. Klinikärzte und andere Experten bieten kostenfreie Hörteste sowie Beratungen an.

Auch Fachärzte der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Uniklinikums sin im Rahmen einer gemeinsamen Aktion mit dem Hörmobil des Deutschen Schwerhörigenbundes (DSB) vor Ort.

"Unsere Aktion richtet sich insbesondere an Menschen, die trotz einer Versorgung mit Hörgeräten nicht ausreichend gut verstehen", so Professor Bernhard Schick, Chefarzt der HNO-Klinik in Homburg . "Wir wollen diese Menschen und ihre Angehörigen über Hörschädigungen sowie über Therapiemöglichkeiten mit implantierbaren Hörlösungen informieren. Bei fortschreitender Schädigung des Innenohres stoßen selbst die besten Hörgeräte mitunter an Grenzen. Doch dann kann ein Cochlea-Implantat helfen."