Gaukler treffen Weinberg-Ritter

Wolfersheim. Die Organisatorin des ersten Mittelaltermarktes, Gudrun Theis vom Geschenk-Artikelladen "Bienenkorb" Wolfersheim, hatte sich im Vorfeld des ersten Mittelaltermarkts mächtig ins Zeug gelegt. Letztlich folgten 280 Teilnehmer ihrer Einladung zu dem geschichtlichen Zeitsprung, dessen Erlös in vollem Umfang der Kinderkrebshilfe Homburg zugute kommt (wir berichteten)

Wolfersheim. Die Organisatorin des ersten Mittelaltermarktes, Gudrun Theis vom Geschenk-Artikelladen "Bienenkorb" Wolfersheim, hatte sich im Vorfeld des ersten Mittelaltermarkts mächtig ins Zeug gelegt. Letztlich folgten 280 Teilnehmer ihrer Einladung zu dem geschichtlichen Zeitsprung, dessen Erlös in vollem Umfang der Kinderkrebshilfe Homburg zugute kommt (wir berichteten). "Mein Sohn Dominik hatte im Rahmen seiner Krankenpflege-Ausbildung bei der Kinderkrebs-Station hospitiert und dabei gesehen, dass Spenden dort direkt ankommen und gebraucht werden. So entstand die Idee, für diese Hilfe selbst etwas auf die Beine zu stellen", erzählte unserer Zeitung die engagierte Gudrun Theis, die in Patrik Kinzler aus Kleinblittersdorf einen wichtigen Mitstreiter fand. "Als Mitglied der Weinberg-Ritter organisiere ich seit sechs Jahren Mittelaltermärkte in ganz Deutschland. Beim Wolfersheimer Markt für den guten Zweck hatte ich schnell Zusagen aus dem Saarland, der Pfalz, Hessen und aus Baden-Württemberg", so der 23- Jährige. Originell der Eintrittspreis, denn "Gewandete", und dies waren nicht wenige, zahlten die Hälfte der vier Euro für die Hilfsaktion, Kinder unter "Schwertmaß" waren frei. Bereits zur Eröffnung mit Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener und dem Fassanstich durch Landrat Clemens Lindemann war die Stimmung im Golddorf prächtig. "Ein Dank gilt den Anwohnern des Festbereichs in der Wolfharistraße, der Stadt für ihre Unterstützung und dem Gesangverein (Leitung Charlotte Barth) für die Umrahmung des Beginns", freute sich Gudrun Theis. Das Markttreiben bot jede Menge Abwechslung. Jörg Mittermüller etwa fand Aufmerksamkeit mit seiner alten Steinschleuder, mit der früher Burgen und Gebäude gestürmt wurden. "Die Schleuder ist neun Meter hoch. Bei dem Gegengewicht von 350 Kilogramm fliegen die runden Steine, je zwei Kilo schwer, bis zu 150 Meter weit", erklärte der 45-Jährige aus Nalbach. In der kleinen Beduinen-Zeltstadt übernachteten die Teilnehmer, von denen Jens Schuf alias Johann von Luthereck aus dem pfälzischen Lohnweiler zeigte, wie der Schmied kraftvoll sein Eisen schlägt und demonstrierte, wie die Grundlagen zur Kunstschmiedetechnik geschaffen wurden.Schaukämpfe der Weinberg-Ritter und der Waldläufer, Gaukler Patut, eine Schlacht zwischen Christen und Heiden sowie eine Feuershow zu später Stunde boten ebenso Spannung wie ein Wettkampf im Tauziehen mit Schirmherr Heiko Maas. Tänze mit den "Myndenbachern", der Gruppe Shabaria-Atesh und Petit-Fleur lockerten das vielfältige Programm auf, und Musik verschiedener Gruppen sorgte für beste Laune. Die Interessengemeinschaft "Burg und Schloss" aus Blieskastel informierte ebenso über die Geschichte von "sellemols" wie die Heimatfreunde Bebelsheim um Arno Soffel. Ihre alte Kunst, die viel Finderfertigkeit erfordert, zeigten die Gewandschneiderin Christiane Kneuse und der Lederer Sindre Brock. Auch an die Jüngsten hatte man gedacht, denn die Kinder hatten bei lustigen Spielen ihren Spaß. Der Sonntagmorgen begann mit einer Erntedank-Feldmesse, die Pfarrer Eder aus Großsteinhausen zelebrierte. "Das war für unser Wolfersheim eine echte Bereicherung", fanden Gisela und Ludwig Hunsicker. "Dass so viele Teilnehmer für die Kinderkrebshilfe auf den Beinen waren, ist überaus lobenswert", so Siegfried Rebmann aus Niedergailbach.