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Gasversorger Creos betreibt ein Sicherheitszentrum in Homburg

Sicherheit : Feuer ist nicht gleich Feuer

Die Creos betreut als Gas- und Stromversorger rund 1650 Kilometer Leitungsnetz vor allem in Saarland und Rheinland-Pfalz. Im Sicherheitszentrum in den Rohrwiesen in Homburg werden regelmäßig Schulungen und Seminare angeboten.

Gasleitungen bestehen aus 4,6 bis zwölf Millimeter dicken Stahlrohren, was sich eigentlich so anhört, als seien sie ziemlich unverwüstlich. Trotzdem gibt es häufiger Schäden an Leitungen, als man denkt, erklärt Jens Küttenbaum von der Creos GmbH mit Sitz in Limbach. Küttenbaum, der auch Feuerwehrmann ist, leitet regelmäßig Schulungen und Seminare für Einsatzkräfte zum „Verhalten bei unkontrolliertem Gasaustritt“, in denen er erklärt, was bei einem Schadensfall zu tun ist. „Wenn ein Leck in die Gasleitung kommt und das Gas entzündet sich – so einen Brand löschen Sie ja nicht eben mit der Fußmatte“, drückt es Stefan Oberhauser, Leiter Marketing und Kommunikation der Enovos und derzeit auch der Creos, bildlich aus.

Ins Schulungszentrum in Homburg kommen Feuerwehrleute und auch Baggerführer aus ganz Südwestdeutschland, Hessen und Nordrhein-Westfalen, um sich entsprechend fortzubilden. Die Schulungen sind Teil der „Baggerschäden-Strategie“ des Unternehmens. Bevor es die gab, wurden rund zehn solcher Schäden an Leitungen pro Jahr verzeichnet, inzwischen sind es nur noch ein bis zwei pro Jahr, so Küttenbaum. Meist passieren solche Schäden bei Bauarbeiten, wenn die Baggerführer mit dem Bagger zu dicht an die Leitungen geraten, und die Schaufel ein Leck in die Leitung schlägt, oder sogar der Baggerzahn darin steckenbleibt. Im schlimmsten Fall entzündet sich das austretende Gas – zum Beispiel durch Funkenflug durch umherfliegende Steine.

Dass er eine Leitung beschädigt, kann unter Umständen auch dem Bürger passieren, der auf seinem Grundstück zum Beispiel Erdreich für einen Swimmingpool aushebt. Gasleitungen liegen rund einen Meter tief in der Erde, so Küttenbaum. Da kann auch ein kräftiger Schlag mit der Spitzhacke eine dünnwandige Leitung beschädigen. Wobei dieses letztere Szenario natürlich eher selten vorkomme, aber auch solche Fälle habe es schon gegeben, so Küttenbaum. Ist ein Leck in der Gasleitung, hört man das erstmal: „Das Gas strömt mit sechs Bar Druck durch die Leitungen. Wenn das entweicht, rauscht es ganz schön laut. Bei Leitungen, die durch bebautes Gebiet verlaufen, wird auch ein Duftstoff beigemischt“, so dass man auch direkt riecht, dass Gas austritt. Den „Duft“ können die Feuerwehrleute auf einer speziellen Musterkarte erschnuppern – der typische Gasgeruch, den jeder kennt, der eine Gasheizung oder einen Gasherd hat.

Unlängst zu Gast waren rund 30 Mann von der Berufsfeuerwehr der Stadtwerke Trier und der freiwilligen Feuerwehr Trier. „Als örtlicher Gasversorger sind wir natürlich verpflichtet, unsere Feuerwehrleute entsprechend aus- und fortzubilden“, erklärt Ralf Maxheim, Fachkraft für Arbeitssicherheit bei den Stadtwerken Trier.

Nach einem Theorieteil ging es für die Feuerwehrleute dann ans Eingemachte. Was unterscheidet nun einen Gasbrand von einem „normalen“ Brand? Feuer ist nicht gleich Feuer, wenn Gas ausströmt und zum Beispiel durch Funkenflug in Brand gerät, entsteht eine Stichflamme und enorme Hitzeentwicklung. Strömt Gas weiter nach, entzündet sich der Brand immer wieder, im schlimmsten Fall kann es zu einer Explosion kommen. Generell gelte „Wenn Gas brennt, erstmal brennen lassen“, sagt Küttenbaum – „und der Gasversorger sperrt schnellstmöglich die Gaszufuhr.“ Wenn jedoch Menschenleben in Gefahr sind – also zum Beispiel ein Monteur noch in der Baugrube ist – , muss natürlich sofort gelöscht werden, allerdings nicht mit Wasser, sondern mit Pulverlöschern. Da gilt es für die Feuerwehrleute, mit Hitze und Lärm des ausströmenden Gases klarzukommen, die Flamme einzufangen und schließlich zu löschen.

Creos Gas- und Stromnetz . Foto: Stefan Oberhauser /Creos
Jens Küttenbaum ist Seminarleiter bei der Creos. Foto: J. Klein. Foto: Jenifer Klein/Jennifer Klein

www.creos-net.de