Für ein paar Tage das Zentrum der Kunst

Für ein paar Tage das Zentrum der Kunst

Homburg. Auch in diesem Jahr ist die Jahresausstellung Homburger Künstler ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender des Kulturzentrums Saalbau. Bei seiner Begrüßung am Montagabend (wir berichteten) betonte Oberbürgermeister Karlheinz Schöner, dass dies ein Jahr der großen Ausstellungen sei

Homburg. Auch in diesem Jahr ist die Jahresausstellung Homburger Künstler ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender des Kulturzentrums Saalbau. Bei seiner Begrüßung am Montagabend (wir berichteten) betonte Oberbürgermeister Karlheinz Schöner, dass dies ein Jahr der großen Ausstellungen sei. Er wies darauf hin, dass die Werke der Homburger Maler Albert Fürst ("Blütentanz") und Herman Theophil Juncker (Bildnis von Johann Georg August Wirth) mittlerweile ihren Weg ins Rathaus gefunden haben - als Geschenke. Nach Albert Fürst und Monika Schrickel werden nun 30 Homburger bis zum 24. Oktober ihre Werke zeigen. Diese beinhalten neben Fotografien, Bildern verschiedener Techniken, Installationen, Plastiken, Keramik, Quilt-Kunst (Zierdecken) diesmal auch Karikaturen. Der OB bedankte sich bei den vielen ehrenamtlichen Helfern für deren Engagement sowie bei der Kuratorin Francoise Mathis-Sandmaier für deren gute Organisation und wies auf die Licht-Bild-Klang-Performance von Armin Klein am kommenden Samstag, 9. Oktober, um 20 Uhr, in der Jägersburger Gustavsburg hin. Kunsthistorikerin Françoise Mathis-Sandmaier erläuterte im Anschluss die künstlerischen Werke eingehend und nannte Homburg eine Stadt, in der die Forschung einen hohen Stellenwert habe. Daher sei sie nicht erstaunt gewesen, bei der spannenden Vorgabe des Titels "Zeit für Experimente" im Frühjahr viele interessante Ergebnisse zu erhalten. Das Schaffen der Künstler sei ein "einzigartiges temporäres Kunstlabor" gewesen. Neben fotografischen Experimenten wie den "Surf-Sequenzen" von Udo Steigner, abstakten Plastiken "Genetik" von Jürgen Trösch sind auch Wandobjekte mit Stoff-Wachs-Blättchen von Birgitta Hüttermann mit dem Titel "1+1=1 oder: die Aushebelung der Mathematik" zu sehen. Raumfüllend ist das zweigesichtige Bild von Margarita Ott, genannt "Wechselspiel", welches Licht- und Schattenseiten im Leben symbolisiert. Hier entscheidet der Standpunkt über die Ansicht, im Leben aber das Schicksal. Madeleine Mangold von der Gruppe HOM 4 zeigt einen verfremdeten Förderturm und verweist mit dessen Einzelteilen auf das Ableben und Demontieren eines einst blühenden saarländischen Industriezweigs: des Bergbaus. Die experimentierfreudige Kunst-Quilterin Pia Welsch überrascht mit ihrem expressiven Schrift-Zeichen-Bild. Silvia Konzmann zeigt mit ihrer Karikatur "La bise" (Küsschen, Küsschen") ein politisch berühmtes deutsch-französisches Paar - Kanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy. Mathis-Sandmaier wies noch auf die Sonderausstellung "Apéritif mit Kunst-Häppchen" am Mittwoch, 20. Oktober, um 18 Uhr hin. Dort werden Künstler im Dialog mit dem Publikum ihre einzelnen Werke erläutern. Im Foyer des Saalbaus waren Beiträge zur Aktion "Kunst-Stück" aufgebaut, die es zum Beispiel Studenten oder auch dem "kleinen Geldbeutel" erlauben, künstlerische Werke zu kaufen. Ein weiterer Höhepunkt war die Body-Performance von Susanne Schorr, die sich in akrobatischer Weise zu der Musik von Hanna Rabe (Querflöte) bewegte. red

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