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Früheres LZB-Gebäude neu genutzt

Früheres LZB-Gebäude neu genutzt

Stadt, Kreis und Bund teilen sich künftig für ihre Arbeiten das ehemalige Gebäude der Landeszentralbank in der Talstraße in Homburg.

Vier Jahre wurde auf dem Grundstück am Stadteingang von Homburg gebaut: ein Filetstück, auf dem zuvor die Landeszentralbank (LZB) saß, bevor die Kreissparkasse Saarpfalz (KSK) das Gebäude samt Grundstück der LZB abkaufte. Das ist mittlerweile 16 Jahre her. Allerdings nutzte die Kreissparkasse das LZB-Gebäude nicht intensiv, so dass die KSK im Jahr 2014 beschloss, den Gebäudekomplex samt Grundstück zu verkaufen.

Private Interessenten fanden sich nach Aussagen von Kreistagsmitgliedern nicht, so dass schließlich der Kreis der Kreissparkasse das Areal abkaufte. Was damit begründet wurde, dass die Kreisverwaltung ohnehin Räume benötige, weil das Gebäude am Forum aus allen Nähten platze.

Zunächst zog das Jobcenter ein, das die Räume der ehemaligen LZB bereits nutzte, als die Kreissparkasse noch darin residierte. Das Jobcenter war zuvor in einem veralteten Gebäude untergebracht, so dass die neuen Räume dringend benötigt wurden. Das ehemalige LZB-Gebäude ist dafür sogar aufgestockt worden. Wie der Saarpfalz-Kreis mitteilt, seien für den Bestand der ehemaligen LZB, die nachträgliche Aufstockung dieses Gebäudes, den Bau der beiden neuen Gebäude sowie das komplette Grundstück ein fester Preis von 10,35 Millionen Euro vom Saarpfalz-Kreis an die Kreissparkasse Saarpfalz gezahlt worden. Mit der Zahlung der letzten Rate (im Frühjahr 2017 fällig) geht das Areal inklusive der Gebäude in das Eigentum des Kreises über.

Diese Aktion sorgte vor drei Jahren in den Kreistagsgremien für einige Unstimmigkeiten, zumal der Saarpfalz-Kreis Träger der Kreissparkasse Saarpfalz ist, und der Landrat (damals noch Clemens Lindemann) zugleich als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Kreissparkasse fungiert. Das führe dazu, "dass sich die saarpfälzischen Kommunen kaputtsparen, damit das Geld am Ende bei der Kreissparkasse landet", war ein Hauptkritikpunkt. Inzwischen ist die Kritik verstummt. Denn es gab auch Zuschüsse, weil es sich beim Neubau 1 um ein interkommunales Projekt handelt, das vom Innenministerium gefördert wird. Interkommunal heißt in diesem Fall, dass auch die Stadt Homburg dort Räume für ihren Kulturpavillon bekommen wird (siehe auch unten stehenden Text). Die Baumaßnahme selbst wurde von der Standortentwicklungsgesellschaft Saarpfalz (SEG) ausgeführt, der verantwortliche Architekt ist Karl-Heinz Linn, dessen Sitz wiederum bei der Kreissparkasse angesiedelt ist. Das Gebäude 57b, in dem die Bundesagentur für Arbeit untergebracht ist, wurde im November bezogen (wir berichteten). Die Bundesagentur hat ihre Räume für zehn Jahre vom Saarpfalz-Kreis gemietet.

Zum Thema:

Der Gebäudekomplex an der Homburger Talstraße 57 umfasst nach einem vollständigen Umzug dann folgende drei Gebäude: Talstraße 57: Jobcenter, ehemals LZB; Talstraße 57a (Neubau 1): Jugendamt (Schoolworker) und Kulturamt der Stadt Homburg; Talstraße 57b (Neubau 2): Bundesagentur für Arbeit und neues Jugendamt.