1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Homburg

Früherer Pater des Johanneums in Homburg ist tot

Pater Manfred Ridil gestorben : Ein Lehrer, Priester und begnadeter Musiker

Pater Manfred Ridil im Alter von 81 Jahren gestorben. Er war 36 Jahre am Gymnasium Johanneum in Homburg tätig.

Viele Homburger kennen ihn sicherlich noch aus seiner Zeit am Gymnasium Johanneum, auch wenn er den Konvent der katholischen Privatschule bereits vor mittlerweile 18 Jahren verlassen hat. In den 36 Jahren an der Homburger Schule hat er sich nicht nur einen Namen als Geistlicher und Lehrer, sondern vor allem auch als Musiker, insbesondere als Chor- und Orchesterleiter, gemacht. Am vergangenen Dienstag ist Pater Manfred Ridil im Alter von 81 Jahren gestorben.

Nach den ersten Jahren seiner Kindheit in Niederschlesien, Niedersachsen und dem Westerwald kam Manfred Ridil im Jahr 1952 an das Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Münster-Hiltrup. Nach dem Abitur trat er der Ordensgemeinschaft der Hiltruper Missionare bei und legte 1960 die Profess ab. Fünf Jahre später empfing er die Priesterweihe. Ab 1966 studierte er an der Universität und der Musikhochschule in Saarbrücken Musik für das Lehramt. Nach erfolgreichem Staatsexamen unterrichtete er mehr als dreieinhalb Jahrzehnte am Johanneum, das bekanntlich von den Hiltruper Missionaren gegründet und auch geführt wurde. Und dort war er quasi vom ersten Tag an musikalisch engagiert. Er gründete das Schulorchester Collegium musicum und anschließend den bekannten Schulchor – der damals wohl größte in der gesamten Region. Zu Glanzzeiten sangen dort mehr als 100 Kinder sowohl kirchliche, als auch weltliche Stücke – allesamt von Ridil arrangiert oder komponiert. Aus dieser Zeit stammen gleich mehrere Schallplatten. Der Kinderchor trat nicht nur in der Region auf, sondern war auch zu Konzertreisen unterwegs. Unvergessen für die Mitwirkenden bleiben die Auftritte in Nancy, wo der Chor auf Einladung des damaligen deutschen Generalkonsuls zu Gast war.

Neben der Musik begeisterte sich Ridil für die Jugendarbeit. Er war Mitbegründer und geistlicher Leiter der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ) und zwei Jahre lang auch KSJ-Diözesanleiter im Bistum Speyer. Auch nach einer schweren Herzerkrankung blieb er in der Gemeinschaft aktiv. 2002 wurde Ridil von der Schulgemeinschaft des Johanneums verabschiedet. Danach lebte und arbeitete er 17 Jahre in Bitterfeld-Wolfen. Erst im Oktober kam er zurück ins Mutterhaus des Ordens nach Hiltrup. Nach einer Operation starb er in der vergangenen Woche im Franziskus-Hospital in Münster.

Wegen der Corona-Pandemie findet die Beisetzung im engsten Kreis statt. Eine Trauerfeier – auch im Homburger Johanneum – soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen.