Freundschaft nach Noten

Homburg. Freundschaften lassen sich auch dann vertiefen, wenn Franzosen und Deutsche gemeinsam hinter Notenpulten sitzen. Zumindest ist das bei Homburgs Stadtkapelle und dem Orchestre d'Harmonie de La Baule so. Regelmäßig besuchen sich die Bläserensembles aus den Partnerstädten und aus dem gemeinsamen Musizieren sind längst Verbindungen gewachsen, die weit darüber hinausgehen

Homburg. Freundschaften lassen sich auch dann vertiefen, wenn Franzosen und Deutsche gemeinsam hinter Notenpulten sitzen. Zumindest ist das bei Homburgs Stadtkapelle und dem Orchestre d'Harmonie de La Baule so. Regelmäßig besuchen sich die Bläserensembles aus den Partnerstädten und aus dem gemeinsamen Musizieren sind längst Verbindungen gewachsen, die weit darüber hinausgehen. Norbert Kapitain, Geschäftsführer der Stadtkapelle Homburg, deren Vorsitzender Jürgen Zimper und der städtische Partnerschaftsbeauftragte Peter Rothgerber sind in die Homburger Redaktion gekommen, um vom nächsten Streich der Freundschaft zwischen den Städten, die übrigens schon seit mehr als 25 Jahren hält, zu berichten. Am 30. Oktober reisen 34 Musiker von der französischen Atlantikküste nach Homburg, um hier am Tag darauf, Sonntag, 31. Oktober, gemeinsam ein Konzert zu geben. "Die Musiker wohnen in den Familien der Musiker-Kollegen", sagt Rothgerber. Dies ist auch dann so, wenn die Homburger nach Frankreich fahren. Das gemeinsame Musik machen hat nämlich Tradition: "Wir treffen uns regelmäßig, einmal in La Baule, einmal in Homburg", betonen die Drei, die darin und in der Städtepartnerschaft überhaupt "gelebtes Europa, das auch im Kleinen zusammenwächst" sehen. Die französischen Musiker werden in Homburg auf jeden Fall schon erwartet. Er freue sich besonders "auf ein Wiedersehen mit alten Freunden", betont Zimper. Denn so manches Schicksal haben sie im Laufe der Jahre verfolgt, an Lebenssituationen, Jobwechseln und anderem Anteil genommen. "Die Sorgen und Probleme sind nicht allzu weit voneinander entfernt." Es wird ihnen nicht viel Zeit bleiben, sich über ihre persönlichen und musikalischen Erfahrungen auszutauschen, denn das Programm in Homburg ist recht stramm. Am Abend des Ankunftstages wird es einen Empfang im Römermuseum geben und dann muss bis zum Konzert am Sonntag noch geprobt werden, schließlich spielen die beiden Orchester zwei Stücke gemeinsam. Sonst stehen sie abwechselnd mit ihren Dirigenten Marc Stutz-Boukouya und Jean-Christophe Ferreaux auf der Bühne. Die Homburger bieten dabei ein Programm, das rund um die Welt führt - "von Mexiko über die Karibik bis nach Berlin". Western-Filmmusik von Ennio Morricone ist da ebenso zu hören wie die berühmte "Berliner Luft" von Paul Linke. Am Montag, 1. November, geht es für die Franzosen wieder zurück. Nun hofft Rothgerber nur noch, "dass viele kommen, besonders die Freunde La Baules, aber auch alle anderen", sagt er. Und noch etwas steht bereits jetzt fest: Es wird weitere gemeinsame Projekte mit der Partnerstadt geben, vom Schüleraustausch bis zur Bürgerreise. In wenigen Wochen wird erneut musikalischer Besuch erwartet: Beim Nikolausmarkt in Homburg singt ein Chor aus La Baule.

HintergrundDie Stadtkapelle Homburg und des Orchestre d'Harmonie de La Baule spielen am Sonntag, 31. Oktober, 20 Uhr, im großen Sitzungssaal im Homburger Rathaus am Forum. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Der Erlös geht in Zusammenarbeit mit dem Lions Club Homburg an ein Kinderprojekt am Universitätsklinikum. ust