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Frauenbeauftragte des Saarpfalz-Kreises stellt ihre Arbeit vor

Saarpfalz-Kreis : Viele Frauen bangen um ihren Arbeitsplatz

Die Frauenbeauftragte des Saarpfalz-Kreises, Birgit Rudolf, spricht über die Arbeit des Frauenbüros und die Situation in der Corona-Krise.

  Seit 1988 vertritt das Frauenbüro des Saarpfalz-Kreises die Interessen von Frauen aus dem gesamtem Kreisgebiet in Zusammenarbeit mit den Frauenbeauftragten in den Kommunen. Dabei obliegt ihm ein breites Aufgabenspektrum, das sich in der Durchführung vielfältiger Fortbildungsmaßnahmen und Beratungsleistungen widerspiegelt.

Neben den klassischen Aufgaben einer Gleichstellungsstelle als Ansprechpartnerin für die Beschäftigten der Verwaltung und alle Bürgerinnen des Kreises in Fragen der Gleichberechtigung umfasst das Frauenbüro des Saarpfalz-Kreises verschiedene Projekte, die das Beratungsangebot sinnvoll ergänzen: So können Frauen bei Bedarf Unterstützung in verschiedenen Lebenslagen erhalten, werden beispielsweise beim Wiedereinstieg in den Beruf oder beruflicher Veränderung qualifiziert begleitet durch Mentoring und Coaching oder können Deutsch erlernen beziehungsweise im Rahmen verschiedener Kurse ihre Sprachkenntnisse verbessern, heißt es in der Pressemitteilung der Kreisverwaltung in Homburg.

Birgit Rudolf, Frauenbeauftragte des Saarpfalz-Kreises, und ihr Team setzen in Zeiten von Corona alles daran, die Projekte aufrecht zu erhalten. Natürlich stehen die Anliegen und Bedürfnisse der Frauen im Vordergrund, und diese sind in der aktuellen Gesundheitslage nicht weniger geworden. „Im Gegenteil“, weiß Birgit Rudolf zu berichten, „viele Frauen sind in Sorge um ihren Arbeitsplatz, gerade Frauen in Minijobs sind stark betroffen und suchen vermehrt nach Unterstützung und Beratung bei uns.“

Wie gelingt aber dem Team des Frauenbüros während des Lockdowns der Spagat zwischen verschlossenen Gebäudetüren auf der einen Seiten und der Wahrnehmung seiner unverzichtbaren Aufgaben auf der anderen Seite?

„In der Tat hält uns diese Herausforderung in Atem, und es ist ein recht aufwändiges Prozedere, unsere Projekte unter den verändernden Rahmenbedingungen fortzuführen. Doch dies ist uns – bis auf die ersten vier Wochen in der Pandemie vor einem Jahr – zwar mit großer Kraftanstrengung, doch aus meiner Sicht durchaus zufriedenstellend gelungen. Teilweise haben wir unsere Projekte gemäß unserem Hygienekonzept durchgeführt, als Präsenzveranstaltungen noch möglich waren, teilweise haben wir auf digitale Unterrichtung umgestellt. Sollte also der Eindruck entstanden sein, bei uns liefe nichts – dies war und ist ganz sicher nicht der Fall“, bekräftigt Birgit Rudolf.

Der Beratungsbedarf der Frauen ist indes gewachsen und auch intensiver geworden. Darauf hat sich das Team des Frauenbüros dann auch eingestellt und Konzepte für digitale Ausführungen erarbeitet. „Das Wohl und der Erfolg unserer Teilnehmenden, gerade was ihre berufliche Perspektive angeht, liegt uns sehr am Herzen. Das Angebot musste praktikabel und realistisch durchführbar gestaltet werden. Deswegen liegt die Lösung auch nicht selten in einer digitalen Eins-zu-Eins-Beratung statt in der üblichen Gruppenarbeit – die technische Ausstattung zu Hause vorausgesetzt.“

Sprach- und Integrationskurse können nun beispielsweise in Form eines virtuellen Klassenzimmers stattfinden. „Der Lerneffekt ist nicht ganz so ausgeprägt wie beim Präsenzunterricht. Dennoch ermöglicht es uns, die Teilnehmenden auf ihrem Sprachstand zu halten.“

Im Projekt „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie dem Europäischen Sozialfonds und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit Frauen und Familie Saarland gefördert wird, ist das Frauenbüro telefonisch erreichbar. Seit Beendigung des ersten Lockdowns im Mai 2020 werden – natürlich unter Wahrung der Hygiene- und Abstandsregeln – vor Ort persönliche Beratungsgespräche durchgeführt. Auch wurden und werden seither Unterstützung bei Bewerbungen und Vermittlungen in Praktika gewährt. Im Februar hat ebenfalls eine Coachingmaßnahme begonnen, die Frauen den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern soll.

Am stärksten eingeschränkt zeigt sich das noch sehr junge Projekt „Wertvoll Miteinander – Auseinandersetzung mit Werten in einer interkulturellen Gesellschaft“, das durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gefördert wird.

„Es konnten sich darin noch keine beständigen Gruppen formieren und das Realisieren von Einzelveranstaltungen ist momentan schwierig“, begründet Birgit Rudolf und hofft nicht alleine deswegen auf eine baldige Rückkehr zu „normalen“ Arbeitsbedingungen.

Birgit Rudolf: „Ich freue mich auf die Zeit, wenn wir wieder entspannter mit den Menschen hier bei uns umgehen können. Diese Rückmeldung habe ich auch von meinem Team erhalten, nämlich dass der persönliche Kontakt gerade in der biografischen Arbeit mit den Frauen doch spürbar fehle. Der Wohlfühlaspekt spielt beim Lernen eine große Rolle, da kann eine räumliche Distanz hinderlich sein. Abstände erschweren unsere Arbeit. Diesen Unterschied haben auch unsere Kursteilnehmerinnen festgestellt. Aber andere Rahmenbedingungen erfordern ein anderes Miteinander. Und besser ein Miteinander auf Abstand – auch digital – als gar keins“.

Digital ist ganz aktuell auch der neue Mentoring-Prozess beim Frauenbüro gestartet, der sich über zehn Monate erstreckt, heißt es in der Pressemitteilung weiter.