Frauen mit Einzelschicksalen

Homburg. Lautstark feierte das Publikum das Homburger Frauen-Kabarett im Kulturzentrum Saalbau. Mit dem Programm "Lauter Einzelschicksale" gastierten die fünf Damen des Kabaretts am Freitagabend vor 660 Gästen im restlos ausverkauften Haus. Der grandiose Auftritt des Homburger Frauen-Kabaretts war der Auftakt zu den 23. Frauen-Kultur-Aktionswochen

Homburg. Lautstark feierte das Publikum das Homburger Frauen-Kabarett im Kulturzentrum Saalbau. Mit dem Programm "Lauter Einzelschicksale" gastierten die fünf Damen des Kabaretts am Freitagabend vor 660 Gästen im restlos ausverkauften Haus. Der grandiose Auftritt des Homburger Frauen-Kabaretts war der Auftakt zu den 23. Frauen-Kultur-Aktionswochen. Längst ist das quirlige und fantasievolle Quintett nicht mehr aus dem Programm dieser Veranstaltungsreihe wegzudenken.

"Lauter Einzelschicksale" war der Einblick in die Tücken des Alltags, des Berufslebens und der Beziehung zu Hause. Daneben rechneten Ursula Pfeiffer-Anslinger, Birgit Schöndorf, Heidi Hennen, Gisela Walter und Silke Müller mit der hohen Politik, den Mächtigen der Wirtschaft und dem, was scheinbar zum Frau-Sein gehört, mit spitzer Zunge ab. Unter den 660 Gästen im Saalbau waren die Männer gewaltig in der Minderheit, was aber etwa Alfred Barbian keineswegs störte. "Die sind erstklassig", fand Barbian und meinte damit nicht nur die teilweise gewagten Pointen. "Es gehört schon was dazu, gerade so weit zu gehen, wie das im Kabarett möglich ist." Nicht zuletzt beeindruckten die Singstimmen der fünf Kabarett-Mitglieder den Zuhörer Barbian. Nicht anders sah das Inge Wolf, die zu den Stammgästen bei den Auftritten des Homburger Frauen-Kabaretts gehört. "Besonders die Anspielungen auf bekannte Politiker haben mir gefallen", sagte sie und nannte als Beispiel die Aufzählung der Gene, die sich in so prominenten Typen häufig finden. Bezeichnend sei oft das "Lü-Gen", das Heidi Hennen als Biologin gefunden hatte. Ein problematischer Fall seien auch der Minister mit dem "Rött-Gen" und die mit dem "Wa-Gen-Knecht".

Bissig setzten sich die Damen mit bekannten Politikerinnen auseinander, Claudia Roth und Andrea Nahles bekamen ordentlich Lack. Ursula Pfeiffer-Anslinger hatte beim Durcharbeiten von Kandidaten ums Präsidentenamt auch kein Problem, sich selber auf die Schippe zu nehmen. Als es um Joachim Gauck ging, meinte sie trocken, "der ist doch evangelischer Pfarrer, na ja". Die Leute quittierten die Selbstironie mit Applaus.

Der Auftritt des Homburger Frauen-Kabaretts war somit ganz im Sinne des Gastgebers Saarpfalz-Kreis, der 1989 erstmals zur Frauen-Kultur-Aktionswoche eingeladen hatte. In Vertretung von Landrat Clemens Lindemann äußerte Udo Steigner Genugtuung darüber, dass diese Veranstaltungsreihe sich fest im kulturellen Geschehen unserer Region verankert hätten. Das Frauen-Power-Team um Birgit Rudolf verdiene nicht nur dafür, sondern für seine kreative und erfolgreiche Arbeit Anerkennung.

Steigner hob wie später auch Birgit Rudolf vom Frauenbüro Leistungen hervor, die unter anderem ein breit gefächertes Kursangebot von EDV bis Gesundheitsprävention bereithalte. Daneben bilde berufliche Bildung einen weiteren Schwerpunkt in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur. Nicht zu vergessen sei die interkulturelle Arbeit, jüngst unter dem Titel "Vielfalt im Dialog" aktiv geworden.

Udo Steigner und Birgit Rudolf dankten dem Homburger Frauen-Kabarett nicht nur für einen weiteren erstklassigen Auftritt, sondern auch dafür, dass dieser Auftakt inzwischen ein Markenzeichen der Frauen-Kultur-Aktionswochen sei.

Für die Arbeitsverwaltung hatten die fünf Damen auch noch was Bissiges auf der Pfanne. Das Kunstwort "Bufdi" für den Bundes-Freiwilligendienst fordert so was ja heraus. Sogar bei Beerdigungen lassen sich solche Freiwilligen einsetzen - als "Grufti-Bufdis". "Besonders die Anspielungen auf Politiker haben mir gefallen."

Inge Wolf, Zuschauerin

Hintergrund

Weitere Angebote im Rahmen der 23. Frauen-Kultur-Aktionswochen: Mittwoch, 7. März, Eröffnung der Ausstellung "Dandélion und Feenwald" im Frauen-Forum am Scheffelplatz. Ausstellerin ist die Textilkünstlerin Christiane Kühr.

Sonntag, 11. März, ab zehn Uhr: traditionelles Karriere-Frühstück im Forum Homburg. Im Mittelpunkt steht die Autorin Barbara Schneider mit ihrem aktuellen Werk "Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf - wie Frauen in Führung gehen".

Freitag, 16. März, ab 19 Uhr: Abschlussfest ab 19 Uhr mit einem interkulturellen Abend.

Zum Auftakt der Frauen-Kultur-Aktionswochen begeisterten Heidi Hennen (Bild) und das komplette Homburger Frauen-Kabarett 660 Gäste im voll besetzten Saalbau. Unter dem Titel "Einzelschicksale" brachten Ironie, Komik und jede Menge Frechheit richtig Leben ins Haus . Foto: Michael Schneider

Infos zu allen Veranstaltungen, Kartenreservierung und Kartenvorverkauf ausschließlich beim Frauenbüro des Saarpfalz-Kreises, Scheffelplatz 1, 66424 Homburg, unter Telefon (0 68 41) 1 04 71 38. Karten können auch im Frauenbüro abgeholt werden montags durchgehend, acht bis 16 Uhr, mittwochs durchgehend, acht bis 18 Uhr. smi/red