Finale mit Mahler

Peter Tschaikowskys Schwanensee Suite und dann Gustav Mahlers vierte Sinfonie: Das Homburger Sinfonieorchester wagt sich beim Abschlusskonzert zum 50. Geburtstag im Saalbau an einen der richtungsweisendsten Sinfoniker.

Es zum 50. Geburtstag ein bisschen ruhiger angehen lassen? Das mag für manchen gelten, ganz sicher aber nicht für das Homburger Sinfonieorchester. Das feiert in diesem Jahr dieses Jubiläum ausgiebig und wagt sich dabei in vielerlei Hinsicht auf Neuland - ohne größere Pausen. Bewegten sich die Musiker um ihren musikalischen Leiter Jonathan Kaell beim großen Neujahrskonzert noch weitgehend auf bekanntem Terrain, indem sie sozusagen auch gern Gehörtes und Gespieltes aus der Vergangenheit aufgriffen, gab's dann im Mai bereits den ersten Paukenschlag - und was für einen. Es wurde richtig groß aufgetischt mit Carl Orffs Carmina Burana, das Stück wurde gemeinsam mit einem Projektchor auf die Bühne gebracht. Allein schon die Masse an Musikern und Sängern war beeindruckend, ein wahres Fest nach Noten auch fürs Publikum.

"Der Schritt war richtig, wir müssen Kooperationen angehen,", sagte Kaell gestern rückblickend im Gespräch mit unserer Zeitung. Und das Konzept soll weiter verfolgt werden, es seien andere solcher Vorhaben in "konkreter Diskussion".

Ebenfalls ins Unbekannte stürzte sich das Orchester dann im Sommer mit einem Familienkonzert und der Ballettsuite von Schwanensee im besonderen Rahmen mit Sitzkissen, Raum zum Mitmachen. Mit im Boot waren die Theaterpädagogin Johanna Schatke und die Ballettabteilung der Homburger Narrenzunft.

Nun geht es also auf das große Finale des Jubiläumsjahrs zu. Am 20. November wird im Homburger Saalbau zum einen erneut die Schwanensee Suite gespielt, in der Peter Tschaikowsky sozusagen musikalische Höhepunkte seines mehr aktigen, berühmten Balletts zusammenfasste. Dazu kommt die vierte Sinfonie von Gustav Mahler in G-Dur , eine echte Herausforderung, so Kaell, auch emotional, denn dies gehöre ebenso zu Mahlers musikalischer Sprache wie das Tiefgründige. Das Stück selbst: spannend. Es bewege zwar nicht die Massen, sei aber dennoch sehr spektakulär, vielseitig und vielschichtig, betont er. Und warum diese Großaufgabe? Denn genau das ist dieses Werk, bei dem besonders die Streicher im Fokus stünden, von denen wirklich jeder einzelne hörbar sei. Dazu kommen viele Effekte, die richtig gebracht werden müssen. Vor allem aber gehe es um das musikalische Verständnis und das Umsetzen. "Wir wollten unserem Orchester die Möglichkeit geben", so etwas anzugehen und daran zu wachsen, erklärte Kaell. Mahlers Werke stünden neben beispielsweise denen von Anton Bruckner und Dmitrij Schostakowitsch für die Vollendung der sinfonischen Musik. Es sei etwas Besonderes, sich als Laienorchester an so ein Stück heranzutrauen - selbstverständlich mit Bedacht und guter Planung.

Mahlers vierte Sinfonie gelte dabei als unbekümmertste und fröhlichste des Komponisten. Zum vierten Satz gehört ein Sopransolo, das Nelly Palmer übernehmen wird, die bereits bei der Aufführung der Carmina Burana zu hören war und dort mit vielen verschiedenen Klangfarben aufgewartet habe. Von Zurücklehnen also keine Spur: Mit diesem Programm wird für das Homburger Sinfonieorchester der Abschluss des Jubiläumsjahres zugleich zum musikalischen Höhepunkt.

 Jonathan Kaell hat den Taktstock in der Hand. Foto: Rich Serra
Jonathan Kaell hat den Taktstock in der Hand. Foto: Rich Serra Foto: Rich Serra
 Sopranistin Nelly Palmer singt in Homburg. Foto: Lili Voehringer
Sopranistin Nelly Palmer singt in Homburg. Foto: Lili Voehringer Foto: Lili Voehringer

Karten für das Konzert am Sonntag, 20. November, 18 Uhr, im Homburger Saalbau kosten 15 Euro. Für Kinder, Jugendliche und Studenten ist der Eintritt frei, Vorverkauf: Kulturamt Homburg , Tel. (0 68 41) 10 11 66, und Brunnenapotheke.