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Homburger Kammermusiktage: „Farbigkeit und Brillanz“ erwartet die Zuhörer

Homburger Kammermusiktage : „Farbigkeit und Brillanz“ erwartet die Zuhörer

Mit Werken von Schubert, Mozart und Brahms werden am kommenden Dienstag die Homburger Kammermusiktage im Saalbau eröffnet.

Die „Internationalen Homburger Kammermusiktage“ werden am Dienstag, 26. September, 20 Uhr, im Kulturzentrum Homburger Saalbau mit einem Festkonzert eröffnet. Jürgen Ostmann verspricht im üppig ausgestatten Begleitheft zum Festival „Farbigkeit und Brillanz“.
Für unterschiedliche Farben und Stile bürgen die Kompositionen und Gattungen aus drei aufeinanderfolgenden Epochen.

Franz Schubert eröffnete 1820 mit seinem Streichquartettsatz c-Moll D 703 die Reihe seiner späten und reifen Werke für Streichquartett. Im pathetischen c-Moll, aber auch in der dramtischen Unruhe und Satzdichte des Sonatenhauptsatzes bot er seinem übermächtigen Vorbild Beethoven erstmals die Stirn in der schwierigen Streichquartett-Gattung.

Klaviertrios komponierte Wolfgang Amadeus Mozart bereits als Achtjähriger auf der Konzertreise nach London. Die tastenden Versuche als „Sonaten für Klavier, Violine und Cello“ lagen weit zurück, als er 22 Jahre später sein Klaviertrio B-Dur KV 502 komponierte. Als einer der größten Klaviervirtuosen seiner Zeit gestaltete er seinen Part dabei wie
in einem Klavierkonzert und erwies sich auch bei der launigen Spielfreude der Partnerinstrumente im „Figaro-Jahr“ auf der Höhe seines Schaffens.

Johannes Brahms wollte sich von seinem Schaffen um 1890 eigentlich zur verdienten Ruhe zurückziehen, wurde dann aber durch die Kunst des Meininger Klarinettisten Richard Mühlfeld wieder erweckt. Für diesen „besten Bläser überhaupt, den ich kenne“ schrieb er die beiden Klarinettenquintette, von denen das erste in h-Moll op. 115 auf dem Programm steht. Bei der Uraufführung 1891 in Berlin musste der arme Mühlfeld den wunderschönen Adagio-Satz bis zur Erschöpfung immerzu wiederholen und ein namhafter Kritiker hatte nicht so ganz unrecht, als er das Quintett zum „bedeutendsten Kammermusikwerk des Komponisten“ erklärte.

„Farbigkeit und Brillanz“: Für Letztere verbürgen sich Top-Künstler. Das Vogler Quartett, mit seinem Primarius Tim Vogler für das Festivalprogramm verantwortlich, beginnt mit dem Streichquartettsatz c-Moll von Schubert. Er kommt an diesem Abend dem Festspielmotto „Con passione“ wohl am nächsten.

Im Finale bieten Tim Vogler und Frank Reinecke (Violinen) sowie Stefan Fehland (Viola) und Stephan Forck (Cello) einem der besten deutschen Klarinettisten der Gegenwart Ib Hausmann das rechte Begleitensemble, um dem „bedeutendsten Kammermusikwerk“ von Brahms all seine Schönheiten zu entlocken.

Das heitere B-Dur-Trio von Mozart wird hingegen von dem noch jungen, vor vier Jahren erst in Amsterdam gegründeten Amatis Piano Trio interpretiert. Die Geigerin Lea Hausmann ist die Tochter des oben erwähnten Klarinettisten Ib Hausmann. Das Cello spielt der Brite Samuel Sheperd und der Pianist Mengji Han hat chinesische Wurzeln. Eine junge, internationale Besetzung also am Beginn der „Internationalen Kammermusiktage Homburg“. Der Eröffnung folgen am Mittwoch, 27. September, 20 Uhr, in der Musikschule Homburg „Musikalische Offenbarungen“ mit Ligeti, Dvorák und Messiaen, am Donnerstag, 28. September, zur gleichen Zeit Werke von Busch und Glass sowie der berühmte „Karneval der Tiere“ von Saint-Saëns.

Kartenvorverkauf zu dem Konzert im Homburger Kulturamt, im Stadtbusbüro im Tal-Zentrum oder auch im Lichtstudio Bullacher in der Saarbrücker Straße 16.