1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Homburg

Familien- und Kinderfest in Homburg abgesagt

Kein Kinderfest in Homburg : Das Familien- und Kinderfest fällt aus

Die Stadt Homburg sieht wegen der Corona-Krise eine vernünftige Vorbereitung der Großveranstaltung nicht gegeben.

Für viele ist das „Ende der Osterferien“ gefühlt derzeit so etwas wie das inoffizielle Ende der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Immer wieder werden die getroffenen Entscheidungen auf dieses Datum hin terminiert – oft überlesen wird da allerdings das Wort „vorerst“. Und tatsächlich ist derzeit alles andere als klar, dass sich eben nach den Osterferien die Lage wieder, zumindest in Teilen, normalisieren wird. Und selbst wenn das der Fall sein sollte – viele Veranstaltungen werden trotzdem ausfallen, auch wenn sie erst lange nach diesem Datum stattfinden.

So hat die Homburger Verwaltung am Mittwoch in einer knappen Mitteilung das Familien- und Kinderfest abgesagt, obwohl dieses erst für Ende Juni terminiert war (wir berichteten). Auf Nachfrage unserer Zeitung erläuterte Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff die Ursachen der Entscheidung – verbunden mit einer persönlichen Stellungnahme von Christine Becker, der zuständigen hauptamtlichen Beigeordneten der Stadt: „Schweren Herzens haben wir uns am Mittwoch dazu entschlossen, das 22. Familien- und Kinderfest am 28. Juni im Stadtpark Homburg aufgrund der aktuellen Lage und der nicht absehbaren Entwicklung abzusagen. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen.“

Die Entscheidung liege darin begründet, dass bei einer solchen Veranstaltung ein hoher Organisations- und Kostenaufwand anfalle, so dass man das Risiko einer kurzfristigen Absage nicht eingehen könne, wie Jürgen Kruthoff ergänzte. „Außerdem ist es für die Vereine derzeit bis auf unbestimmte Zeit nicht möglich, sich zu treffen. Vorbereitungen und Proben für Auftritte und Angebote sind somit auch nicht durchführbar.“ Immerhin hatte der Stadtpressesprecher auch eine halbwegs gute Nachricht. „In das Fest integriert wäre auch der Kinderflohmarkt. Diesen Teil des Festes möchte das Kinder- und Jugendbüro noch nicht absagen. Der Kinderflohmarkt ist kurzfristig organisierbar und bedarf keiner großen Infrastruktur. Mitte Mai wird hier eine endgültige Entscheidung getroffen werden, ob der Kinderflohmarkt durchgeführt wird oder nicht.“

Mit dem Entschluss, die Großveranstaltung im Stadtpark zu kippen, schlägt die Stadt eine heftige Kerbe in den Homburger Veranstaltungskalender. In jedem Jahr waren es viele Tausend Besucher, die die zahlreichen und vor allem kostenfreien Mitmach- und Erlebnisangebote nutzten. Und gerade der Umstand, einen Tag mit hohem Unterhaltungswert ganz ohne große Kosten verbringen zu können, war für Familien, bei denen es mit dem Geld nicht so gut aussieht, ein wunderbarer Moment. Zudem bricht vielen Vereinen, Institutionen und Organisationen nun auch eine gute und in den vergangenen Jahren gerne genutzte Gelegenheit weg, auf sich aufmerksam zu machen, auf die eigene Arbeit zu verweisen und auch neue Mitglieder zu werben.

Was das Familien- und Kinderfest in den zurückliegenden Jahren immer wieder auszeichnete und diesmal bei den jungen und jüngsten Besuchern nach der Absage schmerzlich vermisst werden wird, das waren die Auftritte bekannter Stars und Figuren aus den jeweils angesagten Unterhaltungsformaten für Kinder. So waren im vergangenen Jahr JoNaLu absolut nachgefragt. Dieser Dauerbrenner aus dem Kika-Programm hatte 2019 rund um die offizielle Eröffnung der Veranstaltung viele Gäste vor die große Bühne im Eingangsbereich des Stadtparks gezogen. Und schon damals hatte Barbara Emser aus dem Organsationssteam verdeutlicht, dass man solche Attraktionen wie auch das gesamte Programm nicht mal eben so aus dem Boden stampfen könne. „Hinter einer solchen eintägigen Veranstaltung steckt eine lange Planung und Vorbereitung.“ Damit dies nun nicht kurz vor Schluss im Chaos bei allen Beteiligten endet, hat die Stadt beim Familien- und Kinderfest nun auf der Zielgeraden die Reißleine gezogen.

Spiel, Spaß, viel Information und gute Unterhaltung, dass sind die Grundpfeiler der Homburger Großveranstaltung im Stadtpark. Foto: Thorsten Wolf

Mit Blick aufs kommende Jahr sagte Kruthoff schließlich: „Von Seiten der Stadtverwaltung hoffen wir auf Verständnis und vor allem, dass bei einer Neuauflage mit vielen Vereinen und Institutionen als Beteiligte und auf die Familien mit ihren Kindern als Besucherinnen und Besucher gerechnet werden darf.“