Familien- und Kinderfest am 23. Juni im Stadtpark in Homburg

Am 23. Juni im Stadtpark Homburg : Das Kinderfest zeigt sich umweltbewusst

Spielen, basteln, zuschauen, Neues erfahren: All das kann man beim Familien- und Kinderfest am Sonntag im Stadtpark in Homburg erleben. Diesmal hat man sich Nachhaltigkeit besonders auf die Fahnen geschrieben.

Grün ist die Farbe, die beim großen Familien- und Kinderfest, sowieso schon immer zentral ist. Zum einen wird schließlich im Homburger Stadtpark, also im Grünen, gefeiert. Zum anderen ist eine der Aktionszonen sowieso dem Thema Natur und Umwelt gewidmet. Und auch bei der 21. Auflage an diesem Sonntag, 23. Juni, 11 bis 18 Uhr, wird es hier zum Beispiel eine kleine Pflanzaktion geben, außerdem einen Lehrbienenstand und vieles mehr. Diesmal aber will man bezogen auf die gesamte Veranstaltung sozusagen noch draufsatteln, auch mit Blick auf die Zukunft. Also machen die Veranstalter in Sachen Umweltschutz richtig ernst und das Fest zur Plastik freien Zone. „Plastikfrei, wir sind dabei“, so kündigen es die beiden langjährigen Organisatorinnen des Festes, Anke Michalsky und Barbara Emser, beide von der Stadt Homburg, beim Besuch in unserer Redaktion an.

Konkret bedeutet das, dass alle Vereine, die das Fest mit ihren vielen Angeboten stemmen und die auch Essen und Getränke anbieten, aufgerufen sind, anstatt Plastiktellern, -gabeln und Co. „kompostierbare Alternativen“ zu verwenden. Diese Produkte, die etwas aus Holz, Pappe, essbaren Varianten, bei Strohhalmen etwa aus ungekochten Makkaroni bestehen könnten, hielten sich auch „kostenmäßig noch im Rahmen“, letztlich sei dies nicht wesentlich teurer als die Plastikausführungen, sagen die beiden, die dazu auch ausführlich recherchiert haben. Das, was andernorts möglich sei, nämlich gebrauchte Teller, Gläser und Becher einfach zu spülen, sei im Stadtpark jetzt schon deswegen nicht umzusetzen, da das Gebiet Wasserschutzzone sei, das Problem, das Abwasser aufzufangen und fachgerecht zu entsorgen, sei noch nicht gelöst. In anderen Städten, etwa in Berlin, gebe es für Großveranstaltungen mittlerweile feste Spülcontainer.

Auch bei anderen Aktivitäten und Angeboten am Sonntag gebe man übrigens Tipps, wie Müll im Allgemeinen und Plastik im Besonderen vermieden werden könne, erläutern sie. Bei den Bastelarbeiten könne etwa die Devise gelten „Aus alt mach neu“, so würden zum Beispiel Sommerhüte aus altem Papier gebastelte. Auch den Kinderflohmarkt, den es diesmal erneut geben wird, stellen sie in den Zusammenhang der „Anti-Wegwerf-Tendenz“.

Nun ist es nicht so, dass man beim Kinderfest erst auf der Nachhaltigkeitswelle surft, seit die erneut zum Topthema geworden ist. Bereits von Anfang an, so beschreibt es Michalsky, habe man auf Umweltaspekte gesetzt. So gebe es seit 21 Jahren ein Müllvermeidungs- und Mülltrennungskonzept. Vereine seien etwa schon immer aufgefordert gewesen, ihren Plastikmüll in gelben Säcken zu sammeln und mitzunehmen. Und auch der Fairtrade-Gedanke wird seit einigen Jahren gepflegt. Wer etwa Kaffee anbietet, der soll auf die fair gehandelten Angebote zurückgreifen, gern gesehen wird das auch bei anderen Produkten.

Auch wenn Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle spielt, am Sonntag kann natürlich wie gewohnt gespielt, geschaut, ausprobiert werden. Dafür haben sich Vereine und Organisationen wieder jede Menge einfallen lassen. Diesmal haben sich besonders viele angemeldet, insgesamt 90, sonst liegt man durchschnittlich bei um die 75 bis 80. Und gerade beim Bühnenprogramm habe es so viele gegeben, die auftreten wollen, dass man sich entschlossen habe, eine dritte Bühne aufzustellen. Bei 35 000 Euro liegt man beim Etat, führen sie aus. Die Extra-Bühne sei über Josh, die jugendorientierte Stadt Homburg, finanziert worden, erklären sie. Auch Sponsoren gibt es jedes Jahr wieder.

Bühne Nummer drei wird im Kreativbereich stehen, die Sportbühne behält ihren bekannten Standort vor dem alten Freibad, ebenso wie die Hauptbühne, die am Floßteich aufgebaut wird. Auch besondere Gäste erwartet man. Diesmal treten zwei Mäuschen und ein Marienkäfer, bekannt aus der Fernsehshow JoNaLu, auf. Außerdem ist Lara Life, die frühere Lara Zaubermaus, mit ihrer magisch-musikalischen Show auf der Bühne zu sehen.

Ansonsten gilt: Kommen und treiben lassen. Dann trifft man Künstler, die schon mal da waren, entdeckt vielleicht generell eher Bekanntes wie die immer beliebten Angebote der Polizeiinspektion Homburg, die seit Jahren dabei ist, oder Neues. Man landet eventuell bei der Phantasiothek, die auch ein kleines Kindertheater bietet, oder übt in einem Kletterparcours, spielt auf dem Wasserspielplatz, auf dem in diesem Jahr auch wieder das Schiff zu finden ist.

Bleibt der alljährlich mehr oder weniger sorgenvolle Blick aufs Wetter: Auch da sind die beiden wie stets optimistisch. „Wir mussten noch nie absagen“, höchstens mal etwas umstellen. Und eine letzte Bitte in Sachen Nachhaltigkeit haben sie dann auch noch: Man sollte möglichst klimafreundlich zum Fest kommen: beispielsweise mit dem Rad oder in Fahrgemeinschaften.

Anke Michalsky (links) und Barbara Emser, die Organisatorinnen des Homburger Familien- und Kinderfestes, haben in unserer Redaktion über Besonderheiten der aktuellen Auflage gesprochen. Foto: Ulrike Stumm
Auch Hochrad-Hieronymus wird wieder auf dem Familien- und Kinderfest am unterwegs sein. Foto: Georg Morgenthal
Lara Life zeigt ihre musikalische Zaubershow für die ganze Familie. Foto: Comet Laborenz

Familien- und Kinderfest im Homburger Stadtpark am Sonntag, 23. Juni, 11 bis 18 Uhr.

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