Es kommen weniger Flüchtlinge an

Auch angesichts der im Moment geringeren Flüchtlingszahlen, im März kamen bis jetzt 23 Menschen nach Homburg, will die Stadt weiter Wohnraum vorhalten. Es gebe derzeit Überlegungen auf einem städtischen Gelände an der Entenmühle Unterkünfte zu bauen, sagte die Beigeordnete Christine Becker.

Es kommen weniger Flüchtlinge an
Es kommen weniger Flüchtlinge an

Die Grenzschließungen auf dem Balkan haben bekanntlich deutschlandweit einen deutlichen Rückgang der Flüchtlingszahlen bewirkt. Das, was die Bundesregierung kürzlich bestätigt hat, ist auch in Homburg zu spüren. Das zeigt ein Blick auf die Zahlen: 99 Flüchtlinge kamen im vergangenen Oktober an, 168 im Dezember, 72 im Februar - im März waren es bislang 23 Menschen. Die Zahl der Flüchtlinge wird also auch in Homburg kleiner. Das bestätigte die erste Beigeordnete der Stadt, Christine Becker, jetzt im Gespräch mit unserer Zeitung. Wobei der Grund für die vermeintliche Rekordzahl im Dezember darin liegt, dass es im November nach Absprache eine kleine Pause gegeben habe. Damals wurde gerade das Flüchtlingszelt auf einem Gelände nahe dem Homburger Freibad aufgestellt, erläuterte Claudia Ohliger vom Amt für Jugend, Senioren und Soziales zu der Statistik. Diese zeigt aber auch: Die Zahl der Menschen, die nach Homburg kommen, ist immer noch deutlich höher als im Vergleich zum Vorjahr. So wurden im März 2015 gerade einmal zehn ankommende Flüchtlinge verzeichnet.

Aktuell lebten 870 Flüchtlinge in Homburg , informiert die Beigeordnete Becker. Das Zelt sei derzeit mit knapp 100 Menschen belegt. Ausgelegt ist es für gut 200 Personen. Familien und Frauen mit Kindern seien bislang nicht in dieser Zeltunterkunft untergebracht worden. Die Stadt werde weiter nach Wohnraum suchen, so Becker. Sie gehe davon aus, dass es sich nur um eine Pause handele. Sie denke, dass es im Sommer wieder einen größeren Zustrom geben werde. Derzeit gebe es Überlegungen der Stadt, auf einem städtischen Gelände an der Entenmühle Wohngelegenheiten in der "günstigeren Holzständerbauweise" zu schaffen. Dies sei durchaus eine größere Anlage mit wertigen Wohnungen - auch für den sozialen Wohnungsbau geeignet - mit einer Lebensdauer von etwa zehn Jahren, nannte Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff Details. Ebenfalls für Flüchtlinge ausgebaut werde derzeit die alte Jägersburger Schule. Die Wohnungen, die für Flüchtlinge in Hasenäckerstraße bereit stehen, seien zum großen Teil belegt, sagte Christine Becker. Die Stadt helfe den Menschen auch dann noch weiter, wenn sie anerkannt seien, und selbst nach Wohnungen suchen müssten, erläuterte Becker. Private Vermieter seien da oft skeptisch.

Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon hatte sich kürzlich bei der Eröffnung der Dependance der Landesaufnahmestelle Lebach in Sulzbach zur derzeitigen Situation bei den zuziehenden Flüchtlingen geäußert: Er gab zu bedenken, dass sich die Situation in wenigen Monaten wieder erheblich verschärfen könnte. Zu Spitzenzeiten waren in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres 4000 Menschen in Lebach untergebracht und warteten darauf, auf die Kommunen verteilt zu werden.

In Homburg hatte sich der Zuzug der Flüchtlinge im vergangenen Jahr auch bei den Einwohnerzahlen bemerkbar gemacht. Erstmals seit Jahren gab es nämlich 2015 wieder mehr Homburger, insgesamt rund 43 600, ein Plus von gut 600 Menschen im Vergleich zum Vorjahr, hatte Stadt-Pressesprecher Kruthoff dazu mitgeteilt. Und hier spielen die Flüchtlinge eine wichtige Rolle. Denn: Diese Zahl, erläuterte Kruthoff bei der Veröffentlichung dieser Statistik, "beinhaltet auch die zu uns gekommenen Flüchtlinge. Auch die Bewohner der Zelthalle gelten natürlich als neue Einwohner, schließlich müssten alle, die in Homburg wohnen, registriert werden, führte er aus. Natürlich gelte es nun abzuwarten, wie viele dieser Menschen in Homburg blieben. Das seien mit Sicherheit nicht alle.