Erstsemester Medizin beginnen am Uniklinikum in Homburg

Ein neuer Lebensabschnitt : Jetzt beginnt die schönste Zeit im Leben

Rund 300 junge Leute begannen ihr Studium in Homburg. Nach der Begrüßung im Hörsaal waren sich alle einig: Homburg wird super.

Als Johannes seinen Zulassungsbescheid für das Medizinstudium bekam, stand da nicht „Hamburg“ sondern „Homburg“. Er habe sich die Augen gerieben und erst mal richtig draufgucken müssen, sagt der junge Mann aus Hamburg: „Aber ganz ehrlich, enttäuscht war ich nicht. Ich hatte zwar als ersten Wunsch Hannover angegeben, aber ich glaube, jedem, der Medizin studieren möchte, ist der Ort erst einmal egal. Hauptsache, man hat einen Platz für sein Wunschfach bekommen.“

Emily, die aus der Nähe von Köln kommt, gab auch zu, dass Homburg nicht ihre erste Wahl war, findet die Stadt nach den ersten Erkundungstouren aber „total süß und sympathisch“. Sie ist sicher, dass sie sich in Homburg wohlfühlen wird und freut sich, dass das Studium nun beginnt. Paulina aus Dortmund ist zufrieden, dass sie einen der begehrten Zahnmedizin-Studienplätze bekommen hat, egal wo: „Die Homburger Zahnmedizin ist sehr klein, aber das stört mich nicht, im Gegenteil. Ich finde, eine Kleinstadt wie Homburg und eine Fakultät ohne Massenbetrieb haben große Vorteile.“

Die traditionelle Begrüßung der „Erstis“, wie die Erstsemester liebevoll genannt werden, übernahm wieder der Dekan, Professor Michael Menger. Er ging mit Humor und der üblichen Ironie auf die geschichtlichen Hintergründe Homburgs ein und erwähnte berühmte Saarländer und Pfälzer, die aus der näheren Umgebung stammen, von Rockefeller über Eisenhower bis Trump. Was die jungen Leute im Hörsaal durchaus beeindruckte.

Zumindest diejenigen, die nicht aus dem Saarland stammten, also etwas mehr als die Hälfte der Erstis, die Homburg erst einmal auf der Landkarte oder per Navi suchen mussten und sich komplett in die Pampa versetzt fühlten.

Ein Gefühl, das Menger aber schnell ins Positive umkehren konnte: „Sie sind hier in der mittigen Mitte von Europa. Sie sind hier nicht in das North Dakota von Deutschland gekommen, sondern mitten ins Herz.“ Und man würde im Saarland zweimal weinen, einmal, wenn man hingeschickt werde und einmal, wenn man wieder weggehen müsse. Obwohl das Weggehen noch in weiter Ferne liege, denn „heute ist der erste Tag der schönsten Zeit Ihres Lebens“, so Menger. Ein Satz, der natürlich jeden Ersti in Begeisterung versetzte, leicht ironisiert von der Nachfolge-Bemerkung: „Sie werden also die sechs schönsten Jahre ihres Lebens in Homburg verbringen.“

Aber zu diesem Zeitpunkt war sich die Mehrheit der jungen Leute im Hörsaal schon einig: Eigentlich ist es doch super hier. Und als sie dann noch vom Präsidenten der Saar-Uni, Professor Manfred Schmitt, besonders herzlich begrüßt und von der ersten Beigeordneten der Stadt Homburg, Christine Becker, in Homburg willkommen geheißen wurden, war die Vorfreude aufs Studium fast schon mit Händen zu greifen. Hinzu kamen dann noch die verlockenden Partys und Erstsemester-Kneipentouren, die der Asta und die Fachschaft Medizin in Aussicht stellten.

Nikki aus Luxemburg, Hagen aus Rheine und Maria aus Dortmund haben sich erst vor ein paar Tagen kennengelernt, denn sie wohnen zufällig unter einem Dach in der Saarbrücker Straße – eine Art WG, die aber die Vermieterin ausgesucht hat. Alle drei hatten ursprünglich andere Wunsch-Studienorte angegeben, aber nun haben sie sich in Homburg zusammengefunden und sind entschlossen, das Beste daraus zu machen. Nikki hat nicht weit bis Luxemburg, Maria ist froh, dass ihr Freiwilliges Soziales Jahr in Homburg anerkannt wurde, und Hagen findet nach dem ersten Eindruck: „Homburg gefällt mir gut“. Wenn am Freitag ab 14 Uhr junge Leute etwas konfus durch Homburg laufen, dann sind es die „Erstis“ bei der Stadtrallye. Die älteren Semester haben sich das Spiel ausgedacht, um die Neuen mit ihrer neuen Heimat vertraut zu machen.

Melanie (links) kommt aus Landau, sie hat es nicht so weit nach Hause wie Paulina aus Dortmund, die froh ist, einen Zahnmedizin-Platz zu haben. Foto: Christine Maack
Nikki aus Luxemburg, Hagen aus Rheine und Maria aus Dortmund (v.l) wohnen nun in der Saarbrücker Straße in Homburg. Und freuen sich aufs Studium. Foto: Christine Maack

Wie vom Dekanat zu erfahren war, hat die Medizinische Fakultät des Saarlandes 281 Humanmedizin-Studienplätze und 27 Plätze für Zahnmedizin besetzt, also das, was man gerade noch verkraften kann. Meist kommen noch ein paar Nachzügler hinzu, aber mehr als insgesamt 310 „Erstis“ sind es nie.

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