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Erster Rap Freestyle Battle in Homburg mit magischen Momenten

Rap Freestyle Battle in Homburg : Wenn verbal die Fetzen fliegen

In Homburg gab es jetzt einen Rap Freestyle Battle. Der kam gut an. Es hätte nur mehr Publikum sein können.

Neuland betrat die Kneipe Bogarts kürzlich mit dem wahrscheinlich ersten Rap Freestyle Battle, das jemals in Homburg durchgeführt wurde. Zur Erklärung: „Freestyle“ kennzeichnet die freie Improvisation mit Worten, bei der ein Rapper ad hoc seine „Rhymes“, also Reime, auf einen vom DJ abgespielten Beat finden muss. Von einem „Battle“ wiederum spricht man, wenn mehrere Rapper in dieser Disziplin gegeneinander antreten. Oft geht es thematisch dann einfach darum, den Kontrahenten zu „dissen“, das heißt, ihn zu beschimpfen. Das gehört zum Wettkampf dazu und wird von allen Seiten problemlos akzeptiert. Das Publikum entscheidet per Akklamation über den Sieger.

Fast wäre es im Bogarts aber gar nicht zum Battle gekommen, denn vier Freestyler hatten kurzfristig abgesagt. Wenigstens konnte Organisator Christian Weick, deutsch-chilenischer Medizin-Doktorand und selbst Rapper, einige Szene-bekannte Künstler begrüßen: Hanuman und Darko aus Saarbrücken, Maik aus Kaiserslautern, Tagdieb aus Schönenberg-Kübelberg, Al Pérignon aus Homburg und der aus Kirkel stammende Yoni, der jetzt in Berlin lebt.

Alle stellten im Keller des Bogarts einige ihrer selbst produzierten Tracks vor, sodass das Ganze zunächst eher einen Konzertcharakter annahm. Im Gedächtnis hängen blieben dabei der 19-jährige Al Pérignon mit seinen deutsch-türkischen Texten und Yoni, der zum Teil a cappella rappte und trotz seiner düster-depressiven Texte das Publikum begeisterte. Einmal mit den Zuhörern warm geworden, verabredeten sich diese beiden dann doch zu einem Freestyle Battle. Bei dem flogen ordentlich die Fetzen. Auch Tagdieb und Maik trauten sich dann noch ans Battle-Mikrofon.

Das freute Organisator Christian Weick am Ende ungemein: „Das war ein sehr toller Abend mit sehr viel Hiphop und Herz. Ich hoffe, dass wir das noch mal machen werden. Wir wollen die Rapper hier in der Region vereinen und uns gegenseitig unterstützen.“ Tatkräftig zur Seite stehen ihm seine beiden Brüder Lukas und Manuel, wobei letzterer als DJ fungierte.

Viel Lob bekam auch der mit Graffiti versehene Keller des Bogarts’, in dem die Veranstaltung stattfand: „Man geht da runter und denkt: Das ist Underground, das ist Hiphop, so wie es mal war“, kommentierte etwa Maik. Dem 28-Jährigen, der schon seit 13 Jahren rappt, hatte der Abend „Bock gemacht“, er würde bei einer Wiederholung auf jeden Fall wiederkommen. So sah das auch Tagdieb, der eigentlich Kevin Weber heißt und 30 Jahre alt ist. Yoni sagte, für ihn habe es den ein oder anderen magischen Moment gegeben. „Die Leute waren bei der Sache und haben aufgesaugt, was ich gerappt habe. Oft ist es so, dass nach einer Weile keiner mehr Interesse zeigt, so war das nicht hier. Das war ein guter Abend.“ Schade fand der 22-Jährige nur, dass beim Battle kein Sieger prämiert wurde.

Mit Al Pérignon gibt es in Homburg definitiv ein neues Rap-Talent. Der Abiturient textet zwar schon seit drei, vier Jahren, rappt aber erst seit einem Dreivierteljahr und hatte im Bogarts-Keller seinen ersten Auftritt überhaupt. Das hätte wohl kein Zuschauer vermutet, denn der junge Rapper, der eigentlich Alper Tzafer heißt, machte einen wirklich routinierten Eindruck.

Etwas besser noch hätte der Publikumszuspruch sein dürfen, so lautete jedenfalls das Urteil des Zuschauers Michael Kauczor: „Das sollte es öfter in Homburg geben, weil das wirklich etwas Neues war. Es war nur ein bisschen zu wenig los, hoffentlich kommen beim nächsten Mal mehr Leute.“

Dem stimmte auch Peter Stuchlik zu: „Ich fand es auch megacool, es hat Spaß gemacht. Es war ein bisschen zu wenig los, aber man hatte es auch kaum mitgekriegt. Etwas mehr Werbung wäre gut, dann läuft das auf jeden Fall.“