Erst nachdenken, dann kaufen

Homburg/Bexbach/Kirkel. Die katholische Jugend in der Saarpfalz und der Pfalz wehrt sich gegen aus ihrer Sicht falsch verstandene Advents- und Weihnachtszeit. "Am 6. Dezember ist Nikolaustag. Ein Tag, an dem an den heiligen Bischof Nikolaus gedacht wird, der als Nothelfer und Schutzpatron der Kinder, Schüler und Schiffsleute gilt

 Am 6. Dezember ist Nikolaustag. Ein Tag, an dem an den heiligen Bischof Nikolaus gedacht wird, der auch als Schutzpatron der Kinder, Schüler und Schiffsleute gilt. Es gehe nicht um eine Werbefigur, meint der BDKJ in seiner Sonderaktion. Foto: dpa

Am 6. Dezember ist Nikolaustag. Ein Tag, an dem an den heiligen Bischof Nikolaus gedacht wird, der auch als Schutzpatron der Kinder, Schüler und Schiffsleute gilt. Es gehe nicht um eine Werbefigur, meint der BDKJ in seiner Sonderaktion. Foto: dpa

Homburg/Bexbach/Kirkel. Die katholische Jugend in der Saarpfalz und der Pfalz wehrt sich gegen aus ihrer Sicht falsch verstandene Advents- und Weihnachtszeit. "Am 6. Dezember ist Nikolaustag. Ein Tag, an dem an den heiligen Bischof Nikolaus gedacht wird, der als Nothelfer und Schutzpatron der Kinder, Schüler und Schiffsleute gilt. Dieser Heilige hat nichts mit der Werbefigur Weihnachtsmann zu tun", sagt Kirsten Glaser, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Diözese Speyer. Darauf wolle man mit der Aktion "Vorfahrt für den Nikolaus - Der BDKJ /fair/ändert den Advent!" aufmerksam machen. Auch aus der Saarpfalz nehmen zahlreiche Pfarreien teil, darauf macht Sigrid Neumann von der Pfarreiengemeinschaft Homburg 2 gegenüber unserer Zeitung aufmerksam. Maria Hilf aus Bruchhof-Sanddorf beispielsweise habe bereits auf die Aktion aufmerksam macht.Der Verkauf für "faire Nikoläuse" beginne dort am 24. November. Bestellungen könnten übers Internet getätigt werden. Auch in der Pfarreiengemeinschaft Homburg 1 beteiligen sich nach Angaben von Silvia Hunsicker an der Aktion. Auch in anderen Pfarreien, etwa denen in Kirkel und Bexbach, werde auf die Aktion, auch in den Gottesdiensten, aufmerksam gemacht.

Mit dem Thema "Kritischer Konsum" möchte der BDKJ dazu ermutigen, das eigene Konsumverhalten zu reflektieren und zu überdenken. Eine Frage dabei könnte sein: Wie "fair" und nachhaltig produziert und gehandelt sind zum Beispiel die Nahrungsmittel, die man verbraucht? Materialien und Anregungen, wie man die Kampagne unterstützen kann, so Glaser, findet man auf der Aktionsseite www.vorfahrt-fuer-den-nikolaus.de. Mitmachen bei der Aktion können Gruppen, Kindertageseinrichtungen und "alle, die dem Nikolaus Vorfahrt einräumen wollen", so der BDKJ.

Auf protestantischer Seite gibt es seit Jahren bereits die Aktion "Weihnachten ist immer erst im Advent". Kirchenrat Wolfgang Schumacher von der Protestantischen Landeskirche in Speyer, zu der auch die Gläubigen aus den saarpfälzischen Gemeinden gehören, sagte auf Anfrage: "Diese Aktion wird es natürlich auch in diesem Jahr wieder geben."

Infos unter Tel. (0 68 41) 6 87 01 11, E-Mail: pfarrei.st-fronleichnam@t-online.de; Tel.: (0 68 41) 7 83 41 (St. Andreas) , Tel. (0 68 41) 97 08 60 (Pfarrverband) und Tel. (0 62 32) 10 25 21; E-Mail: kirsten.glaser@bdkj-speyer.de.

bdkj-speyer

kirche-homburg.de

Foto: BDKJ

Auf einen Blick

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ist der Dachverband von 16 katholischen Jugendverbänden in Deutschland. Er vertritt in 27 Diözesen die politischen, sozialen und kirchlichen Interessen von rund 500 000 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In der Diözese Speyer haben sich sieben Jugendverbände mit 9000 Mitgliedern, darunter über 1200 aus der Saarpfalz, unter dem Dach des BDKJ zusammengeschlossen. Die einzelnen Verbände haben unterschiedliche Zielgruppen, Strukturen, Arbeitsformen. Sie sind demokratisch organisiert und beschließen selbstständig über Ziele und Inhalte.

Der Faire Handel wurde in Deutschland in den 1970er Jahren unter anderem durch die evangelischen und katholischen Jugendverbände ins Leben gerufen. Er soll eine Alternative zu ungerechten Weltwirtschaftsstrukturen darstellen. Insbesondere Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ermöglicht der Faire Handel die Teilhabe am Markt. Faire Produkte setzen sich mehr und mehr durch, besonders in den größeren Städten: Sie gibt es im Weltladen, aber auch in immer mehr Bioläden, Supermärkten, sogar in Discountern. jkn