Erlesener Hörgenuss

Homburg. Es war ein erlesenes Programm, und es waren nicht minder erlesene Künstler, die am Freitag in der Kirche St. Fronleichnam für einen ganz besonderen vorweihnachtlichen Hörgenuss gesorgt haben: Tatjana Ruhland an der Flöte, Christian Schmitt an der Orgel, der Homburger Frauenchor unter der Leitung von Kurt Kihm, Ulrike Schäfer als Solo-Sopranistin und Paul O

Homburg. Es war ein erlesenes Programm, und es waren nicht minder erlesene Künstler, die am Freitag in der Kirche St. Fronleichnam für einen ganz besonderen vorweihnachtlichen Hörgenuss gesorgt haben: Tatjana Ruhland an der Flöte, Christian Schmitt an der Orgel, der Homburger Frauenchor unter der Leitung von Kurt Kihm, Ulrike Schäfer als Solo-Sopranistin und Paul O. Krick am Klavier präsentierten Werke von Bach, Karg-Elert, Mozart oder auch Camille Saint-Saens.

Wohl die derzeitige zeitliche Dichte von vorweihnachtlichen Veranstaltungen sorgte allerdings dafür, dass das Konzert, moderiert von Roland Kunz vom Saarländischen Rundfunk, nicht so viel Zuspruch erhielt, wie es unüberhörbar verdient hätte. Klaus Kell, Leiter des Amtes für Kultur und Tourismus und im Auftrag von Stadt und Kirchengemeinde St. Fronleichnam für die Organisation des Abends verantwortlich, zeigte sich aber dessen ungerührt. "Die Qualität des Konzertes wird heute Abend nicht unter dem eher mäßigen Zuspruch leiden, davon bin ich überzeugt."

Und Kell sollte mit seiner Prognose vor Beginn des Abends recht behalten. Entscheidenden Anteil daran hatte natürlich das komplexe Ensemble, mit Christian Schmitt und Tatjana Ruhland konnte Kell, neben dem schon genannten Homburger Frauenchor - geleitet von Kurt Kihm und begleitet von Paul O. Krick -, Solisten von internationalem Ruf für den Auftritt in Homburg gewinnen. Über Schmitt sagte Kell: "Schmitt gehört zu den Top-Organisten seiner Generation und agiert weltweit. Er spielt mit den Berliner Philharmonikern zusammen und hatte in diesem Jahr seine Premiere bei den Salzburger Festspielen." Und auch hinsichtlich Tatjana Ruhlands Qualität ließ Kell im Gespräch mit unserer Zeitung keine Zweifel aufkommen. "Sie ist die erste Solo-Flötistin des SWR-Rundfunkorchesters in Stuttgart. Das ist keine kleine Hausnummer. Auch hier haben wir also eine Spitzenmusikerin."

Doch den Abend auf diese beiden international renommierten Solisten zu fokussieren, würde dem Konzert nicht gerecht. Mit Ulrike Schäfer als Solo-Sopranistin hatte auch der Homburger Frauenchor einen wesentlichen Anteil, dessen Leiter Kurt Kihm zeigte sich vor dem Konzert entspannt. "Klaus Kell hat uns im vergangenen Jahr darum gebeten, dieses Konzert chorisch zu umrahmen. Da haben wir natürlich zugesagt. Wir werden uns heute Abend bemühen, alles schön zu gestalten." Aus seinem großen Repertoire wählte der Frauenchor der Zeit entsprechend Adventliches aus. So erklang unter anderem das Kyrie von Marc Patterson im weitern Rund der Kirche St. Fronleichnam.

Organist Christian Schmitt gewährte vor seinem Auftritt einen kleinen Einblick die eigene Gefühlswelt und in die Vorbereitungen für das Konzert in Homburg. "Das wichtigste bei einem solchen Orgelkonzert ist zu wissen, auf welches Instrument man sich einlässt." Im Falle der Orgel von St. Fronleichnam sei das eine der Firma Meyer aus Heusweiler. "Auf solchen Instrumenten bin ich groß geworden. Es ist fast eine musikalische Heimkehr."