Einzelhandel unter der Lupe

Homburg. Wer in Homburg einkauft, hat gute Chancen, dass er kompetent und zuvorkommend bedient wird. Das ist das Ergebnis des zweiten Homburger Kundenspiegels

Homburg. Wer in Homburg einkauft, hat gute Chancen, dass er kompetent und zuvorkommend bedient wird. Das ist das Ergebnis des zweiten Homburger Kundenspiegels. Ende November 2008 hatten Interviewer des niederbayerischen Marktforschungsinstituts MF Consulting Dieter Grett nach 2005 wieder rund 900 repräsentativ ausgewählte Personen befragt, in welchen der 89 auf dem Fragebogen aufgeführten Geschäften sie in den letzten zwölf Monaten etwas gekauft haben, sie sich beraten haben lassen oder sie sonstige Leistungen in Anspruch genommen haben. Die Befragten gaben daraufhin an, wie zufrieden sie mit den Leistungen der Geschäfte in drei wichtigen Leistungskriterien waren oder sind. Nach Angaben des Instituts wurde nach der Zufriedenheit mit der Freundlichkeit, der Beratungsqualität und dem wahrgenommenen Preis/Leistungsverhältnis in den Geschäften gefragt. Durchschnittlich 83,1 Prozent der nach Geschlecht und Alter repräsentativ ausgewählten Personen, die in Homburg öfter einkaufen, hätten angegeben, dass sie mit der Freundlichkeit in den ausgesuchten Geschäften (sehr) zufrieden sind. "Dies bedeutet im Vergleich zu 125 anderen deutschen Städten den guten 34. Platz", so die Forscher. Saarbrücken liegt in dieser Untersuchung auf Rang 55. Es ergebe sich im Vergleich zu 2005 (84,3 Prozent) ein leichter Rückgang der Kundenzufriedenheit im Merkmal "Freundlichkeit" um 1,2 Prozent-Punkte. Die relativ hohe Zufriedenheit beim Merkmal "Freundlichkeit" sei für die Einkaufsstadt Homburg "im Rahmen eines nach wie vor problematischen Umfeldes im Einzelhandel enorm wichtig". Beim Merkmal Freundlichkeit zeigten sich im Branchenvergleich fünf von zehn Branchen gegenüber 2005 verbessert, "zwei Branchen konnten ihr Ergebnis relativ stabil halten, eine Branche musste leider ein leichtes Absinken der Zufriedenheit quittieren, und zwei Branchen sind zum ersten Mal in der Wertung", so das Institut. Am meisten verbessert hätten sich die Einrichtungshäuser und die Buchhandlungen. Es gebe bei den untersuchten Geschäften 2008 neben der positiven Grundausrichtung im Gesamtergebnis einige Besonderheiten. Das subjektiv wahrgenommene Preis-/Leistungsverhältnis werde in der jüngsten Untersuchung in Homburg in fast allen Branchen genau so kritisch wahrgenommen wie vor drei Jahren. In vier Branchen habe sich die Zufriedenheit mit dem Preis/Leistungsverhältnis sogar leicht verschlechtert. Beides widerspreche dem Trend in vielen anderen Städten. Gerade in Städten, die sich im Merkmal Freundlichkeit bei ihren Werten positiv präsentieren, beobachteten die Forscher eine steigende Akzeptanz des Preis/Leistungsverhältnisses. Meinung

Der Kunde ist der König

Von SZ-RedakteurJoachim Schickert Es geht uns allen so beim Einkaufen: Macht die Bedienung an Theke, Kasse oder Wurststand den Eindruck, als sei die Kundschaft ihr egal, dann hemmt das auch die Einkaufsfreude bei uns. Und vor allem die Lust aufs Wiederkommen. Deshalb wird jeder Gewerbetreibende sich selbst und seine Angestellten immer wieder an das Sprichwort erinnern, nach dem der Kunde König ist. Auch wenn Homburg beim Erstellen des neuesten Kundenspiegels gegenüber dem Jahr 2005 in puncto Kundenfreundlichkeit etwas zurückgefallen ist, so steht man mit über 83 Prozent zufriedener Käufer doch recht gut da. Doch dies ist für die Geschäftsleute kein Grund die Hände in den Schoß zu legen. Der Kunde ist und bleibt der Maßstab, an dem sich die Geschäftsleute orientieren müssen. Schließlich ist er es, der sein Geld im Geschäft lässt. Diejenigen, die in der Käufergunst nicht so gut wegkommen, sollten ihr Konzept überdenken. Wenn sich, wie geschehen, beispielsweise nur ein knappes Drittel aller Kunden zufrieden äußern, müssen beim Geschäftsführer die Alarmglocken läuten. Auf einen BlickDer größte Vorteil der Kundenspiegel liegt nach Angaben des Instituts für Marketing und Marktforschung MF Consulting vor allem in der direkten Vergleichbarkeit der Werte des eigenen Unternehmens mit den marktrelevanten Mitanbietern vor Ort. Am Mittwoch, 7. Januar, erhalten alle eingebundenen Firmen nähere Informationen zum Aufbau der Untersuchung und ein Angebot zum Erwerb ihrer Marktforschungsergebnisse im direkten Vergleich zu ihren lokalen Branchen-Mitanbietern. ert