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Einöd will Ausweitung des „Bussi“

Stadtbusverkehr nicht in allen Stadtteilen : Einöd will Ausweitung des „Bussi“

Schon 2018 habe man die Stadt gebeten, die Stadtbuslinie auszudehnen – ohne Ergebnis. Dabei besteht auch andernorts Bedarf.

Wer hat es nicht gerne, das Bussi? Ein universelles Zeichen der Zuneigung, ein Küsschen rechts, ein Küsschen links. Und auch in Einöd hätte man gerne ein Bussi – allerdings keines auf die Wange, sondern eines auf der Straße. Die Rede ist natürlich von der Homburger Stadtbuslinie, dem „Bussi“. Hier fühlt sich Einöd ziemlich abgehängt, denn: In Sachen ÖPNV muss man sich dort auf die Linie R7 beschränken.

Und die fährt entlang der Hauptachsen, nicht aber links und rechts davon. Genau dieses Thema brachte die Einöder SPD in der vergangenen Woche auf die Tagesordnung der Ortsratssitzung. In einem Antrag formulierte Fraktionssprecher Ulrich Fremgen Probleme und Lösungen. „Seit vielen Jahren besteht der Wunsch des Ortsrates, eine Verbesserung der Linienanbindung von Einöd und Schwarzenacker an das bestehende, städtische Bussystem herbeizuführen. Bedingt unter anderem durch die starke Bautätigkeit in und um Einöd und Schwarzenacker mit dem neuen Baugebiet in der Heinrich-Spoerl-Straße wäre eine Ergänzung des ÖPNV von großem Vorteil“, so Fremgen. Er verwies auch darauf, dass der Ortsrat nicht zum ersten Mal entsprechende Anstrengungen unternehme, auch für Einöd ein Bussi zu bekommen. Mit Blick in diese Geschichte erinnerte Ortsvorsteher Karl Schuberth (SPD) daran, dass man hier schon mal weit vorgedrungen war „und dann hat es auf einmal wieder gestockt.“

Ein wichtige Rolle bei den Bemühungen, den Homburger Stadtbus in seiner Linienführung bin nach Einöd zu bringen, habe hier bislang auch, wie Schuberth verdeutlichte, das Einöder Stadtratsmitglied Daniel Neuschwander (SPD) gespielt. Er habe einen entsprechenden Antrag in den Aufsichtsrat der Homburger Stadtbus- und Parkhausgesellschaft (HPS) eingebracht. Neuschwander selbst äußerte sich in der Ortsratssitzung zum gegenwärtigen Stand. „Ich habe im April 2018 den Antrag gestellt, dass Einöd an die Stadtbuslinie angeschlossen wird.“ Damals sei alles recht zügig angegangen worden, und es habe sich herausgestellt, dass man eine Buslinie, „die vom Bahnhof über die Uni bis zur Birkensiedlung fährt, einfach nur bis Einöd verlängern muss.“ Das wäre, wie Neuschwander schilderte, kostengünstig gewesen und leicht umsetzbar. In einer nachfolgenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses des Stadtrats habe sich aber herausgestellt, dass auch in anderen Homburger Stadtteilen, so in Beeden und Jägersburg, Bedarf an einer Anbindung ans Stadtbus-Netz besteht. „Es wäre also eine Überarbeitung des Linien-Netzes notwendig. Deswegen hat man den Antrag zurückgestellt – bis ein Gesamtkonzept erarbeitet ist.“ Dieser Prozess dauere seit dem an. „Mittlerweile haben wir 2020 und es ist noch kein Konzept da.“ Nun wolle man aber nicht mehr warten, so Neuschwander, und stelle jetzt erneut den Antrag.

Der Ortsrat wurde in seiner Forderung, verbunden mit einem entsprechenden Vorschlag, auch recht konkret. So könnte das „Bussi“ schon bestehende Schulbus-Haltestellen in der Eichendorf-Straße, der Heinrich-Spoerl-Straße und der Straße „Im Wieschen“ anfahren. Dies sei ein guter Anfang, so Schuberth. Dabei gehe es nicht darum, wie der Ortsvorsteher klar machte, die bestehende Linie R7 zu ersetzen, vielmehr wolle man eine zusätzliche Anbindung abseits der Hauptachsen – um so Wohngebiete mit dem ÖPNV zu erschließen. Auch nötig sei, dass das angekündigte Nahverkehrskonzept komme. „Es ist doch ganz wichtig, dass wir eine vernünftige Verbindung von Bus und Bahn haben. Da muss jetzt halt von Fachleuten ein Konzept erstellt werden.“

Erstmal werden sich HPS und Stadt aber mit dem erneuten Antrag der Einöder zur Anbindung des Stadtteils an das Bussi-System befassen müssen. In einem ersten Schritt sollen hier, wie der Ortsrat in der Sitzung klar forderte, die genannten drei Straßen (Eichendorf-Straße, Heinrich-Spoerl-Straße und „Im Wieschen“) angefahren werden, weitere Bereiche wie die Lenaustraße und Breitenstein sollen in der Zukunft folgen. Einer eher unkonkreteren Formulierung des Beschlusses erteilte Schuberth eine Absage, denn dann würde sich, so seine Einschätzung, erneut nichts tun.