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Ferienprogramm im Römermuseum: Einen Tag lang mal ein Römer sein

Ferienprogramm im Römermuseum : Einen Tag lang mal ein Römer sein

Von der Neuzeit in die Antike eintauchen macht allen Kindern Spaß. In Schwarzenacker konnte man verschiedene Tätigkeiten aus römischer Zeit ausüben und noch dazu nach antiken Rezepten gut essen. 

Auch die Liebe zur Sprache geht mitunter durch den Magen. Stimmt nicht? Stimmt doch! Und den Beweis traten gestern 13 richtig aufgeweckte Mädchen und Jungen beim Ferienprogramm im Römermuseum in Schwarzenacker an. Auf dem Plan: Römische Schriftzeichen, römische Zahlen und der Abakus als historischer Vorgänger des allseits beliebten Taschenrechners. Doch was machen, wenn man, clever wie ist, schon ganz fix deutsche Worte in römischen Schriftzeichen schreiben kann? Man sorgt dafür, dass die museumseigene Schau-Gasstätte, der „Capitolinus“ eine Speisekarte bekommt – quasi als kleine „Zwischenprüfung“ rund um das Erlernte.

Doch der Ausflug der 13 „römischen Schriftgelehrten“ in die Welt des Kochens mit „Kartoffeln mit Lachs“, „Apfelschorle“ und „Spinat“ war natürlich nur ein Teil dessen, was den Mädchen und Jungen nicht nur die Schrift, die Zahlen und das Schulsystem der Römer näher bringen sollte. Tatsächlich sorgten Renate Dilly-Liefke, Simone Abel und das eingespielte Team des Römermuseums für eine echte Schulstunde – allerdings für eine, die bei den eifrigen Kids für richtig Spaß und auch jede Menge Abwechslung sorgte. Denn es wurde nicht nur, wie in der Schule üblich, Schreiben und Lesen geübt, sondern es ging auch um handwerkliches Arbeiten. So sollten die Mädchen und Jungen unter der Anleitung von Simone Abel auch kleine Wachstäfelchen bauen, „quasi die Vorgänger der Schiefertafeln“, wie Abel erklärte, während sie ihren Schützlingen Pauline und Bijan dabei half, aus einem Holzstab und einem kleinen Brett den nötigen Rahmen für ihr Wachstäfelchen zu bauen. „Zusätzlich basteln wir uns noch einen so genannten Stilus. Und mit dem kann man das in das Wachs reinschreiben.“ Stilus, sprich Stift, plus Wachstäfelchen plus römische Schriftzeichen plus römische Zahlen machten so gestern aus Mädchen und Jungen der Gegenwart kundige Kenner der römischen Zeit.

Doch was bringt einen dazu, schon kurz nach Beginn der Ferien schon wieder „die Schulbank“ zu drücken, und dann auch noch römischen Gewändern? Die Antwort, quasi coram publico an die gestrige Gruppe des Ferienprogramms im Römermuseum gerichtet, brachte unter anderem die begeisterte Antwort von Felicitas hervor: „Ich gehe gerne zur Schule!“

Während der eine Teil der Gruppe so gleichsam die Schreibhefte der Antike bastelte, arbeiteten sich der andere Teil unter der Anleitung von Renate Dilly-Liefke durch die römischen Schriftzeichen und Zahlen. Als gutes Anschauungsmaterial hatte sie einige Abschriften von Inschriften aus den Ruinen von Pompeji mit dabei, sowohl in der römischen Kursivschrift als auch in „handelsüblichen“ Schriftzeichen und samt Übersetzung. So gerüstet hatte Renate Dilly-Liefke keine Mühe, dem Nachwuchs das „Was“ und „Wie“ der römischen Schrift nahezubringen. Selbstverständlich ging es nicht darum, Latein zu lernen – am Ende sollten die Mädchen und Jungen aber in der Lage sein, deutsche Worte in römische Schriftzeichen zu fassen, eine Aufgabe, denen sich die richtig, richtig engagierten Kids mehr als gewachsen sahen – den Beweis traten sie unter anderem mit der besagten Speisekarte für den Capitolinus an.

Überhaupt: Den ehrenamtlichen Helferinnen des Römermuseums im Umgang mit den Jungen und Mädchen zuzuschauen, war nicht zum ersten Mal ein richtiges Vergnügen. Wie bei allen unterschiedlichen Angeboten des Ferienprogramms fanden die Betreuerinnen den richtigen Mix zwischen Spaß und der Vermittlung von Wissen, diese Angebote für den Nachwuchs sind ohne Zweifel ein echtes Aushängeschild für das Römermuseum. Und noch sind die Sommerferien ja nicht zu Ende, um Geschichte  hautnah zu erleben.