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„Eine zerstörerische Statistik“

„Eine zerstörerische Statistik“

Vor dem Derby an diesem Samstag gegen den FC Homburg liest sich die Zweibrücker Bilanz nach der Winterpause verheerend. Das komplette Team musste ausgetauscht werden, Trainer Guido Hoffmann sieht den SVN aber trotzdem nicht chancenlos.

Geografisch trennen die beiden Fußball-Regionalligisten FC Homburg und SVN Zweibrücken nur wenige Kilometer. Der sportliche Abstand zwischen den Vereinen ist dagegen immens. Während der saarländische Tabellenfünfte in der kommenden Saison die Plätze zur Aufstiegsrelegation in die 3. Liga angreifen will, wird der SVN nicht mehr Teil der Regionalliga sein. Der Abstieg in die Oberliga ist für das Schlusslicht de facto nicht mehr zu vermeiden.

Das Spiel, das an diesem Samstag um 14 Uhr im Zweibrücker Westpfalzstadion angepfiffen wird, wird auf unabsehbare Zeit das letzte Liga-Derby sein. 14 Niederlagen in Folge - so lautet die katastrophale Bilanz des SVN seit November 2014. Ganze drei Tore hat Zweibrücken seitdem erzielt. "Wenn man die nackten Zahlen sieht, ist das natürlich eine zerstörerische Statistik", räumt SVN-Trainer Guido Hoffmann ein.

Ganz hoffnungslos geht Hoffmann aber trotzdem nicht ins Lokalduell. "Wir haben sieben Spiele nur mit einem Tor Unterschied verloren. Und wir wollen im Derby nichts verschenken", kündigt der Trainer an.

Die sportliche Talfahrt ist vor allem ein Ergebnis aus dem finanziellen Fast-Kollaps der Niederauerbacher im vergangenen Jahr. Nach dem Wechsel von Ex-Trainer Peter Rubeck zu Eintracht Trier vor der Saison hatte sich auch Vereinsmäzen Heiner Semar zurückgezogen. Die Insolvenz konnte der SVN zwar gerade noch so abwehren, doch das Budget, das infolgedessen von rund 350 000 auf nur noch 200 000 Euro gesunken ist, ist für die Regionalliga schlicht zu dünn. Fast die gesamte Mannschaft musste im Winter ausgetauscht werden.

Vom FCH sind Torwart Mirko Gerlinger und Außenverteidiger Nino Lacagnina im Winter zum SVN gewechselt. Keiner der aktuellen SVN-Kicker verdient mehr als 250 Euro im Monat. Vor diesem Hintergrund nimmt Hoffmann sein Team in Schutz: "Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Im Training ziehen immer alle voll mit."

Hoffmann selbst wird nach dem Abstieg "nicht mehr Trainer in Zweibrücken sein", wie er bereits vor zwei Wochen entschieden hat. Seine sportliche Zukunft ist noch unklar. Deshalb möchte er sich auch nicht zu den möglichen Perspektiven in der Oberliga äußern. Dass Hoffmann selbst von 1988 bis 1990 für den FCH aktiv war, spielt für ihn heute keine Rolle mehr: "Das ist ja fast 30 Jahre her. Ich habe keine Kontakte mehr zum Verein."