Eine Reise in die bayrische Zeit

200 Jahre nach der Reise des bayrischen Königs Max Joseph in die Pfalz, wiederholte nun der Bayerische Landesverein für Heimatpflege aus München diese königliche Fahrt von einst. Und machte auch Station in Homburg.

Was für eine große Zeit, als die Saarpfalz bayrisch war und König Max I. Joseph im Juni 1816 zu Besuch kam, um von den Untertanen jubelnd empfangen zu werden. Bis heute wirkt die Bayernzeit in der Saarpfalz nach, man pflegt sie mit Volksfesten und Erinnerungen.

Und natürlich weiß man diese Anhänglichkeit auch in Bayern zu schätzen. Die bayrische Reisegruppe, die vor allem aus Heimatpflegern und Historikern bestand - auch Johann Böhm, der ehemalige Präsident des Bayerischen Landtages, war mir von der Partie -, suchte exakt die Stationen auf, die König Max I. Joseph von Bayern 1816 auch besucht hatte.

Hierzu gehörte der Homburger Freiheitsbrunnen, an dem Dieter Knicker, erster Kreisbeigeordneter, die 46 Teilnehmer begrüßte. Kreisdenkmalpfleger Bernhard Becker berichtete vom bayerischen Erbe in der Saarpfalz und Kunsthistorikerin Jutta Schwan gab der Reisegruppe einen Überblick über die bayerische Architektur in Homburg , Martin Baus, von der Siebenpfeiffer-Stiftung erläuterte, dass die Pfalz zur Zeit der Freiheitskämpfe liberaler war als viele andere Landesteile. Bevor die Bayerische Reisedelegation ihren Weg Richtung Landstuhl fortsetzte, gab es noch einen Umtrunk mit Brezeln im historischen Kostüm: Regina Wirth, die Frau des Freiheitskämpfers Georg Wirth, gespielt von Monika Link, erzählte aus den bayrischen Zeiten in der Saarpfalz.

Neben bayrischen Briefkästen und Denkmälern hat bis heute eine sehr lebendige Sache überlebt: Hervorragende Schüler aus der Saarpfalz haben ein Anrecht, sich für die vom König damals eingerichtete Begabtenförderung Maximilianeum zu bewerben. Denn die Grenzen des damaligen Königreiches zählen in diesem Fall noch bis heute.