Eine Oase für den Menschen

Im Neubau der Inneren Medizin am Uniklinikum in Homburg ist Freitag der „Raum der Stille" eingesegnet und in Dienst gestellt worden. Der künstlerisch ansprechende Raum steht Patienten, Angehörigen und Mitarbeitern gleichermaßen offen.

Von sich reden machte die neue Innere Medizin am Universitätsklinikum in Homburg mit ihrem bislang fertiggestellten ersten Bauabschnitt vor allem als waschechte Großinvestition. Seit Freitag nun zeigt der Neubau eine weitere Facette, jenseits reiner Hochleistungsmedizin - mit einem "Raum der Stille". Zentral direkt über dem Haupteingang gelegen, soll dieser künstlerisch ansprechend gestaltete Bereich Patienten , Angehörigen und Mitarbeitern die Möglichkeit zur spirituellen Einkehr, zum Gespräch mit Gott oder der Begegnung mit anderen Menschen geben.

Professor Bernhard Schick, der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums des Saarlandes, verband mit dem neuen "Raum der Stille" drei wesentliche Begriffe: die Hoffnung, den Glauben und die Liebe. "In diesem Sinne freue ich mich ungeheuer, dass wir diesen Raum heute hier einweihen dürfen, dass dieser Raum existiert - für die Menschen, die sich an uns wenden, für die Angehörigen und auch für die Menschen, die hier arbeiten." Nun offiziell gesegnet und damit "in Dienst gestellt" von Domkapitular Franz Vogelgesang, Leiter der Hauptabteilung pastorale Dienste und Gemeindearbeit im bischöflichen Ordinariat in Speyer, für die katholische Kirche und Oberkirchenrat Manfred Sutter von der evangelischen Kirche der Pfalz, zeigt sich der Raum lichtdurchflutet und geprägt von den Fotografien von Nicole Ahland und einem Altar aus den Händen von Madeleine Dietz. Greift Ahland dabei vornehmlich das Licht und damit auch das Göttliche selbst auf, schlägt Dietz mit ihrem Kunstwerk aus Stahl und Erde die Brücke hin zum Irdischen.

Betreut wird dieser besondere spirituelle Ort von der Klinikseelsorge des Universitätsklinikums. Für beide Konfessionen führten Pfarrerin Gudrun Fahrner-Pippart und Pfarrer Raymond Rambaud in den grundsätzlichen Gedanken des "Raums der Stille" ein. So biete sich nun die Möglichkeit eines Rückzugs, aber auch der Begegnung inmitten des Klinikalltags. "Der Raum der Stille ist eine Oase, die den Menschen die Möglichkeit gibt, zu sich selbst zu kommen. Eine Oase, um im geschützten Rahmen mit anderen zusammen zu sein oder sich auszurichten auf das ganz andere, auf Gott", beschrieb Fahrner-Pippart den Ort. Und Rambaud ergänzte vor zahlreichen Gästen: "Der Raum der Stille ist ein Raum mit Licht und Schatten. Denn beides gehört zum Menschsein dazu. Schatten, Leid, Krankheit, Tod und Trauer - aber auch Licht, Freude, Gesundung und Heilwerden, also Auferstehungsglaube."