„Einbrüche sind ein Dauerbrenner“

„Einbrüche sind ein Dauerbrenner“

Bundesweit sind Wohungseinbrüche ein großes Thema, da macht auch Homburg keine Ausnahme. Dennoch sei Homburg keine Hochburg von Einbrechern, informierte die Polizeichefin Alexandra Besse, die im Rathaus die Zahlen von 2015 vorstellte und sie mit den Erhebungen der Vorjahre verglich.

. Sehr wenige Zeugenhinweise, kaum Spuren und verschiedene Tätergruppen - von osteuropäischen Banden über Drogen oder anderweitig Abhängige bis zu Berufs-Kriminellen, die sich so ihren Lebensunterhalt verdienen: Wohnungseinbrüche aufzuklären, ist für die Polizei keine leichte Sache. Und so liegt die Aufklärungsquote bei diesen Straftaten auch nur bei etwa 12 bis 15 Prozent.

Zum Vergleich: Durchschnittlich werden 57 Prozent aller Straftaten aufgeklärt, bei Tötungsdelikten über 95 Prozent. Werde allerdings ein Täter erwischt, dann gebe es in der Regel mehrere Einbrüche, die ihm zuzuordnen sind.

Einbrüche, "ein Dauerbrenner", sind eines von vielen Themen bei der Sicherheitsbesprechung im Homburger Rathaus am Dienstag (wir berichteten kurz) mit der Leiterin der Polizeiinspektion Homburg , Alexandra Besse, und Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind . Besse hat neben den Zahlen, Grundlage ist die Kriminalstatistik 2015, noch mehr Informationen mitgebracht. Zum Beispiel die, dass beim Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, der Wohnort eine Rolle spielt. Täter schauen sich zuvor die Infrastruktur an, erklärt sie. Da gehe es zum Beispiel um solche Fragen: Wie hoch ist das Entdeckungsrisiko?

Wie schnell komme ich weg? Links und rechts von Autobahnen lägen jede Menge Tatorte. Und was sich im Saarland auswirke: Man sei schnell ins Ausland oder auch in ein anderes Bundesland geflüchtet.

Neben diesen eher wenig erfreulichen Tatsachen stehen die Zahlen - und die zeigen: In Homburg liegt man mit den 126 Wohnungseinbrüchen wieder auf dem Niveau von 2013, was einen Anstieg bedeutet zu 2014 (siehe auch Infobox). Saarlandweit macht dies etwa 5,2 Prozent aller Einbrüche aus. Die meisten Einbrüche gab es in den einwohnstärksten Homburger Stadtteilen: Erbach (37) und Homburg Kernstadt (27), aber auch Einöd (13), Jägersburg (14) und Bruchhof-Sanddorf (14) waren häufiger betroffen. Saarlandweit gab es im ersten Halbjahr 2016 gegen den Bundestrend bei den Einbrüchen eine Entspannung, sagt Besse.

Rückläufig waren 2015 die Fälle von Diebstahl 793 insgesamt, (2014: 842), allerdings habe es mehr Ladendiebstähle gegeben: 181 im vergangenen Jahr nach 153 im Jahr 2014. Das liege unter anderem daran, so Besse, dass die Geschäfte wenig in die eigene Sicherheit steckten, das fange schon bei Überwachungskameras an. Generell, sagt sie, sei etwas dran an der Redensart; "Gelegenheit macht Diebe". Noch immer würden beispielsweise Autos unverschlossen und unbeobachtet abgestellt.

Wichtig ist Alexandra Besse: Die Polizei tut viel dafür, dass gar nicht erst etwas passiert. Dafür stehen zum Beispiel die Kontaktpolizisten mit ihrer mobilen Wache, aber auch Beratung vor Ort, mit Tipps, wie man sein Haus besser vor Einbrechern schützen kann. Zudem, so Besse, richte man sich an spezielle Zielgruppen, gehe in Schulen, berate Senioren, lade Kindergärten in die Wache ein. An diesem Präventionsprogramm will sie festhalten, auch wenn bei der Polizei das Personal von Jahr zu Jahr knapper werde.

Insgesamt sieht Besse Homburg nicht als schwieriges Pflaster mit 3147 Straftaten im Jahr 2015. Das mache einen Anteil an der Saarland-Gesamtkriminalität von vier Prozent aus, der Saarpfalz-Kreis liegt bei 9,8 Prozent: Dies sei eher positiv zu werten, auch im Vergleich zur Fläche. Insgesamt sei die PI Homburg auf 145 Quadratkilometern für die Sicherheit von 71.000 Menschen in Homburg , Bexbach und Kirkel zuständig. Zirka 130 Polizeibeamte wird die PI Homburg umfassen, wenn demnächst 18 Polizeivollzugsbeamte aus der operativen Einheit hinzukommen, die derzeit im Saarland aufgebaut wird.

Zum Thema:

Hintergrund Einige Zahlen aus der Kriminalstatistik 2015: Insgesamt wurden im Zuständigkeit der Polizeiinspektion Homburg und damit in Homburg , Bexbach und Kirkel im vergangenen Jahr 4280 Straftaten registriert (2014: 4833), 3147 passierten in Homburg (2014: 3533). Der Saarpfalz-Kreis liege bei einem Anteil von 9,8 Prozent an der saarländischen Gesamtkriminalität. Zum Vergleich: Im Regionalverband Saarbrücken werden knapp 43 Prozent aller Straftaten saarlandweit begangen. In Homburg rückläufig war die Zahl der Körperverletzungen: 290 gab es 2015 (2014: 342; 2013: 329). Sachbeschädigungen stellte die Polizei 370 in Homburg fest (2014: 397), 178 davon an Autos. Die Wohnungseinbruchszahlen stiegen 2015 an: 126 gab es diesmal (2014: 105; 2013: 125). 5,2 Prozent an den Einbrüchen saarlandweit mache dies aus.ust