Ein Start wie aus dem Bilderbuch

Der Winterschlaf ist endlich vorbei: Am Samstag erlebte der Homburger Musiksommer auf dem historischen Marktplatz einen fulminanten Start mit einem sehr bekannten Ensemble: Die Dutch Swing College Band riss das Publikum wieder mit.

Der Homburger Musiksommer ist am Samstag endlich aus seinem Winterschlaf erwacht - und das mit einem furiosen Start wie aus dem Bilderbuch. Auf der Bühne mit der Dutch Swing College Band ein echtes Schwergewicht des Traditional Jazz , vor der Bühne ein musikhungriges Publikum und drüber ein Maiwetter wie aus dem Reisekatalog (wir berichteten). Damit scheint klar: Die Homburger Erfolgsgeschichte schlägt ein weiteres Kapitel auf.

Dessen war sich auch Raimund Konrad, ehrenamtlicher Kulturbeigeordneter der Stadt Homburg und als Vorsitzender der Interessengemeinschaft Homburger Altstadt, Veranstalter des Musiksommers, sicher. "Wir haben in diesem Jahr ein sehr gutes, sehr ausgewogenes Programm, mit dem wir ganz verschiedene Facetten des Jazz abdecken." Dabei erfülle er sich mit der holländischen Formation als Auftakt des Konzertreigens 2016 eine lang gehegten Wunsch.

Grundsätzlich habe er, so Konrad, den Start des Musiksommers ein halbes Jahr lang herbei gesehnt. "Das ist heute für alle Beteiligten und für uns schon eine enorme Erleichterung: Programmheft ist gemacht, alle Bands sind unter Dach und Fach, die Finanzierung ist gesichert. Und heute passt auch das Wetter. Hätte ich das vor einem halben Jahr gewusst, dann wäre ich auch beruhigter gewesen."

Ganz beruhigt und lässig zeigten sich die Musiker der Dutch Swing College Band. Bevor es für die Sieben auf die Bühne ging, genossen sie den Vorsommer und das wunderschöne Ambiente auf dem historischen Marktplatz - und stellten sich in Person von Bob Kaper (Konzertmeister, Klarinette und Altsaxofon ) und Adrie Braat (Kontrabass) gut gelaunt den Fragen unserer Zeitung. Bob Kaper: "Das ist für uns heute hier in Homburg reine Freude. Wenn man sieht, dass schon zu Beginn des Konzertes so viele Menschen hier sind, dann ist das schon toll." Im Programm habe man Höhepunkte des klassischen Jazz , "das aufzuzählen wäre zu viel. Am besten man hört sich das an", lachte Kaper. Dabei sei es mit den Jahren nicht leichter geworden, den traditionellen Jazz für die Menschen attraktiv zu halten. Kaper: "Deswegen ist es wichtig, sich als Musiker treu zu bleiben und genau die Musik zu spielen, die man am liebsten spielt. Genau das kommt beim Publikum an." So gelinge es auch, junge Zuhörer zu erreichen "und diesen jungen Leuten ein gutes Gefühl und eine gute Stimmung zu schenken". Zum Abschluss des kurzen Interviews gab Adrie Braat dann noch allen eine feine Weisheit mit auf den Weg: "Über Musik muss man nicht reden, Musik muss man hören."

Dem folgend gab's dann "good old Jazz " für die Ohren - und das in einer hörenswerten Güte und mit viel Esprit präsentiert. Das mochte aber wohl keinen Kenner überraschen, hat sich die Dutch Swing College Band in ihrer nunmehr 50-jährigen Geschichte doch den Ruf einer exzellenten Ausnahme-Formation erworben. Und das ganz gleich ob als Band oder mit ihren hervorragenden Einzelmusikern. Damit hängt die Latte für die kommenden Jazzfrühschoppen schon mal recht hoch. Und an der werden sich am Samstag, 28. Mai, im Rahmen von "Musiksommer trifft Maifest" die "Singin' Birds" aus Warschau mit ihrem Vokalensemble-Sound im Stile der Andrew-Sisters aus den 1940er Jahren messen.

Eine Übersicht über alle Jazzfrühschoppen-Konzerte 2016 und das freitägliche Querbeat-Angebot im Internet unter "dtswing.de/musiksommer-homburg“ .