Ein Sommer voller Blumen

Wer hat den schönsten Garten? Eine Frage, die weder zu beantworten ist, noch macht sie irgendeinen Sinn. Denn jeder Gartenfreund setzt andere Akzente.Die einen haben Freude, wenn sie ihr eigenes Bio-Gemüse auf den Tisch bringen können, die anderen lassen ihrer künstlerischen Gestaltung freien Lauf, wieder andere machen aus dem Garten einen privaten Rückzugs- und Urlaubsort oder entdecken lange vergessene Methoden des Gemüseanbaus wieder neu, zum Beispiel ein Hochbeet oder ein warmes Frühjahrsbeet.

Die Vielfalt war es, die unsere kleine Sommerserie belebte.

Und die Entdeckung, dass sich hinter einem zwar gepflegten, aber eher unspektakulären Vorgarten plötzlich ein ungeahntes grünes Reich auftut, das man so in Bexbach, Kirkel oder Homburg nicht erwartet hätte. Man muss Gartenfreunde nicht in England suchen, auch vor unserer Haustür gibt es Frauen und Männer mit einem grünen Daumen. Begonnen haben wir unsere Serie mit Hans Seel, einem Gartenexperten, auf den das Wort "Hobbygärtner" längst nicht mehr zutrifft, denn er hat es in allen Bereichen zur Perfektion gebracht, ob es Gemüse , Blumen oder Gartenhäuser sind. Alles hat er selbst angelegt, gepflanzt, gebaut, gezüchtet. Eine bewundernswerte Leistung!

Heike Letzelder hat sich einen schwedischen Urlaubsort hinter einer lärmenden Straße eingerichtet, sie liebt ihren etwas romantisch verwilderten Garten als perfekte Kulisse für ihr geliebtes minzgrünes Schärenhäuschen.

Hansi Bernd aus Bruchhof hat bezüglich Gartenbau den Vogel abgeschossen: Er baute seiner Frau ein Nordseebad mit Sandstrand in den Garten - mit Blick auf den Homburger Königsbruch. Rudi Bäsel aus Oberbexbach ist ein Gärtner aus Leidenschaft, dem alles gelingt, was er anfasst: Bonsai-Bäumchen, Orchideen, Kübelpflanzen, Rosen. In seinem Garten ist eine Vielfalt an Pflanzen vorhanden, die nur noch von seinem Orchideenhaus getoppt wird, in dem sich 300 Exemplare tummeln.

Judith Schwarzenberg ist an ihren Garten herangegangen wie an eine Kunstgalerie. Herausgekommen ist ein Zusammenspiel aus zarten Objekten und perfekt dazu passenden Pflanzen. Man kann stundenlang verweilen, ohne sich sattzusehen an all den Feinheiten, überall entdeckt das Auge neue Perspektiven. Peter Hagen, der einzige gelernte Gärtnermeister in der Riege, hat keineswegs den größten Park, sondern einen Schrebergarten, in dem er der Natur viel Freiraum lässt, denn für akkurate Gärten sorgte er ja schon bei seinen Kunden.

Karlheinz Ecker hat seinen gepflegten Obstgarten für Hühner geöffnet: sie ergeben zusammen mit den Apfelbäumen eine Art Vorstufe zum irdischen Paradies, wo Menschen, Tiere und Pflanzen in Harmonie leben. Erfreut hat uns auch das Projekt des Gemeinschaftsgartens am Haus der Begegnung in Erbach. Hier kümmern sich Gartenfreunde darum, dass Kinder den Umgang mit der Natur, der Erde und den Pflanzen lernen. Denn ohne unseren Nachwuchs wird es am Ende keine Gartenliebhaber mehr geben.