Ein Sitzung ohne Gegenstimmen

Kirkel. Die gestrige Gemeinderatssitzung dauerte noch nicht einmal eine Stunde, die Punkte auf der Tagesordnung waren unstrittig und wurden allesamt von allen im Rat vertretenen Parteien ohne Gegenstimmen durchgewunken, nur hie und da gab es mal eine Enthaltung. Man könnte meinen, die Harmonie sei perfekt gewesen. Das war aber nicht der Fall

Kirkel. Die gestrige Gemeinderatssitzung dauerte noch nicht einmal eine Stunde, die Punkte auf der Tagesordnung waren unstrittig und wurden allesamt von allen im Rat vertretenen Parteien ohne Gegenstimmen durchgewunken, nur hie und da gab es mal eine Enthaltung. Man könnte meinen, die Harmonie sei perfekt gewesen. Das war aber nicht der Fall.Würde man eine Wetterlage als Vergleich heranziehen, so käme man wohl auf die Inversionswitterung: unten lagern schwere und bewegungslose Luftmassen, obendrüber aber wirbelt warme Luft herum - nur, dass man es unten nicht merkt.

Das Thema, das oben drüber herumwirbelte aber vom Rat gestern nicht wahrgenommen werden sollte, war die Zukunft des Geländes, auf dem das Feuerwehrhaus für die Limbacher Wehr erbaut werden soll. Denn es ist mit Schadstoffen verseucht, der Boden muss vermutlich ausgetauscht werden, was voraussichtlich eine sechsstellige Summe verschlingen wird. Hier wird auf die Gemeinde noch einiges an Ärger zukommen - und die Wehr muss erneut mit Verzögerungen rechnen. Aber genau dieses Aufregerthema wurde gestern nicht angesprochen, denn die CDU hatte erst im letzten Moment einen Antrag mit Fragen über das Feuerwehrhaus eingebracht, die in der Kürze der Zeit nicht hätten sinnvoll beantwortet werden können, betonte Bürgermeister Frank John.

Also wurde beschlossen, diese Diskussion zu vertagen. Stattdessen wurden, sozusagen im unteren und stillen Bereich der Kirkeler Großwetterlage, jene Tagesordnungspunkte abgehakt, die immerhin der Verwaltung wichtig waren.

Die bereits den Ratsmitgliedern bekannten Wirtschaftspläne fürs Abwasserwerk Kirkel, für den Bauhof- und Friedhofsbetrieb sowie für den Immobilien- und Freizeitbetrieb wurden ohne Diskussion durchgewunken. Ebenso wurde der Sanierung der Duschanlagen in der Burghalle Kirkel, einigen Bebauungsplan-Ergänzungen am Waldland, am Neunkircher Weg und am ehemaligen Gleisbauhof zugestimmt. Andreas Kondziela (CDU), unternahm dann doch noch einen Vorstoß in Richtung Feuerwehrhaus, aber Bürgermeister Frank John wollte keine Diskussion: "Wir werden das Thema hier im Rat ausführlich erörtern", versprach er, "aber nicht heute. Wir sind so kurzfristig nicht darauf vorbereitet."

Dafür kam der Naturschutz zu seinem Recht: Christiane Nagel ist weiterhin die Naturschutzbeauftragte für den Ortsteil Altstadt, Thomas Brill für den Ortsteil Kirkel-Neuhäusel. Beide wurden einstimmig wiedergewählt und können ihre ehrenamtliche Arbeit mit der vollen Zustimmung des Gemeinderates fortsetzen.