Ein Projekt der Hochschule Trier regte die Diskussion in saarländischen Bildungseinrichtungen an.

Studierende als Lehrer : Schüler lernen von Studenten das nachhaltige Leben

Ein Projekt des Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier regt die Diskussion in saarländischen Bildungseinrichtungen an.

Wie kann es gelingen, zu leben und zu konsumieren, ohne Natur und Klima über die Maßen zu belasten? Ein Projekt der Hochschule Trier leitet Schüler dabei an, sich mit dieser Frage intensiv zu beschäftigen. Master-Studierende am sogenannten Umwelt-Campus der Hochschule Trier in Birkenfeld besuchen dazu Bildungseinrichtungen in der Region und schlüpfen dort in die Rolle des Lehrers. Im Saarland nimmt dieses Jahr das Gymnasium Johanneum in Homburg an dem Projekt teil, das unter dem Kürzel S.U.N. läuft (Schulen und Umwelt-Campus pro Nachhaltigkeit).Samir Kasapovic ist dafür verantwortlich, dass S.U.N. ins Saarland kommt. Der 29-Jährige studiert Umwelt- und Betriebswirtschaftslehre und kommt ursprünglich aus dem Waderner Stadtteil Noswendel. „Deshalb war es mir ein Anliegen, das Projekt auch an saarländische Schulen zu bringen“, sagt Kasapovic. Zuerst steuerte er dazu die Schule an, die er früher selbst besucht hat: das Berufsbildungszentrum Hochwald in Nunkirchen, wo er schon im vergangenen Dezember das Thema Ökologie behandelte. Nun folgten mehrere Besuche in Homburg, bei denen der Abfall im Mittelpunkt stand.

„Ich bin darüber erstaunt, wie viel die Schüler schon wissen“, berichtet Kasapovic nach der ersten Unterrichtseinheit am Gymnasium Johanneum. Im Biologieunterricht der achten Klasse habe er darüber gesprochen, was Abfall überhaupt ist, wie viel davon im Alltag entsteht und auf welchen Wegen er ins Meer gelangt. Ziel der anschließenden Diskussion sei es gewesen, Möglichkeiten für jeden Einzelnen zu finden, Müll zu vermeiden. Als Inspiration habe die Zero-waste-Bewegung gedient, deren Mitglieder ihr Verhalten darauf ausrichten, gar keinen Abfall zu verursachen.

Der Student sieht das so genannte „Ökodesign“ als ein wichtiges Konzept für nachhaltigen Konsum an und stellt es in seinem Unterricht vor. Es rege an, bei der Gestaltung eines Produktes von Anfang an darauf zu achten, wie dieses schonend entsorgt und im besten Fall wieder verwertet werden kann. Entscheidend seien nicht nur die verwendeten Materialien, sondern auch, wie diese verbaut sind. Lassen sich Einzelteile problemlos reparieren oder austauschen? Als negatives Beispiel nennt Kasapovic Handy-Akkus, die bei vielen Geräten gar nicht oder nur mit viel Aufwand zu wechseln seien.

Bei seinem dritten und letzten Besuch des Homburger Gymnasiums am 15. Januar ging es ganz allgemein um Nachhaltigkeit. „In dem Thema steckt fast alles drin“, sagt Kasapovic. Er wolle etwa zeigen, warum es gut ist, auf dem Wochenmarkt einzukaufen oder auf Bus, Bahn und Fahrrad zu setzen. Gemeinsam mit den Achtklässlern sammelte er Ideen und trug diese an der Tafel zusammen.

Auch an seiner ehemaligen Schule in Wadern-Nunkirchen würde der Student gerne ein weiteres Mal mit den Schülern über Bewahrung der Umwelt reden. Es sei aber nicht sicher, ob das noch im laufenden Schuljahr klappe.

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Johanneum in Homburg lernten von einem Studenten der Hochschule Trier Wissenswertes zum Thema Nachhaltigkeit. Foto: Samir Kasapovic
Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Johanneum in Homburg lernten von einem Studenten der Hochschule Trier Wissenswertes zum Thema Nachhaltigkeit. Foto: Samir Kasapovic
Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Johanneum in Homburg lernten von einem Studenten der Hochschule Trier Wissenswertes zum Thema Nachhaltigkeit. Foto: Samir Kasapovic

Bildungseinrichtungen, die S.U.N zu sich einladen wollen, bittet der Projektleiter Professor Klaus Rick um eine Anfrage per E-Mail: k.rick@umwelt-campus.de