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Ein mitreißendes Geburtstagsgeschenk

Ein mitreißendes Geburtstagsgeschenk

Ein großes Musikfest mit vielen Musikern und Sängern: Das Homburger Sinfonieorchester hat zu seinem 50-jährigen Jubiläum groß aufgetischt. Für die Aufführung der „Carmina Burana“ im Erbacher Sportzentrum gab es am Ende minutenlangen stehenden Applaus.

Nach etwas über einer Stunde harter Arbeit am Dirigentenstab, minutenlangem, stehenden Applaus und glücklichen Momenten auf der großen Bühne im Erbacher Sportzentrum rennt Jonathan Kaell zum Chor, reckt beide Daumen nach oben und macht so klar: Alles ist bestens gelaufen! "Alles" steht dabei für eine beeindruckende und berührende Aufführung von Carl Orffs "Carmina Burana" - ein Geschenk, das sich das Homburger Sinfonieorchester selbst und seinen Fans zum 50. Geburtstag gemacht hat. Um im Bild zu bleiben: Auspacken darf dieses Präsent eben Jonathan Kaell, musikalischer Leiter des Orchesters und gestern Morgen Herr über seine Musikerinnen und Musiker sowie einen 80 Sängerinnen und Sänger umfassenden Projektchor - unterstützt von den Solisten Algirdas Drevinskas, Nelly Palmer und Stefan Röttig. Alle gemeinsam liefern einen denkwürdigen Konzerttag. Einen ersten von zahlreichen Gänsehautmomente erleben die mehreren Hundert Gäste natürlich schon zu Beginn mit "O Fortuna", dem wohl mit Abstand populärsten Stück aus Orffs Meisterwerk. Was da an Stimm- und Instrumentalgewalt durch das Sportzentrum donnert, das hat etwas Monumentales, Mitreißendes. Doch Orffs Komposition ist weit mehr als dies. Chor und Orchester gehen Ton für Ton und Note für Note durch ein Gesamtwerk, das noch sehr viel mehr an musikalischer Vielfarbigkeit zu bieten hat.

Vor Beginn zeigt sich ein noch lässig im Poloshirt gekleideter Kaell sicher, dass das Gesamtprojekt ein Erfolg werden wird. "Das wird sehr gut gehen. Gerade meine Erwartungshaltung mit Blick auf den Chor wurden bei den Proben übertroffen, ich war sehr überrascht. Matthias Rajczek hat einen super Job gemacht."

Für ihn selbst, so Kaell, sei diese Konzert etwas ganz Besonderes: "Es ist das erste Mal, dass ich ein solches Stück mit einer so großen Zahl von Musikern und Sängern auf der Bühne umsetze. So einen großen Laden hatte ich noch nicht. Und das ist natürlich eine große Verantwortung für mich." Der wurde nicht nur Kaell, sondern auch der von ihm hoch gelobte Rajczek gerecht. Über viele Wochen hinweg hatte der Chorleiter, unter anderem aktiv beim saarländischen Knappenchor, aus Sängerinnen und Sängern der Musikschule Sulzbach-/Fischbachtal, von Sing 'n' Swing, aus den Reihen von Stimmgewand(t) und dem Kinderchor des saarländischen Staatstheaters sowie weiteren Sängerinnen und Sängern aus der Region einen komplett neuen Klangkörper geformt. Bei aller Lust an einer großen Zahl an Sängern sei es aber vor allem um die Qualität derer gegangen, die sich Orffs Carmina Burana widmen sollten. "Gerade beim Zusammenspiel mit einem Orchester geht es um Präzision, um gutes Timing und vor allem darum, den Kontakt mit den Musikern zu suchen. Und dafür braucht es einfach ein bisschen Chor-Erfahrung."

Und wie ist die Stimmungslage bei Michael Schurig, dem Vorsitzenden des Homburger Sinfonieorchesters? Minuten vor seiner Begrüßungsrede zeigt sich Schurig stolz über das, was das Orchester zusammen mit dem Chor da in den zurückliegenden Wochen auf die Beine gestellt hat. "Vor zwei Jahren haben wir uns das Ganze überlegt. Wir wollten zu unserem Jubiläum ein großes Musikfest mit vielen Musikern und Sängern bieten. Es sollte was ganz Besonderes sein und etwas, was es nicht alle paar Jahre gibt." Genau das gelingt gestern - Ton für Ton, Note für Note, Emotion für Emotion.

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Mit Blick und Taktstock hatte Jonathan Kaell als Gesamtleiter gestern „seine“ Musiker und Sänger im Griff.

Auf einen Blick Die Mitwirkenden des großen Jubiläumskonzertes im Sportzentrum Erbach mit der Aufführung von Carl Orffs "Carmina Burana": Das Homburger Sinfonieorchester, der Projektchor mit Sängerinnen und Sängern der Musikschule Sulzbach-/Fischbachtal, von Sing 'n' Swing, aus den Reihen von Stimmgewand(t) und dem Kinderchor des saarländischen Staatstheaters Saarbrücken sowie weiteren Sängerinnen und Sängern aus der Region, als Solisten Algirdas Drevinskas (Tenor), Nelly Palmer (Sopran) und Stefan Röttig (Bariton). Gesamtleitung: Jonathan Kaell. Leiter des Projektchors: Matthias Rajczek. Bilder des Konzertes gibt es auch auf unserer Facebook-Seite "Saarbrücker Zeitung/Homburger Rundschau" zu sehen. thw