Ein Loblied auf die Monogamie

Ganz den sympathischen Entertainer gab Komiker Bernd Stelter bei seinem Auftritt. Neben komischen Einblicken ins Eheleben gab es auch tiefgründige Lebensweisheiten. Der Westfale will auf jeden Fall wieder kommen.

Oh ja, dieser Mann hat seine Traumfrau gefunden. Wie ein roter Faden zog sich das persönliche Eheglück durch Bernd Stelters Programm "Wer heiratet, teilt die Sorgen , die er vorher nicht hatte". Der Titel war reine Irreführung: Der aus dem Fernsehen bekannte Komiker steht kurz vor der Silberhochzeit und pries am Mittwochabend die Ehe im Homburger Saalbau wie kein Zweiter. Zunächst gab es noch Kalauer wie den, dass die Römer das Wort Ehe erfunden hätten, denn das sei die Abkürzung für Errare humanum est.

Dann aber begann das große Loblied der Monogamie . Verheiratete Männer lebten ja schließlich länger, wohl deswegen, weil sie ab und zu den Satz "Trink auch mal ein Wasser zwischendurch" hörten. Nur dürfe man bloß nicht heiraten, wenn man noch verliebt ist: "Wer verliebt ist, ist bekloppt, und wer bekloppt ist, ist nicht geschäftsfähig und sollte keine Verträge unterschreiben", meinte Stelter, der zu "einem Experten wider Willen in Sachen Ehe geworden" sei, seit er mit dem Programm unterwegs ist. Die Tourneen seien aber wiederum günstig für ihn und seine Frau: Sie führten dazu, dass auch die Sehnsucht nach dem anderen eine Chance habe.

Immer wieder flocht der Westfale ernste Lebensweisheiten in sein Comedy-Programm ein; viele der Songs, die er wahlweise an Gitarre oder Flügel darbot, kamen eher besinnlich und tiefgründig daher, wie etwa die Reminiszenz an seine Eltern. Die Mischung aus sympathischem Entertainer, ernsten Themen und karnevaleskem Frohsinn kam gut an beim Publikum. Das Programm hatte aber auch Längen, wie den eher farblosen Internet-Blog einer Trauzeugin, aus dem Stelter etwas arg schnell vorlas. Nach zweieinhalb Stunden Show, mehreren Zugaben (darunter das gefeierte "Ich hab drei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär") und einem Lob auf Homburg ("Ich war das erste Mal hier, aber bestimmt nicht das letzte Mal") gestattete der 55-jährige Fragen aus dem Publikum.

Hierbei klärte er darüber auf, dass er seine Frau nach seinem ersten großen Karnevalsauftritt in Köln kennen gelernt habe: Um einem aufdringlichen Damen-Kegelklub zu entgehen, sprach er sie an, damit sie sich doch bitte als seine Freundin ausgeben möge. "Danach ließ ich sie nicht mehr los", offenbarte Stelter. Viele der etwa 400 Zuschauer hatten den Komiker zum ersten Mal live gesehen - und waren begeistert.

"Es war wirklich schön, alles, das ganze Programm. Das Ernste gehört ja auch dazu zum Leben", meinte beispielsweise Helga Motsch aus Einöd. Herbert Blass aus Spiesen fand das Programm sehr ansprechend, sowohl die Parodie eines Jugendlichen als auch die ernsten Sachen. Mit drei Generationen war die Familie Müller aus Blieskastel anwesend: Die 17-jährige Saskia kannte schon "einige Storys und Lieder" von Stelter aus dem Fernsehen. Eine mit Schlager-Zitaten unterlegte Geschichte fand sie am schönsten. Ihr Vater Michael konnte sich dem nur anschließen. "Er bringt die Sachen aus dem Leben richtig gut rüber", meinte er.